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Natur und Kultur im Burgenland

9-tägige Kultur- und Studienreise
vom 13. Mai bis 21. Mai 2018

Mit der Aufnahme in die Weltkulturerbeliste vom Dezember 2001 ist die Landschaft des Neusiedler Sees mit ihren beschaulichen Ortschaften, Kulturgütern und Naturwerten als Kulturlandschaft von „außergewöhnlichem und universellem Wert" ausgezeichnet worden. Sie liegt überwiegend im Burgenland, seit 1921 jüngstes Bundesland Österreichs, zum kleinen Teil im ungarischen Gebiet um die Stadt Sopron (Ödenburg). In Sopron und in acht umliegenden Orten fand im Dezember 1921 eine umstrittene Volksabstimmung statt, die 65,1 Prozent der Stimmen für Ungarn ergaben. Die fünf Gemeinden Agendorf, Harkau, Kroisbach, Wandorf und Wolfs, die mit Mehrheit für Österreich gestimmt hatten, blieben gleichwohl bei Ungarn.
Prägend für das Gebiet war seit dem Mittelalter die Familie Esterházy (ungarisch Eszterháza). Im Jahre 1687 erhob sie Kaiser Leopold zum Dank für die Beteiligung beim Kampf gegen die türkische Fremdherrschaft in den Reichsfürstenstand. Die Esterházy erbauten in der Doppelmonarchie über 60 Schlösser, aber auch 110 Kirchen sowie Schulen und Pensionshäuser. 1947 wurde der ungarische Zweig der Familie von den Kommunisten enteignet.

Die letzten beiden Tage unserer Reise waren der slowakischen Hauptstadt Bratislava gewidmet. Auch sie hatte eine wechselvolle Geschichte. Das deutschsprachige Pressburg, ungarisch Pozsony (sprich Posson), wurde nach türkischer Besetzung von Buda zur Hauptstadt Ungarns von 1526 bis 1848. Den slowakischen Namen Bratislava bekam die Stadt im Jahr 1918. Erstmals war sie Hauptstadt und zwar der von März 1939 bis Kriegsende „selbständigen" Slowakei – einem Vasallenstaat von Hitlers Gnaden mit dem abtrünnigen Priester Jozef Tiso als Ministerpräsident, ab 1942 „Führer und Präsident".
Seit der friedlichen Trennung der Slowakei von Tschechien zum 1. Januar 1993 ist Bratislava wieder Hauptstadt des neu gegründeten Staates Slowakei. Die Slowakei ist seit 2004 Mitglied der EU und hat 2009 den Euro eingeführt.

1. Tag, Sonntag: Anreise nach Gols
Mit unserem bewährten Busfahrer Jakob Hauprichs reisten wir zügig – vorbei an Regensburg Passau, Linz und Wien – nach Gols am Ostufer des Neusiedler Sees. Mit 120 voll erwerbstätigen Winzern ist Gols die größte Weinbaugemeinde Österreichs.

Gols, Landhotel und Restaurant Birkenhof

Unser Quartier für die nächsten sieben Tage wurde das Landhaushotel Birkenhof unter familiärer Leitung, ruhig gelegen und mit ausgezeichneter regionaler Küche; freundliche und höfliche Kellner aus Ungarn bedienten uns. Die Speisekarte ließ nichts zu wünschen übrig.

2. Tag, Montag: Eisenstadt und Burg Forchtenstein
Während der nächsten drei Tage führte uns Frau Ursula Pammer-Mungitsch („nennt mich Uschi!"), eine äußerst belesene Fremdenführerin. Am Vormittag wandelten wir in Eisenstadt – seit 1925 Hauptstadt des Burgenlandes – auf den Spuren des großen Komponisten Joseph Haydn.

Eisenstadt, Bergkirche

In der Kalvarienbergkirche sahen wir das Haydnmausoleum, in welchem der 1809 verstorbene Musiker begraben liegt. Der Kalvarienberg enthält eine einmalige Sammlung von 200 Holz- und Steinfiguren aus der biblischen Geschichte.

