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Zur Bundesgartenschau nach Erfurt

3-tägige Kultur- und Studienreise vom 1. bis 3. September 2021

Nach langer Zeit konnten wir endlich wieder eine gemeinsame Reise durchführen: Zur Bundesgartenschau 2021 nach Erfurt. Die thüringische Landeshauptstadt glänzte auf zwei einzigartigen Ausstellungsflächen, auf der geschichtsträchtigen Zitadelle Petersberg sowie dem egapark mit einer Fläche von 36 ha und dem weltweit ersten Winter- und Urwaldhaus Danakil. Wir reisten mit einem 4-Sterne Komfortbus von unserem Partner „König-Reisen" aus Wirges. Für die gesamte Fahrt stand für jeden unserer Teilnehmenden ein Kopfhörer-Set zur Verfügung. Übernachtet haben wir im excellenten 4-Sterne Best Western Plus Hotel Excelsior im Stadtzentrum von Erfurt. Die Altstadt ist nur einen kurzen Spaziergang entfernt.

1. Tag, Mittwoch: Anreise nach Erfurt, Stadtführung
Nach einer störungsfreien Fahrt von Koblenz in die thüringische Landeshauptstadt Erfurt waren wir erstaunt über den gigantischen Domplatz mit den Erthal-Obelisken, den Minervabrunnen, dem Dom und der S. Severi Kirche.
Unterwegs hatte uns Co-Reiseleiterin Elke Arenz eine Einführung in die Geschichte BUGA und Romy Zahren eine umfangreiche Information über den erst in jüngster Zeit gefundenen jüdischen Goldschatz von Erfurt gegeben (dazu später mehr).
Nach einer Mittagspause, die viele zu einem Test der berühmten Thüringer Bratwurst nutzten, erwarteten uns eine Stadtführerin und ein Stadtführer, mit denen wir zur Stadtbesichtigung. starteten. Zunächst warfen wir den Blick auf die geschichtsträchtige Zitadelle auf dem Petersberg, die als eine der beiden Ausstellungsflächen der BUGA ausgesucht wurde.

Erfurt: Fischmarkt, Dom, St Severi und Petersberg 2020 © Stadtverwaltung Erfurt

Bei unserer Stadtführung erfuhren wir mehr über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie das prächtige Ensemble von Dom St. Marien und der St. Severikirche, das neugotische Rathaus oder die einzigartige Krämerbrücke, die längste durchgehend bebaute und bewohnte Brücke nördlich der Alpen.

Erfurt, Rathaus
Der Fischmarkt mit seinen verspielten Gebäudefassaden, der Anger mit beeindruckender Renaissancearchitektur und prächtigen Patrizierhäuser, prägen das Flair dieser Stadt. Wir waren aber auch beeindruckt von dem perfekten ÖPNV, von den Straßenbahnen, die zeitlich eng getaktet mitten durch die Innenstadt fahren. Nach der Stadtführung bezogen wir unsere Zimmer im Best Western Plus Hotel Excelsior das zentral im Stadtzentrum und ganz in der Nähe des Bahnhofs liegt.
Unser Fahrer Wolfgang Heuser, fuhr uns am Abend zum Domplatz, von dem wir zu Fuß in wenigen Minuten zur Gaststätte „ Goldener Schwan" zum Abendessen gingen, Die Thüringer Klöße, wahlweise mit Sauerbraten oder Entenschenkel schmeckten vorzüglich.

Erfurt Best Western Hotel

Auf dem Heimweg zum Hotel nutzen viele von uns noch das schöne Wetter, um auf einem der zahlreichen Plätze noch einen Drink zu sich zu nehmen, aber auch die Bar im Hotel wurde nicht zuletzt wegen der freundlichen Bedienung noch intensiv genutzt.

2. Tag, Donnerstag: Bundesgartenschau
Der zweite Tag stand bei eine vierstündigen Führung ganz im Zeichen des Besuches der Bundesgartenschau. Vom Domplatz aus bummelte wir zunächst auf die beeindruckende Zitadelle Petersberg, die zu den besterhaltenen Stadtfestungen Europas zählt – eine prächtige Kulisse für die BUGA.

