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Kunst und Kultur in der Wachau

8-tägige Kultur- und Studienreise vom 17. bis 24. Mai 2022

Mit 32 Teilnehmenden startete der Koblenzer Bildungsverein zu einer 8-tägigen Kultur- und Studienreise in die Wachau. Sie gilt als eine der schönsten Natur- und Kulturlandschaften weltweit. Bereits 1955 wurde sie zum Landschaftsschutzgebiet erklärt und im Jahre 2000 in die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommen. Das international renommierte Reisemagazin „National Geographic Traveler Magazin" kürte sie 2008 zu einem der besten Reiseziele auf der Welt. Dies wird schon dadurch belegt, dass wir bei unserer Studienfahrt mehr als zehn kulturelle Sehenswürdigkeiten erleben konnten.
Wir wohnten im familiengeführten 4-Sterne-Hotel Donauhof in Emmersdorf, dem westlichen Tor zur Wachau. Vom Hotel hat man einen Blick über die Donau auf das gegenüber gelegene imposante Benediktinerstift Melk. Von diesem günstigen Ausgangspunkt starteten wir unsere Entdeckungsreise in die Wachau.

Stift Melk © Niederösterreich-Werbung / Michael Liebert, Werbefotograf

1. Tag, Dienstag: Anreise nach Emmersdorf
Anreise über Passau und Linz. Während der Anreise stellte Romy Zahren in unterhaltsamer Form Besonderheiten der Wachau vor: Kulinarische Spezialitäten ebenso, wie die geschichtlichen Besonderheiten und Höhepunkte dieser uralten Kulturregion.
Natürlich kam auch der prominenteste Gefangene der Wachau, Richard Löwenherz, nicht zu kurz. Sein überaus spannendes Leben und die vielen Sagen, die sich um ihn und seinen Aufenthalt in Burg Dürrnstein ranken, machten Appetit auf den Besuch des bekannten Ortes. Zur Begrüßung gab es ein Glas Wachauer Wein, anschließend das gemeinsame Abendessen im Hotel.

2. Tag, Mittwoch: Melk, Schloss Artstetten, Maria Taferl
Wir begannen unseren zweiten Reisetag mit einer Fahrt nach Melk. Hier erwartete uns an der Donaubrücke Schwester Mirjam von der „Gemeinschaft der Seligpreisungen" aus dem Marienheiligtum Langegg. Sie zeigte uns das schöne Städtchen mit der Donaubrücke, dem Hauptplatz, der Pfarrkirche und der „Alten Post", dem schönsten Posthaus Österreichs.

Reisegruppe in Melk

Das Foto zeigt unsere Gruppe auf dem Rathausplatz vor dem Kolomanibrunnen von 1687 mit dem Heiligen Koloman. Schwester Mirjam, die an der TU Wien Architektur studiert hat, begleitete uns bis zum Benediktinerkloster Stift Melk.

Es zählt zu den großartigsten Klosteranlagen Europas, eine Glanzleistung des österreichischen Barocks. Baumeister der 320 m langen Anlage war Jakob Prandtauer. Bei einer Führung wurden uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Klosters gezeigt und wir konnten den herrlichen Rundumblick auf das umliegende Donautal genießen.

Nach dem Mittagessen im Klosterrestaurant fuhren wir weiter zum Schloss Artstetten, das inmitten eines verträumten Parks liegt. Hier wird das Andenken an Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand bewahrt. Bei einer Führung durch die 30 Schlossräume wurden wir anhand zahlreicher Dokumente und persönlicher Gegenständen mit dem Leben des Erzherzoges vertraut gemacht. In der Gruft befinden sich die schlichten Marmorsarkophage des Thronfolger-Ehepaares.

Wallfahrtskirche Maria Taferl © Bwag/Wikimedia [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Unser nächstes Ziel war Maria Taferl, der bedeutendste Wallfahrtsort Niederösterreichs. Hoch über dem Donautal gelegen, bietet Maria Taferl bei klarer Sicht einen einzigartigen Panoramablick bis zu den Alpen. In der barocken Basilika haben sich u.a. Barockbaumeister Jakob Prandtauer sowie der berühmte „Kremser Schmidt" eindrucksvoll verewigt. Das Herzstück der Wallfahrtskapelle ist der barocke Hochaltar, der in den Jahren 1732–39 entstand.
Nach unserer Rückfahrt zum Hotel erwartete uns dort eine kleine Weinprobe, durch die uns der Chef des Hauses begleitete.

3. Tag, Donnerstag: Burgruine Aggstein, Stift Göttweig, Krems
Am heutigen Tag konnten wir unseren Reiseführer für die nächsten Tage begrüßen, der uns mit vielen Geschichten aus der Wachau durch das Programm führte.

