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Jugendstil in Darmstadt (Unesco-Welterbe)

Mathildenhöhe und Hessisches Landesmuseum
Donnerstag, 7. Mai 2026

Nach dem pünktlichen Start in Koblenz und dem Zustieg von drei Teilnehmenden in Limburg brachte uns Wolfgang Waldforst mit einem Bus des Reisebüros Körber in einer staufreien Fahrt nach Darmstadt. Hans-Peter Günther, Reiseleiter an diesem Tag, hatte zu Beginn noch etwas Besonderes ins Programm mit aufgenommen. Der 1959 in Darmstadt verstorbene Architekt Otto Bartning ist heute zu Unrecht weitgehend in Vergessenheit geraten. Neben Rudolf Schwarz und Dominikus Böhm auf katholischer Seite gehört Otto Bartning auf protestantischer zu den bedeutenden Vertretern des modernen Kirchenbaus in der Weimarer Republik und nach 1945. Er plante nach dem Krieg ein sogenanntes Notkirchen-Programm mit standardisierten Bauteilen, so auch für die neu erbaute Heimstättensiedlung in Darmstadt-West. Sie wurde 1949 als 31. von insgesamt 48 evangelischen Notkirchen errichtet und die aus Trümmerschutt entstandenen Mauersteine um 1950 vom Künstler Will Sohl mit Ei-Tempera-Farben bemalt. Der ehemalige Gemeindepfarrer Köhr hatte sich bereiterklärt, uns die Entstehung der Kirche und ihrer Ausstattung zu erläutern. Weitere Infomationen zu Otto Bartning enthält ein umfangreicher Artikel aus der Zeitschrift MONUMENTE.

Nach der Fahrt in die Innenstadt besuchten die seit 1965 bestehenden Jugendstilsammlung im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Seit dieser Zeit wurde die Sammlung stetig erweitert. Heute umfasst sie Objekte aus ganz Europa und den USA: Über 400 Gläser und Keramiken, Möbel, Textilien, Kleinbronzen, Metall- und Silberschmiedearbeiten nahezu aller namhaften Künstler der Zeit um 1900 dokumentieren das vielfältige Schaffen dieser europäischen Bewegung. Zahlreiche herausragende Werke gehören zu den Beständen, darunter Arbeiten von Emile Gallé und der Schule von Nancy, von Hector Guimard, Otto Eckmann, Richard Riemerschmid, Joseph Maria Olbrich, Louis C. Tiffany, den Mitgliedern der Darmstädter Künstlerkolonie und der Wiener Werkstätten. Eine Besonderheit der Sammlung bilden die Arbeiten von Henry van de Velde. Weltruhm besitzen die Möbelensembles, die der belgische Künstler 1899 für die Redaktion der französischen Kunstzeitschrift »Revue Blanche« entwarf. Ausgestellt ist das Mobiliar zweier Räume, darunter eines der Hauptwerke des Künstlers: der bohnenförmige Schreibtisch, entworfen für das Direktionszimmer der Pariser Redaktion.
Mit unserer Eintrittskarte konnten wir auch einen Blick in weitere Abteilungen des Landesmuseums werfen. Da wir im Café des Landesmuseums Plätze reserviert und das Essen vorbestellt hatten, war die Grundlage für die weiteren Programmpunkte am Nachmittag gelegt.

Die Mathildenhöhe Darmstadt ist ein einzigartiges und außergewöhnliches Ensemble aus Architektur, Skulpturen und Parkanlagen. Sie ist ein für die Architekturgeschichte wegweisendes Gesamtkunstwerk der Moderne.

Mathildenhöhe mit Hochzeitsturm

Von 1901 bis 1914 war das Areal das Ausstellungsgelände der Künstlerkolonie Darmstadt, eingebettet in eine Parkanlage mit Skulpturen, Brunnen und Gartenpavillons. Die Kunstschaffenden der Künstlerkolonie entwickelten wegweisende Trends der frühen Moderne, die sich durch experimentelle und funktionale Architektur, eine umfassende Landschaftsgestaltung und moderne Ausstellungskultur auszeichnete.

Mosaik im Hochzeitsturm

Im Juli 2021 wurde die Mathildenhöhe Darmstadt aufgrund ihres hervorragenden Beispiels für experimentelle Architektur des frühen 20. Jahrhunderts auf die Liste der UNESCO-Welterbes eingetragen.

Um 14 Uhr trafen wir uns mit unserer überaus sachkundigen und engagierten Gästeführerin Yulia Lebedeva. In einem zweistündigen Rundgang über die Mathildenhöhe - mit Erläuterungen der Geschichte der 1899 gegründeten Künstlerkolonie - erhielten wir Eindrücke über das Gesamtensemble mit Atelierhaus, Ausstellungsgebäude und einer Innenbesichtigung des Großen Hauses Glückert.

Eingang zum Ernst-Ludwig-Haus

Im Museum Künstlerkolonie wurden uns die Werke erläutert, und die Ideale und Vorstellungen von Mitgliedern der Künstlerkolonie sowie die Geschichte der vier großen Kunstausstellungen zwischen 1901 und 1914 vorgestellt.

Vor der Rückfahrt legten wir noch eine Kaffeepause im Café auf der Mathildenhöhe ein. Den ursprünglich geplanten Besuch der Rosenhöhe müssen wir mit einer weiteren Fahrt nach Darmstadt verbinden.

Termin: Donnerstag, 7. Mai 2026
Abfahrt: 8.00 Uhr, Koblenz, Reisebusbahnhof (Sparda-Bank)
8.40 Uhr, Limburg, Hst. Gericht und Frankfurter Str./Pallottiner
Leistungen: Busfahrt, Führung Bartning-Kirche, Mathildenhöhe, Eintritte Museen
Preis: Mitglieder und Gleichgestellte: 44,00 € Gäste 49,00 €
Rückkunft: gegen 19.30 Uhr
Leitung: Hans-Peter Günther

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