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Kunst & Kultur in Barcelona und der Umgebung

7-tägige Kultur- und Studienreise
vom 17. bis 23. Februar 2020 (Woche vor Karneval)
- Der Bericht wird aktuell noch um zahlreiche Aufnahmen ergänzt und ggf. geteilt -

Barcelona ist eine der bedeutendsten Kulturstädte und gleichzeitig eine der aufregendsten Großstädte in Europa. Die Stadt hat in den letzten Jahren einen gigantischen Aufschwung erlebt. Die weltoffene Hauptstadt Kataloniens besitzt bedeutende Schätze von der römischen Antike bis zur zeitgenössischen Kunst. Bei unserer Reise erhielten wir vielfältige Einblicke in die Geschichte und in die modernistische Architektur, dessen bedeutendster Vertreter Antoni Gaudi (1852–1926) war. Wir besichtigten die bekanntesten Bauten von innen, wie die »Casa Milà« und die »Sagrada Familia«. Mit unserer Reiseführerin erlebten wir aber auch das mittelalterliche und das mediterrane Flair dieser pulsierenden Stadt. Bei zwei Ausflügen in des Katalonische Umland lernten wir weitere Kunstschätze, wie die berühmte Benediktinerabtei Montserrat und die mittelalterliche Stadt Girona kennen und folgten den Spuren von Salvador Dali. Wir wohnten im 4-Sterne Hotel Cristal Place im Herzen der Stadt. Wir haben bewusst eine Reisezeit gewählt, zu der Barcelona noch nicht so überlaufen ist. Da in der Karnevalswoche eine internationale Messe in Barcelona stattfinden sollte, mussten wir unseren  traditionellen Termin um eine Woche vorverlegen. (Aufgrund des von China ausgehenden Corona-Virus wurde die Messe allerdings kurzfristig abgesagt.) 

Innenraum Sagrada Familia, Barcelona © Giuseppe Pinto/wikipedia [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

1. Tag, Montag: Flug nach Barcelona, Stadtrundfahrt
Nach dem morgendlichen Transfer mit dem ICE von Koblenz nach Frankfurt und dem einchecken flogen wir mit Lufthansa (A310 "Regensburg") nach Barcelona. Mit einer viertel Stunde Verspätung landeten wir dort bei strahlend schönem Wetter. Unsere örtliche Reiseleiterin Laura Hugas, die uns in den nächsten Tagen begleitete, erwartete uns am Flughafen. Bei einer mehrstündigen Panoramatour erhielten wir einen ersten Eindruck von dieser faszinierenden Stadt. Über die Placa Espanya mit der alten Stierkampfarena, in der jetzt ein Einkaufscentrum etabliert wurde, durch die Venezianischen Türme, vorbei am gigantischen Nationalpalast fuhren wir auf den Stadt- und Olympiaberg Montjuic. Von dessen schönster Terrasse - dem Mirador del Alcalde - gab uns Laura einen ersten Überblick über die Stadt. An den Hängen des Berges befinden sich berühmte Museen, wie die Stiftung Miro, das Museum National d'Art de Catalunya, die Sportstätten der Olympiade von 1992 und zahlreiche Gebäude der Weltausstellung von 1929. Der ganze Berg ist eine einzige Grünzone bis hinauf zur Festungsanlage aus dem 18. Jh. Viele von uns nutzten die Gelegenheit, am freien Tag nochmals hierhin zurückzukehren. Besonders beeindruckend war der Blick auf den Hafen von Barcelona. Danach fuhren wir hinunter zum Hafen, an der monumentalen Kolumbusstatue vorbei und machten noch eine kleine Pause am langen Sandstrand der Stadt im Stadtteil Barceloneta. Zum Abschluss des Tages ging es dann in unser nur fünf Min von der Placa de Catalunya und der La Rambla entferntes Hotel Cristal Palace. Nach dem Bezug der Zimmer beschloss das gemeinsame Abendessen im Hotel das Programm des ersten Tages. Nach dem Essen unternahmen viele noch einen kleinen Bummel über die in der Nähe liegenden Prachtstraßen. 