Eisenstadt, Schloss Esterházy

Wir besichtigten das Schloss Esterházy, eines der schönsten Barockschlösser Österreichs, das mehr als dreißig Jahre hindurch Wirkungsstätte des Komponisten Josef Haydn war. Das Schloss war bis 2009 Sitz der burgenländischen Landesregierung und ist seitdem für die Öffentlichkeit zugänglich. Wir besuchten eine Ausstellung, die eindrucksvoll und lebendig die Geschichte des Musikgenies Joseph Haydn und die Musikpflege, Festkultur und Lebensart der Familie Esterházy erzählt.

Eisenstadt, In der Schatzkammer des Schlosses

Das Weinmuseum in den ausgedehnten Kellergewölben des Schlosses enthält rund 700 Ausstellungsstücke zur Geschichte des Weinbaus, u.a. historische Fässer und die älteste Baumpresse des Burgenlandes. Schon 1666 konnte der Keller 1000 Eimer Wein (heute ~280 Fuder) aufnehmen. Einige Teilnehmer nutzten die Mittagszeit zu einem Bummel durch die Altstadt mit Besichtigung der Domkirche St. Martin und des Rathauses.

Burg Forchtenstein

Der Nachmittag war der Burg Forchtenstein gewidmet, einem mächtiges Bau- und Bollwerk und eines der bedeutendsten Wahrzeichen des Burgenlandes. Sie ist seit 1622 im Besitze der Esterházy. Bei einer Führung mit Uschi entdecken wir die Sehenswürdigkeiten dieses barocken Schlosses u.a. den innersten Burghof mit den flächenmäßig größten Secco-Wandmalereien nördlich der Alpen, den historischen Burgbrunnen, das Oratorium, die Burgkapelle und die Burgküche, die Esterházy-Ahnengalerie und zahlreiche Ausstellungsstücke wie Waffen oder Uniformen. Darunter auch erbeutete preußische Uniformen, Waffen oder sogar ein Mannschaftszelt aus dem siebenjährigen Krieg.

3. Tag, Dienstag: Wien, die Kaiserresidenz der Habsburger
Fahrt mit Hindernissen (etwa eine Stunde Stau) mit Uschi in das leider total verregnete Wien. Unsere erste Station war in der Kegelgasse das Friedensreich Hundertwasserhaus mit Kunstgalerie, einem Dorfplatz als Verkaufsstätte und für Besucher nicht zugänglichen Wohnungen. Eine Auffrischung des Anstrichs täte dem Gebäude dringend gut. Es folgte eine Rundfahrt über die Ringstraße, eine der schönsten Prachtstraßen der Welt. Ein Innenstadt-Spaziergang führte uns zu etlichen Wiener Sehenswürdigkeiten u.a. durch das mittelalterliche Wien, das jüdische Wien, zur Hofburg mit Lipizzaner-Reitschule und zur Albertina (Kunstmuseum), zur Staatsoper, Stephansdom, Mozarthaus und das Wien der Biedermeierzeit sowie berühmte Stadtpalais und zum Abschluss zur Kapuzinergruft, Grablege für 138 Verstorbene, darunter zwölf Kaiser und 19 Kaiserinnen der Häuser Habsburg bzw. Habsburg-Lothringen. Nach der Mittagspause u.a. im historischen Augustinerkeller erfolgte die Weiterfahrt über Naschmarkt/Wienzeile nach Schönbrunn, der imperialen Sommerresidenz der Habsburger.

Wien, Schloss Schönbrunn

Wir besichtigten die Schauräume per Audioguide, mit denen sich nicht jeder anfreunden kann. Nachteilig war die fast völlig fehlende Beschriftung bei Gemälden und Ausstellungsstücken. Gleichwohl vermittelte die Ausstellung einen Eindruck vom Luxus, in dem die Kaiserfamilie lebte. Auf den Gang durch den Schlosspark zur Gloriette verzichteten wir wegen des unsicheren Wetters.

4. Tag, Mittwoch: Rund um den Neusiedler See, Fertöd
Fahrt ab Gols mit Uschi durch das UNESCO-Welterbe Neusiedler See, durch den Seewinkel über die Lange Lacke zum Eszterháza-Schloss in Fertöd/Ungarn. Auf der Schlosstreppe stellten wir uns zunächst zum obligatorischen Gruppenfoto auf.