Burg Aggstein

Zunächst ging es zur Burgruine Aggstein, dem bekanntesten Bauwerk am Südufer der Donau in der Wachau. Wie ein Falkennest hockt die ehemalige Festung hoch über dem Donautal. Unser Reiseleiter versetzte uns in die Welt des Mittelalters und brachte uns bei der Erzählung der Legende des Raubritters Scheck vom Wald ins Gruseln. Die Ausblicke von der Burgruine auf das Donautal und das gegenüberliegende Waldviertel waren fantastisch.

Stiftskirche Göttweig

Unser nächstes Ziel war das Benediktinerstift Göttweig, das in 422 m Seehöhe am östlichen Rand des Donautales der Wachau thront. Seit 2001 Weltkulturerbe ist es ein spirituelles Zentrum im Herzen Niederösterreichs, getragen von einer Gemeinschaft von etwa 45 Mönchen. Das Kloster – aufgrund seiner großartigen Berg Lage auch das „Österreichische Montecassino" genannt – wurde 1083 als Kloster für eine Kanoniker-Gemeinschaft gegründet, die nach den Augustinus-Regeln lebte. Nach einem verheerenden Brand wurde 1720 der barocke Neubau des Stiftes notwendig.

Decke der Kaiserstiege in Göttweig

Im Museum im Kaisertrakt erlebten wir die barocke Pracht wie die monumentale Kaiserstiege mit dem Deckenfresko von Paul Trogers aus dem Jahr 1739. Die Kaiserstiege zählt zu den schönsten und größten barocken Treppenhäusern Europas. Im Stiftsrestaurant Göttweig konnten wir bei einem gemeinsamen Mittagessen Spezialitäten aus der Region genießen.

Steiner Tor, Krems an der Donau © Bwag/Wikimedia [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Weiter ging es in die Stadt Krems, die eine Fülle alter Bürgerhäuser von der Gotik bis zum Biedermeier aufweist. Neben der einzigartigen Altstadt ist vor allem die Kunstmeile Krems mit der Kunsthalle und dem Karikaturenmuseum sehenswert. Wir besuchten gemeinsam das Museum Krems im ehemaligen Dominikanerkloster, das umfangreiche Sammlungen, unter anderem eine Auswahl an Wachaugemälden des Malers Martin Johann Schmitt, genannt Kremser Schmidt, enthält. Danach erlebten wir eine umfangreiche Kellerführung in der berühmten Marillen-Destillerie Bailoni in Krems mit anschließender Schnaps- und Likörprobe. Rückfahrt und Abendessen im Hotel.

4. Tag, Freitag: Kamptal
Heute lernten wir bei einer Fahrt durch das Kamptal eines der romantischsten Flusstäler Oberösterreichs kennen.

Schloss Rosenburg © Bwag/Wikimedia [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Wir erreichten zunächst das mächtige Renaissanceschloss Rosenburg, das auf einem mächtigen Felsen über dem Kamptal thront. Es besitzt den größten Turnierhof Europas. Hier hatten wir die Gelegenheit an einer Greifvogelschau teilzunehmen. Das Mittagessen nahmen wir in dem kleinen Städtchen Horn ein.

Anschließend fuhren wir weiter zur Benediktinerabtei Stift Altenburg. Das Barockjuwel des Waldviertels beinhaltet reichen Freskenschmuck des Südtiroler Malers Paul Troger. Archäologische Grabungen legten das „Kloster unter dem Kloster" mit Resten der mittelalterlichen Anlage frei, die unter dem barocken Prunkbau verborgen lagen. Bei unserer Rückfahrt erlebten wir eine beeindruckende Führung durch das Weingut der Winzer Krems, Sandgrube 13, bei der am Ende eine kleine Weinprobe nicht fehlen durfte. Abendessen im Hotel.

5. Tag, Samstag: Zur freien Verfügung
Zur freien Verfügung. Die meisten von uns unternahmen eine Fahrt mit einem Donauschiff nach Krems, um dort zu bummeln, einzukaufen, das Karikaturmuseum zu besuchen und von dem Schiff aus das herrliche Panorama mit den vorbeigleitenden Sehenswürdigkeiten zu genießen.

6. Tag, Sonntag: Venus von Willendorf, Dürnstein
Am Sonntag war unser erstes Ziel die reizvolle, am linken Donauufer gelegene Gemeinde Aggsbach. Zur Berühmtheit gelangte der kleine Ort durch einen bedeutenden archäologischen Fund in der Ortschaft Willendorf. 1908 wurde die nur 11 Zentimeter große „Venus von Willendorf" gefunden. Die kleine Statue 25.000 Jahre alt war wahrscheinlich das Schönheitsideal einer ganzen Epoche der Menschheitsgeschichte. Das Original befindet sich im Naturhistorischen Museum in Wien. Wir durften eine Nachbildung der am Fundort 1,4 m hohe Statue bewundern. Eine Führerin machte uns am Fundort und im naheliegenden Museum mit der spannenden Geschichte des Fundes vertraut.