2. Tag, Dienstag: Barrio Gotico und Born-Viertel
Der zweite Tag war ganz dem Stadtkern von Barcelona dem Barrio Gotico und dem Born-Viertel gewidmet. Das gotische Viertel mit seinen engen und teilweise sehr dunklen Gassen ist eines der historisch reichsten der Stadt. Zunächst aber ging es zur Placa Catalunya, dem Dreh- und Angelpunkt von Barcelona mit dem gigantischen Brunnen. Viele Skulpturen auf dem Platz erinnern an wichtige historische Epochen Kataloniens. Weiter ging es auf der Rambla de Sant Josep.

Ein herausragendes Bauwerk auf dieser Rambla ist der Palau de la Virreina, ein Brautgeschenk des spanischen Vizekönigs an seine junge Frau, die er in Barcelona heiratete.

Barcelona, Gruppe vor den Gigantes

In einem der Innenhöfen erläuterte uns Laura die Geschichte der Riesen (Gigantes), die seit dem Jahr 1482 für Barcelona beschrieben werden.

Barcelona, Die Gigantes sind Teil des großen Stadtfestes im September

Die drei bis vier Meter großen und bis zu 40 kg schweren "Gigantes" werden - vergleichbar mit den Mainzer Schwellköppen - bei einem traditionellen Festumzug im September durch die Straßen von Barcelona getragen.

Barcelona, Markt La Boqueria

Danach legten wir eine kleine Pause ein, um uns von dem Angebot in dem schönsten Markt der Welt „La Boqueria" faszinieren zu lassen. Ein Rausch der Sinne.

Barcelona, Markthallen La Boqueria

Wir bummelten weiter und bewunderten das von Miro geschaffene Mosaik im Straßenpflaster. Als nächstes das Grand Teatre del Liceu, das größte Opernhaus Spaniens. Gegenüber befindet sich das Café de l'Opera, welches die Atmosphäre des beginnenden 20. Jh. bewahrt hat.

Barcelona, Placa Real

Weiter ging es zur Placa Real, dem wohl schönsten Platz der Stadt. Eingefasst von Arkaden und schönen Fassaden, bepflanzt mit vielen Palmen, ist der Platz ein beliebter Treffpunkt auch für Musikanten.

Barcelona, Lampen von Gaudi auf Placa Real

Die prachtvollen Laternen wurden vom jungen Gaudi entworfen. Weiter ging es zur gotischen Kirche Santa Maria del Pi, der sogenannten Kirche der Armen, an der kleinen Placa del Pi gelegen.

Vorplatz und Kathedrale La Seu

Mitten im gotischen Viertel erhebt sich die gotische Kathedrale La Seu, ein herrschaftlicher Kirchenbau mit einigen Nebengebäude. Der Vorplatz der Kathedrale wird von der Casa del'Arcdiaca, dem Haus des Erzdiakons begrenzt, in dem heute das Stadtarchiv untergebracht ist. Wir besichtigten das Innere der Kirche mit seinen drei gewölbten Schiffen und 29 Seitenkapellen. Sehenswert ist auch der Kreuzgang mit einem idyllischen Garten, in dem 13 Gänse aufgeregt schnatterten.

Danach hatten wir uns ein Mittagessen mit traditionellen katalonischen Gerichten verdient, das wir im legendären Restaurant 4Gates (vier Katzen) einnahmen. Der große Speisesaal mit seinem originalgetreu restaurierten Jugendstil-Interieur bot den passenden Rahmen. Es gab ein katalanisches 3-Gang-Menu mit dem Abschluss Crema Catalana. Auch an Wein mangelte es nicht.