Fertöd, Reisegruppe

Wir genossen eine eindrucksvolle Führung mit der jungen Alexandra Fleischhacker. Nikolaus Fürst Eszterháza baute das ehemalige im 18. Jahrhundert zu einer Sommerresidenz aus; es zählt zu den schönsten Rokokoschlössern Ungarns und wird auch das ungarische Versailles genannt. Der Komponist Joseph Haydn verbrachte dort viele Jahre als Hofkomponist und schuf in Fertöd eine Vielzahl seiner Werke. Eine Statue im Garten erinnert an ihn. Nach dem II. Weltkrieg wurden die in Ungarn gelegenen Besitztümer der Familie enteignet und die Russen hausten in Fertöd. Bilder und Möbel verschwanden, in der Halle war eine Kfz-Reparaturwerkstätte. Langsam und gründlich wurde bislang der als Museum ausgestaltete Mittelteil des Schlosses renoviert; im Prunksaal gefallen die Deckengemälde und die vergoldete Rokoko-Ornamentik. Der jetzige Repräsentant der Familie darf wieder hier wohnen, wenn er auch sein Eigentum nicht zurück erhält.

Geleitet wieder von Uschi fuhren wir durch die ungarischen Dörfer am See und vorbei an Sopron (Ödenburg) zu dem bescheidenen Grenzübergang südlich St. Margarethen, das Tor zur Freiheit genannt. Hier wurde am 19. August 1989 Weltgeschichte geschrieben.

Sopron: Das paneuropäische Frühstück wurde zum Tor der Freiheit

An der Österreichisch-Ungarischen Grenze sollte „nur" eine Friedensdemonstration stattfinden und ein Grenztor symbolisch geöffnet werden. Doch das hatte sich zeitig herumgesprochen und über 600 DDR-Bürger drückten das nicht sehr stabile Holztor ein, auf zum Weg in die Freiheit. Der ungarische Grenzoffizier bekam keine Telefonverbindung zu seinen Vorgesetzten und ließ es geschehen, da er nicht auf unbewaffnete Zivilisten schießen lasse. Eine Skulptur in Form einer geöffneten Tür, ein Denkmal und Schautafeln erinnern an das damalige Geschehen.
Der Nachmittag war der Freistadt Rust gewidmet. Stadtführer Gerald Szivacz zeigte uns die historischen Altstadt mit der Stadtbefestigung aus dem 16/17. Jh. und sehenswerten Bürgerhäusern im Renaissance- und Barockstil.

Rust, Marktplatz

Er erläuterte auch die Entwicklung von Rust vom Fischerdorf zur königlichen Freistadt unter Kaiser Leopold (1681).

Rust, Fischerkirche

Ein besonderes Kleinod ist die Fischerkirche mit ihren erst 1938/1949 frei gelegten Fresken aus dem 15. Jh. mit Motiven aus der biblischen Geschichte.

Rust, Fischerkapelle

Die Kirche wurde gestiftet von Königin Maria von Ungarn als Dank für die Errettung aus Seenot (13. Jh.). Auf zahlreichen Häusern in Rust sahen wir bewohnte Storchennester. Weiter ging es zum beschaulichen Ort Mörbisch, jedes Jahr Austragungsort von Seefestspielen. Die Bühne für die diesjährige Aufführung der „Gräfin Mariza" wurde gerade aufgebaut. Es schloss sich an Purbach mit historischer Altstadt sowie gut erhaltener Stadtbefestigung mit drei Stadttoren aus dem 17. Jh. Uschi zeigte uns auch den Purbacher Türken, einer Figur die aus einem Kamin schaut. Als Purbach 1532 von den Türken geplündert wurde, betrank er sich, verpasste so den Abzug der Plünderer und versteckte er sich in einem Kamin. Nach Entdeckung konvertierte er und wurde Knecht bei dem Hausbesitzer. Fünfzig gut erhaltene Weinkeller liegen in der Historischen Kellergasse. Leider wurde unsere Einkehr in einem Gastgarten gestört durch einen Platzregen. Zurück im Hotel verabschiedeten wir uns von Uschi, die uns drei Tage lang treu geführt hatte.