Erfurt Blick von der Zitadelle Petersberg

Hier erwartete uns eine Zeitreise durch die Gartenepochen Barock, Renaissance und Landschaftsgärten; Erfurter Gartenschätze mit besonderen Gemüsesorten, althergebrachten Färberpflanzen, Kräutern und Arzneipflanzen. Schaugärten wie der mittelalterlichen Küchengarten oder das Rosenwunder der Heiligen Elisabeth waren farbenprächtige Blickfänge.

Erfurter Gartenschätze vor der ehem. Peterskirche

Beeindruckend war auch die neuinszenierte Peterskirche mit einer einmaligen Ausstellung über die Sehenswürdigkeiten in der Region. Bevor wir mit dem Bus zum zweiten Teil der BUGA, dem EGA-Park, fuhren, konnten wir vom Festungsplateau aus den einmaligen Blick auf die Altstadt werfen.

Buga Erfurt, ega-Park

Im EGA-Park bekamen wir zunächst eine Überblicksführung durch das bedeutendste Gartendenkmal der 1960er Jahre in Ost-Deutschland. Die erste internationale Land- und Gartenbauausstellung fand bereits im September 1865 in Erfurt statt. Im Sommer 1950 erlebte das 35 Hektar große Gelände die erste Gartenschau „Erfurt blüht". 1971 wurde die erste Internationale Gartenbauausstellung der sozialistischen Länder, die IGA eröffnet Von 1958 bis 1971 wurde das Gelände auf 104 Hektar erweitert. Nach der Wende wurde die IGA zur EGA. Zur BUGA 2021 wurde der EGA-Park modernisiert und ergänzt.
Zu den jetzigen Attraktionen gehören das größte ornamental bepflanzte Blumenbeet Europas, der Rosengarten, der Skulpturengarten mit Plastiken namhafter Künstler, der japanische Fels- und Wassergarten und die historische Cynaksburg mit dem Deutschen Gartenbaumuseum.
Wir besuchten auch das das „Danakil", das weltweit erste Wüsten- und Urwaldhaus, das die Besucher über die Auswirkungen des Klimawandels sensibilisieren soll.

Den ersten von unserem Fahrer angebotenen Bustransfer um 16 Uhr nutzen viele Teilnehmer um die alte Synagoge Erfurt mit dem Erfurter Schatz zu besichtigen. Romy Zahren hatte uns alle mit der Darstellung der umfangreichen Geschichte der Ausgrabungen neugierig gemacht.

Erfurt: Alte Synagoge

Erfurt hatte schon früh eine jüdische Gemeinde. Mit dem Bau der Synagoge wurde um 1100 begonnen. In den nächsten 250 Jahren wurde die Synagoge mehrfach umgebaut, wobei die einzelnen Bauphasen die Geschichte der ersten jüdischen Gemeinde im Mittelalter widerspiegeln. Es entstand ein repräsentativer hoher Synagogenbau mit Lanzettfenstern und einer Maßwerkrosette. Nach dem Pogrom von 1349 baute der neue Eigentümer die Synagoge um. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jhs. wurde der Bau dann überwiegend gastronomisch genutzt. Dadurch blieb die Synagoge während des Nationalsozialismus unerkannt und damit unbeschädigt. Deshalb entschloss man sich, diese Spuren bei der Sanierung zu erhalten.

Im Keller wird der Erfurter Schatz ausgestellt, der 1998 bei Ausgrabungen im ehemaligen jüdischen Viertel gefunden wurde und der vom Umfang und seiner Zusammensetzung einmalig ist. Der Schatz hat ein Gesamtgewicht von fast 30 Kilogramm und besteht aus 3141 französischen Silbermünzen, 14 silbernen Barren sowie mehr als 700 Goldschmiedearbeiten. Dabei handelt es sich um Silbergeschirr, Ringe und Broschen, Gürtelteile und Gewandschmuck aus dem 13. und 14. Jh und damit Objekte, die äußerst selten und zum Teil einmalig sind. Das wichtigste Stück des Schatzes ist ein jüdischer Hochzeitsring des frühen 14. Jh aus purem Gold, der grundlegender Bestandteil der jüdischen Hochzeitszeremonie war.