Gemälde: Ramos Casas und Pere Romeu auf einem Tandem

An der Wand hängt ein Bild von Casas „Ramos Casas und Pere Romeu auf einem Tandem". Vor hundert Jahren war das Restaurant ein bekannter Künstlertreff, der insbesondere von dem jungen Picasso besucht wurde, der hier 1900 seine erste Ausstellung hatte.
Beeindruckend war unser nächstes Ziel, der ehemalige Palau Real Major (großer Königspalast) an der Placa dei Rei, einer der wichtigsten Stätten mittelalterlicher Fürstenmacht in Barcelona. Heute ist hier das Historische Museum von Barcelona untergebracht. Sehenswert war auch der schöne Innenhof des Palastes. Weiter ging unser Bummel zur Kathedrale Santa Maria del Mar. Sie zählt mit ihrer mächtigen Fassade zu den eindrucksvollsten Gotteshäusern der Stadt. Der gotische Bau wurde von 1329 bis 1370 in relativ kurzer Zeit errichtet. Die große Rosette in der Fassade erzeugt im Inneren eine besondere Atmosphäre, wenn am Abend das Sonnenlicht in die Kathedrale scheint. Da ich den Roman „Die Kathedrale des Meeres" von Ildefonso Falcones gelesen hatte, war ich von dem Bauwerk besonders beeindruckt und durch die Figur des Steinträgers an der Fassade fühlte ich mit dem Romanhelden besonders verbunden.
Danach passierten wir die Passeig del Born zwischen Kirche Santa Maria del Mar und der alten Halle des Mercat del Born. Die Halle zählt zu den wichtigsten Bauwerken der Eisenarchitektur des späten 19. Jh. Weiter ging es zum Picasso-Museum, wobei der Gang durch die herrschaftlichen gotischen Bauten in der Montcada-Gasse bereits ein Erlebnis war. Im späten Mittelalter ließen sich hier reiche Kaufleute in den Palästen nieder, deren baulicher Charakter bis heute erhalten sind. Das Picassomuseum beansprucht mit seiner Ausstellungsfläche, den Verkaufsräumen und der schönen Cafeteria fünf mittelalterliche Paläste. Es war auch ein Ziel vieler unserer Teilnehmer an unserem freien Tag. Den krönenden Abschluss unserer heutigen Führung bildete der Musikpalast. Bereits die Außenfassaden sind ein architektonischer Genuss. Zur Straße hin tragen mosaikbesetzte Säulen die Büsten von Bach, Beethoven und Wagner. Faszinierend ist die Dachkuppel. Über allem thront ein Bildmosaik der Muse. Selbst die Kassenhäuschen können begeistern. Von dem Café im Inneren konnte man einen Blick vom Aufgang zum Großen Saal mit seinen großen Kandelabern erhaschen. Wir alle waren von der Fülle der Eindrücke des Tages beeindruckt. Den Abend nutzten viele, um eine der TAPAS-Bars zu besuchen, wobei die „Cerveceria Ciudad Condial" um die Ecke durch besondere Qualität hervorstach. 

3. Tag, Mittwoch: Der Modernisme in Barcelona; die Stadt des Architekten Gaudi
Heute standen die Werke des großen Architekten Gaudi und der Katalanische Jugendstil auf dem Programm. In zwei Gruppen bummelten wir zunächst über die Rambla de Catalunya und konnten die prachtvollen Jugendstilbauten mit den Eckhäusern mit Erkern bewundern. Über die Passeig de Gracia, dem Prachtboulevard von Barcelona mit den edlen Geschäften, Banken und wichtigen Bauwerken des Modernisme erreichten wir die »Casa Milà«.