Weiter ging es nach Dürnstein, dem wohl bekanntesten Ort in der Wachau. Das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift Dürnstein, dass wir im Rahmen einer Führung besichtigten, gilt mit seinem markanten blau-weißen barocken Kirchturm als Wahrzeichen der Wachau. In der Altstadt formen Gotik, Renaissance und Barock ein unvergleichliches Stadtensemble. Vom Donauufer und dem „Malerwinkel", in dem früher die Landschaftsmaler ihre Staffeleien aufbauten, durch das „Traunergassl" führte der Weg bergan in den Hof und zur Kirche des Augustiner-Chorherrenstiftes, einem einzigartigen Barockjuwel. Bekannt ist Dürnstein auch durch seine Burg, in der einst der englische König Richard Löwenherz inhaftiert war. Für das üppige Lösegeld, das Herzog Leopold V. für die Freilassung des englischen Königs erhielt, wurde unter anderem Wiener Neustadt (etwa 50 km südlich von Wien) erbaut. Wir hatten die Gelegenheit den Ort auf eigene Faust zu erkunden und ein Mittagessen zu uns zu nehmen

Bei der Rückfahrt machten wir noch eine Pause in Weißkirchen, einem malerischen Winzerort mit stolzen Bürgerhäusern und sonnigen Weingärten. Leider war die beeindruckende Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt wegen Renovierung geschlossen. Viele von uns genossen dennoch zum Abschluss ein Glas Grüner Veltliner in einem der zahlreichen Heurigenlokale. Abendessen im Hotel.

7. Tag, Montag: Schallaburg, Pöchlarn
Der letzte Tag brachte nochmals einige Höhepunkte, zunächst den Besuch des Renaissanceschlosses Schallaburg. Wo das Mostviertel an die Wachau grenzt, ragt von einer Hügelkuppe die Schallaburg weit in die umgebene Landschaft hinein. Das Kulturjuwel bietet mit seiner architektonisch einzigartigen Zusammensetzung und seinen jährlich wechselnden Ausstellungen eine Bühne für lebendige Zeitreisen zu fremden Kulturen. In zwei Gruppen wurden wir durch die beeindruckende Sonderausstellung „Reiternomaden in Europa" geführt. Wir hefteten uns an die Fersen der Nomaden des Donauraumes und folgten ihren Spuren bis in die Gegenwart. Leider war zu wenig Zeit, um das Schloss selbst und seinen berühmten Garten noch näher kennenzulernen. Weiter ging es nach Pöchlarn, das „Kastell Arelape" der Römer. Der Sage nach hat Markgraf Rüdiger von Bechelaren, Lehensmann des Hunnenkönigs Attila, seine Tochter Dietlinde mit dem Wormser König Giselher an diesem Ort verlobt.
Wir besuchten das Oskar-Kokoschka-Haus. Die Leiterin des Museums gab uns einen umfangreichen Einblick in das Leben und Werk des großen Expressionisten, Dichters und Grafikers, der 1886 in Pöchlarn geboren wurde. Auch hier gab es eine Sonderausstellung, die sich mit dem wichtigen Thema Kind beschäftigte, mit dem sich der Künstler zeit seines Lebens nicht nur auf Grund seiner großen Liebe zu Alma Mahler auseinandersetzte.
Nach dem Mittagessen verabschiedeten und bedankten uns bei unserem Fremdenführer, der uns mehrere Tage mit viel Humor begleitet hatte.

Rückfahrt zum Hotel. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Den Abend beschlossen wir mit einem Heurigenabend im urigen Heurigen „Haferkast'n" im Schloss Luberegg.

8. Tag, Dientag: Rückfahrt nach Koblenz
Herzlich bedankt haben wir uns am letzten Tag bei unserem Busfahrer Jan, der nicht nur ein sehr guter Fahrer ist, sondern sich auch in hervorragender Weise um das Programm mit seinen Führungen, Eintritten usw. kümmerte und durch seine Freundlichkeit zum Gelingen der Fahrt einen erheblichen Beitrag leistete.

Termin: Dienstag, 17. Mai 2022
Abfahrt:
7:30 Uhr, Koblenz, Reisebusbahnhof (Sparda-Bank)
Rückkunft:
Dienstag, 24. Mai 2022, gegen 19:30 Uhr

Preis:
Mitglieder: 1.049,00 € p.P. im DZ;
Gäste:         1.064,00 € p.P. im DZ;
EZ-Zuschlag: 109,00 €

Leistungen:
• Fahrt mit modernem Fernreisebus
• 7 ÜF und HP im familiengeführten 4-Sterne-Hotel Donauhof in Emmersdorf
• 6x 3-Gang Wahlmenü und Salatbuffet
• Ganztägige örtliche Reiseleitung an fünf Tagen
• Führungen und Eintritte laut Programm
• Weinprobe im Hotel und bei Winzer Krems
• Mittagessen im Gasthof Stift Göttweig
• Reiseleitung durch Koblenzer Bildungsverein

 

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