Hinweis: Die im Januar 2019 verstorbene Autorin und Übersetzerin Mirjam Pressler erzählt in ihrem Roman „Dunkles Gold", das kurz nach ihrem Tod  veröffentlicht wurde, eine Geschichte um den mittelalterlichen jüdischen Schatz aus Erfurt. Dazu heißt es in der Rezension: „Dunkles Gold" ist kein modernes Jugendbuch, sondern ein sorgfältig, souverän und auch emotional erzählter Roman, der viele Aspekte und Ereignisse der jüdischen Geschichte beleuchtet. Ganz offen wirbt Mirjams Pressler für Psalm 15: „Wer seinem nächsten nichts Arges tut ..., der wird wohl bleiben."

Der Link auf die Rezension von Deutschlandfunk Kultur (mit einem Audio-Beitrag von 5:33 Minuten) - und weitere Beiträge über Mirjam Pressler - öffnet in einem neuen Fenster: Emotionaler Jugendroman über jüdische Geschichte

3. Tag, Freitag: Rudolstadt, Schloß Heidecksburg, Rückreise
Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von Erfurt und fuhren nach Rudolstadt im Saaletal zum Residenzschloss Heidecksburg.
Es gehört zu den prächtigsten Barockschlössern Deutschlands. Weithin sichtbar erhebt sich das Schloss als Stadtkrone über der ehemaligen Residenzstadt. Von 1571 bis 1918 war es Residenz der Grafen und späteren Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt.

Rudolstadt: Schloss Heidecksburg

Bei einer Führung durch das Schloss mit seinen prächtigen Innenräumen lernten wir die fürstlichen Prunk- und Wohnräume mit den vielen Gemälden und dem Mobiliar des Barock, Rokoko, Empire und Biedermeier kennen. Die Porzellansammlung umfasst heute 4000 Objekte – viele aus der berühmten Porzellanmanufaktur Volkstedt. Wir konnten im Anschluss an die Führung eine weitere Attraktion des Schlosses besuchen, die Ausstellung „Rococo en miniature". Mit unglaublicher Präzision erschufen Gerhard Bätz und Manfred Kiedorf in den letzten 50 Jahren Miniaturbauten samt detailreichem Innenleben im Maßstab 1:50. Insgesamt sechs Schlösser sowie Tausende von Einzelfiguren und Einrichtungsgegenstände.

Die umfangreiche Mittagspause wurde noch genutzt zu einem Mittagessen mit Blick vom Rathausplatz auf das Schloss. Die barocke St. Peterskirche oder das Schillermuseum lockten ebenfalls. In Rudolstadt lernt Schiller die Schwestern von Lengefeld kennen. Charlotte wurde später seine Frau. „Immer werde ich das Schicksal segnen, das mich hierher geführt hat", so Schiller im November 1788. Wir konnten uns überzeugen, dass sich diese Stadt nach der Wende zu neuem Glanz herausgeputzt hat.
Die Rückfahrt nach Koblenz erfolgte mit nur wenigen Beeinträchtigungen so dass wir gegen 20.00 Uhr wieder in der Rhein-Mosel-Stadt eintrafen.

Termin: Mittwoch, 1. September 2021
Abfahrt: 7.30 Uhr, Koblenz, Reisebusbahnhof (Sparda-Bank)
Rückkunft: Freitag, 3. September 2021, gegen 19.30 Uhr
Preis: Mitglieder: 319,00 € p.P. im DZ; Gäste: 334,00 € p.P. im DZ
EZ-Zuschlag: 65,00 €
Leitung: Elke Arenz und Jürgen Zahren

Leistungen:
• Fahrt im 4-Sterne Komfortbus
• 2 Übernachtungen mit Frühstücksbuffet im 4-Sterne Best Western Plus Hotel Excelsior in Erfurt
• Stadtführung Erfurt
• 1x Thüringer Klöße, Abendessen in einem gemütlichen Restaurant
• Tageskarte BUGA
• Kombinationsführung BUGA
• Führung und Eintritt Heidecksburg
• Audio-Guides an allen Tagen
• Reiseleitung durch Koblenzer Bildungsverein


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