Die „La Pedreara" (Steinburch) ist das Glanzstück am Boulevard und das letzte große Privathaus, das Gaudi von 1906 bis 1910 errichtete. Das seit 1984 zum Weltkulturerbe gehörende Gebäude hat keine tragenden Wände. Sein ganzes Gewicht lastet auf Säulen und Trägern. Wir erlebten eine umfangreiche Führung durch das ganze Haus mit unseren beiden Führerinnen Laura Huges und Romina Princep. Besonders beeindruckend war die stufenförmig angelegte Terrasse mit dem Stuck und Trencadis (Mosaiken von Gaudi) und Glas verkleideten Treppenausgängen und monumentalen Skulpturen, die als Schornsteine und Belüftungsschächte dienen und die an die Bergkuppen in Montserrat erinnern. Von der Dachterrasse aus gab es auch einen schönen Rundumblick über Barcelona und zur Sagrada Familia. Im Dachgeschoss wurden Ausstellungsstücke, wie z.B. Möbel, die von Gaudi entworfen worden waren und Filme, die das Leben in Barcelona zur Zeit Gaudis, gezeigt. Es wartete dann ein weiterer Höhepunkt auf uns. Wenn man sich an der Ecke Carrer d'Arrago/Passeig de Gracia nach rechts in Richtung Placa de Catalunya bewegt zeigte sich uns eines der Wahrzeichen von Barcelona „La Manzana de la Discòrdia". Hier habe die drei Großen des katalanischen Jugendstils in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander eindrucksvolle Proben ihres Schaffens hinterlassen. Anton Gaudi mit der Casa Batilo, Joseph Puig i Cadafalch mt der Casa Amatller und Lluis Domenech i Montaner mit der Casa Lleo Morera. Alle drei Prachtbauten haben uns begeistert. Das große Stadthaus Casa Batilo scheint mit seiner formenreichen Fassade einem Märchenbuch entnommen. Die Fassade wurde zu einem symbolischen Kampf des heiligen Georg gegen den Drachen gestaltet.. Auch bei der Casa Amatiler, das eher an ein flämisches neugotisches Haus erinnert, ist der hl. Georg als Drachenkämpfer thematisiert. Reiche Verzierungen, die sich Inneren fortsetzen, verbinden sich mit maurischer Keramik und aufwendigen Holzarbeiten. Das Haus wurde für den Schokoladenfabrikanten Amatller gebaut. Im Inneren des Hauses befindet sich auch ein Verkaufsraum dieser Schokoladenfirma und ein schönes Cafe. Die Casa Lleo Morera kommt mit ihren Mädchenfiguren und den floralen Mustern dem mitteleuropäischen Jugendstil am nächsten. Nach dieser Fülle von Eindrücken hatten wir uns ein Mittagessen verdient Im nahegelegenen Restaurant TAPA TAPA wurden uns einige typische Tapas gereicht. Nach dem Mittagessen holte uns der Bus am Restaurant ab und brachte uns zu einem weiteren Höhepunkt unserer Reise, zur Kathedrale Sagrada Familia.

Der Bau der Sagrada Famila hat 1882 begonnen

Die Unvollendete gilt als das Meisterwerk des Modernismo und ist mit 4,5 Mio. Besuchern im Jahr zu einem Wahrzeichen von Barcelona geworden. Die Bauarbeiten begannen 1882 und sollen 2026 beendet sein. Mit 170 Metern Höhe soll der dann fertiggestellte Mittelturm der höchste Kirchturm der Welt sein. Vor dem Betreten des Kirchengeländes waren strenge Sicherheitskontrollen notwendig. Von außen konnten wir die Weihnachtsfassade, die Passionsfassade und die acht bisher fertig gestellten Türme bewundern. Die Arbeiten im Inneren wurden 2010 abgeschlossen. Das Dach wird von einem Wald aus ungewöhnlichen Säulen gestützt. Die Säulen bestehen aus vier unterschiedlichen Steinarten, die sich in Farbe und Härte unterscheiden. Wir hatten das Glück, dass wir die bei Sonnenlicht die durch die rot, blau, grün und ockerfarben getönten Fenster geschaffene magische Atmosphäre erleben konnten.
Der Tag war noch nicht zu Ende: Wir verabschiedeten uns von unser zweiten Führerin Romina und fuhren zum Park Güell, einem weiteren Meisterwerk von Gaudi. Eusebis Güell beauftragte Gaudi mit der Planung einer Siedlung für wohlhabende Familien auf dem großen Grundstück, das er erworben hatte und das im Volksmund als Montana Pelada (kahler Berg) bezeichnet wurde. Es lag inmitten der Natur und bot eine schöne Aussicht auf das Meer und die Ebene Barcelonas. Dort sollte eine Siedlung nach dem Vorbild der erlesenen britischen Gartenstädte entstehen. Aus vielerlei Gründen gab es aber keine Nachfrage nach den Grundstücken. Die Stadt Barcelona erwarb den Park 1924 und vier Jahre später wurde er als öffentlicher Park für die Städter geöffnet. Er ist heute ein Anziehungspunkt für die Besucher (gegen Eintritt) aus der ganzen Welt. Nachdem die architektonischen Objekte Anfang der 1980 Jahre aufwendig restauriert wurden, erklärte die UNESCO den gesamten Park 1984 zum Welterbe der Menschheit. Es gibt zahlreiche Auslegungen des symbolischen Universums des Parks Güell und seiner Beziehung zum klassischen Griechenland, der christlichen Tradition und Kataloniens.

Wir schlenderten vom Busparkplatz durch den Park und konnten die Casa Larrard, das Wohnhaus der Familie Güell, die vielen Säulensäle, die monumentalen Treppen mit Brunnen, das katalanische Gewölbe und das Wohnhaus des Pförtners am Haupteingang bewundern. Überall verwendet Gaudi seine Trencadis-Technik. Dabei werden die Flächen mit kleinen Keramikscheiben bedeckt, die oft aus Abbruchmaterial oder von nicht mehr benutzten Objekten stammten.

Blick vom Parc Guell über Barcelona

Von einer höher gelegenen Terrasse hatten wir auch einen faszinierenden Blick auf Barcelona und das Mittelmeer. Aus einem handlichen deutschsprachigen Führer, der uns im Eingangsbereich ausgehändigt worden war, konnten wir unterwegs Erklärungen zu den einzelnen Objekte entnehmen. Der Abend stand zur freien Verfügung.

4. Tag, Donnerstag: Auf den Spuren von Salvador Dali und Besichtigung von Girona
Auf den Spuren von Salvador Dali reisten wir am nächsten Tag in das 150 km entfernte Figueres. Unterwegs erzählte uns Laura einiges von der Seele Kataloniens, zu der die Bemühungen Kataloniens zur Unabhängigkeit und natürlich auch der Fußballclub 1. FC Barcelona mit der ewigen Rivalität mit Real Madrid gehört.

Auf dem Weg ins Museum Dali

In Vorbereitung auf den Besuch des Theaters Museum Dali, erfuhren wir unterwegs auch vieles über das Leben und Schaffen des Ausnahmekünstlers. In den Ruinen des im spanischen Bürgerkrieg zerstörten Theaters errichtete Salvador Dali sein Museum. Es zeigt eine breite Auswahl von Werken, die den Werdegang des Malers, ausgehend von seinen ersten künstlerischen Erfahrungen, dem Impressionismus, Futurismus, Kubismus, über seine im Zuge des Surrealismus entstandenen Gemälde und Objekte bis hin zu Werken seines letzten Lebensabschnittes darstellen.

Ehem. Bühnenraum des Theaters von Figueras

Aber auch das Gebäude selbst mit seiner gläsernen Kuppel und dem darunter liegenden Saal, der ehemaligen Bühne des Theaters, ist sehenswert. Laura führte uns sachkundig durch das Museum. Ein deutschsprachiger kleiner Wegweiser und Übersichtsplan ist auch am Eingang erhältlich. Wir machten eine Mittagspause in der kleinen Altstadt von Figueres und fuhren dann weiter nach Girona.
Hier haben die Stadtväter für die Besucher der Altstadt eine kleine Schikane eingebaut. Es ist nämlich seit einigen Wochen jeweils Hin und Zurück ein kleiner Fußmarsch (rund 1,5 km) von den außerhalb gelegenen Busparkplätzen zurückzulegen. Aber der Besuch hat sich gelohnt. Der weitgehend vom Verkehr beruhigte mittelalterliche Stadtkern zählt zu den schönsten in Spanien. Romanik und Gotik sind sehr gut vertreten.

In Girona quert ein von Eiffel konstruierter Steg den Fluss

Beim Hinweg konnten wir die schönen bunten Häuser am Fluss bewundern, den seit 1877 ein von Eiffel konstruierter Fußgängersteg überbrückt. Imposant ist der Aufgang über die monumentale Treppe zur Kathedrale.

Gruppe vor der Kathedrale von Girona, Foto: Frank Schliephake

Wir besichtigten das Innere der Kathedrale mit dem Kreuzgang. Die Kathedrale verfügt über das größte gotische Gewölbe der Welt. Und Girona konnte noch ein besonderes Juwel vorzeigen. Das ehemalige Judenviertel El Call ist eines der besterhaltenen in Europa mit seinen verwinkelten Gassen und engen Treppenwegen.
Wie bei jeder unserer Städtetouren hatten wir an diesem Abend noch ein besonderes gemeinsames Abendessen im Restaurant El Mussol. Es gab ein Katalanisches Mehrgangmenu u.a. einen Salat mit Stockfisch und weißen Bohnen, verschiedene katalanische Würste und gefüllte Champignons mit Schafskäse. Zum Abschluss zeigte uns der Kellner wie Creme Catalane flambiert wird.

5. Tag, Freitag: Ausflug Montserrat, Cava-Kellerei
Auch am nächsten Tag begleitete uns die Frühjahrssonne zu unserem rund 50 km nordwestlich von Barcelona liegenden Ziel; zu Kataloniens Nationalheiligtum, dem Kloster Montserrat. Schon von weitem ist das hohe Bergmassiv Montserrat „zersägter Berg" zu erkennen. Aber erst an Ihrem Fuße – an der Talstation der Bergbahn – lassen sich die gigantischen Felsspitzen, die über Jahrtausende von Wind und Wetter geformt wurden und aus dem 1236 Meter hohen Bergmassiv herausragen, so richtig bewundern.

Zahnrad-Dampflok von 1892 und moderner Triebwagen

Mit der modernen Zahnradbahn fuhren wir zum auf circa 700 m liegenden Kloster Santa Maria de Montserrat.

Kloster Montserrat

Das Klostergebäude besteht aus zwei Gebäudeblöcken, auf der einen Seite die Basilika und die Klostergebäude und auf der anderen Seite Einrichtungen für Besucher und Pilger. Da bei unserer Ankunft gerade eine hl. Messe war, besuchten wir die Basilika einzeln.

Die Schwarze Madonna von Montserrat

Einige von uns reihten sich in die Schlange der Besucher ein, die die Statue der Schwarzen Madonna La Moreneta über dem Hauptaltar in der Basilika sehen wollten. Andere von uns besuchten das Kunst- und Kulturmuseum und waren von den gezeigten Kunstwerken der spanischen, italienischen und französische Malerei aus dem 15. Jh. und katalanischen Werken des Modernisme und von Pablo Picasso gestalteten Plakaten begeistert.

Nur zwei Unentwegte nahmen die auf 970m hinaufführende steilste Standseilbahn Spaniens, um die eher einsame Gipfelregion zu erreichen. Alle gemeinsam lauschten wir dann zum Abschluss unseres Besuches in der Basilika den Chorknaben der Klostermusikschule, die das Lied „virolai", das Loblied auf die Muttergottes von Monserrat sangen. Unser Mittagessen nahmen wir danach im Restaurant des Klosters ein. Danach fuhren wir mit der 2003 - nach 46-jähriger Unterbrechung - neu in Betrieb genommenen Zahnradbahn wieder ins Tal.

Unterwegs zu unserem nächsten Ziel, dem Weingut Pares Balta, konnten wir im Bus noch mehr von dem Chor hören von einer CD, die Laura mitgebracht hatte. Das Weingut liegt im Weinbaugebiet Penedès, dem größten Weinbaugebiet Kataloniens, das in kontrastreicher Landschaft von der Küste bis zu den Bergen reicht. Das Weingut liegt in der Hochburg, in Villafranca del Penedès. Das Weingut selbst umfasst 140 ha und arbeitet auf rein biologischer Basis. Es werden verschiedene Weiß-, Rotweine und Rosato hergestellt. Berühmt aber ist sein Cava, der hochwertige Sekt, der nach der traditionellen Champenoise-Methode hergestellt wird. Wir konnten den Weinkeller besichtigen und uns bei der anschließenden Cava- und Weinprobe von der Qualität überzeugen. Am Abend nutzten einige Teilnehmer die Gelegenheit, auf der Rambla eine Flasche Weißwein aus dem Weinanbaugebiet zu trinken.

6. Tag, Samstag: Zur freien Verfügung
Der freie Samstag wurde von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern intensiv genutzt. Von der Festung auf dem Gipfel des Montjuic bis zur Metro tief unter der Stadt wurde Barcelona kreuz und quer weiter erkundet.

Miro und der Architekt Josep Lluís Sert planten das 1975 eröffnete Museum

Der 1979 von Miro und Josep Royo geschaffene Wandteppich (7,5m x 5m)

Je nach Interesse und Vorbereitung standen Besuche in Museen (z.B. die "Fundació Joan Miró" am Fuße des Montjuïc, des nahegelegenen "Museu Nacional d'Art de Catalunya" oder des Picasso-Museums), im Opernhaus, bedeutenden Bahnhöfen oder Bummel durch die Innenstadt auf dem Programm. 

7. Tag, Sonntag: Rückflug
Am letzten Tag begleitete uns Laura vom Hotel zum Flughafen, wo wir uns von ihr verabschiedeten und uns für die sachkompetente Führung während der Tage bedankten. Da unsere Maschine (Lufthansa A310 „Husum") schon mit deutlicher Verspätung in Barcelona abhob, kamen wir auch in Frankfurt verspätet an, so dass wir den ICE mit den reservierten Plätzen nicht mehr erreichten und eine Stunde später in Koblenz eintrafen. Dies tat der sehr schönen und informativen Studienreise allerdings keinen Abbruch.

Termin: Montag, 17. Februar 2020
Treffpunkt: 6.30 Uhr, Koblenz Hbf, Bahnhofsvorhalle
Rückkunft: Sonntag, 23. Februar 2020
Preis: Mitglieder: 990,00 € p.P. im DZ
Gäste: 1.005,00 € p.P. im DZ
EZ-Zuschlag: 190,00 €

Leistungen:
• Flug mit Lufthansa Frankfurt – Barcelona – Frankfurt
• Zugtransfer Koblenz – Frankfurt Flughafen – Koblenz
• 6 ÜF, 1 x HP im 4-Sterne Hotel Cristal Palace in Barcelona
• Ein gemeinsames Abendessen in Barcelona
• 2 Mittagessen in Barcelona und 1 Mittagessen in Montserrat
• Besuch der Weinkellerei Pares Balta mit Probe und kleinem Imbiss
• Eintritte für Sehenswürdigkeiten laut Programm (circa 85,00 €)
• Deutschsprachige örtliche Reiseleitung an sechs Tagen
• Nutzung Quiet Vox-Audiosystem
• Reiseleitung durch Koblenzer Bildungsverein

Reiseleitung: Jürgen Zahren
Programm- und Hoteländerungen vorbehalten.

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