5. Tag, Donnerstag, 17. Mai: Basilika „Maria auf der Heide", Schloss Halbturn
Zunächst besichtigten wir in Abweichung vom Programm wegen einer Messe in der Basilika das 1711 erbaute barocke Schloss Halbturn, einst Jagdschloss und Sommerresidenz des österreichischen Kaiserhauses mit einem herrlichen Park mit zahlreichen Skulpturen . Es gilt als der bedeutendste Barockbau des Burgenlandes. Dem Schloss ist das Weingut Schloss Halbturn angeschlossen. Rundgang durch das Schloss und die dortige aktuelle Ausstellung „Geheimnisvolles Morgenland".

Frauenkirchen, Basilika mit Mariensäule

Weiterfahrt nach Frauenkirchen zur barocken Basilika „Maria auf der Heide" im nahen Franziskaner-Kloster, dem geistigen und religiösen Zentrum am Ostufer des Neusiedler Sees.

Frauenkirchen, Kalvarienberg

Neben der Basilika liegt der Kalvarienberg mit seiner mystischen Kreuzigungsgruppe, das Ziel vieler Wallfahrer, bevor sie durch das Pilgertor feierlich in die Basilika einziehen. Unsere Führung in der Basilika übernahm Pater Lackner.

Illmitz, Verkostung im Weinlaubenhof der Familie Kracher

Anschließend erwartet uns im Weinlaubenhof der Winzerfamilie Kracher in Illmitz eine Verkostung burgenländischer Weine, kenntnisreich kommentiert von Sarah Deutsch und der Mitbesitzerin Yvonne Kracher. Wir verkosteten u.a. Welschriesling, Zweigelt, Chardonay oder Grünen Veltliner. Geboten wurde zur Weinprobe eine Jause mit regionalen Spezialitäten.
Danach unternahmen wir eine einstündige Fahrt mit dem Schiff ab Illmitz über den südlichen Teil des Sees – mit Blick auf das ungarische Fertörákos (Kroisbach) – bei der wir die zahlreiche Seevögel im Schilf beobachten konnten. Danach schlossen wir unsere Erkundung ab mit einer Kutschenfahrt zu den Zicklacken (Zick = ungarisch Szik = Soda) sodahaltige flache Laken, deren Wasserführung nur durch Regen oder Verdunstung geregelt wird. Kutscher Josef zeigte uns zahlreiche teils geschützte Tierarten, die sich von unserer pferdebespannten Kutsche keineswegs stören ließen: weiße Esel, Wasserbüffel, Fasane, Kiebitze, Graugänse, Rebhühner, Stelzenläufer und sogar einen rüttelnden Falken. Eine kurze Einkehr in der Weinwirtschaft Gangl in Illmitz rundete dieses Erlebnis ab.

6. Tag, Freitag: Römerstadt Carnuntum und Schloß Hof
Wir fuhren ins Römerland Carnuntum beim Ort Petronell, wo wir die umfangreichsten Ausgrabungen der Römerzeit in Mitteleuropa bestaunen können Als sach- und geschichtskundige Führerin begleitete uns Frau Claudia Hoff.

Carnuntum, Bedeutende Stadt der röm. Provinz Pannonia superior

Die ehemalige Stadt Carnuntum mit ca. 50.000 Einwohnern war zeitweise die Hauptstadt Oberpannoniens. Gegründet bald nach Christi Geburt mit mehrmaligen Umbauten und Zerstörungen bis um 400 n. Chr. Garnison der XIV. und XV. Legion. Vier Gebäude davon wurden im Originalzustand wieder aufgebaut und gewähren einen Blick in die römische Gesellschaft. Bei einer Führung lernten wir das Römische Stadtviertel mit dem Heidentor und das Amphitheater der Zivil - und Militärstadt kennen sowie Festsäle, Speiseräume, eine Bäckerei, Handwerkerstände, beheizte Baderäume und ... eine altrömische Toilette.
Weiterfahrt nach Schloss Hof. Nach dem Mittagessen im nahegelegenen Gasthof Prinz Eugen besuchten wir die Sommerresidenz des Prinz Eugen, die größte Landschlossanlage Österreichs.

Schloss Hof

Neben dem prunkvollen Schloss gibt es einen einzigartigen Barockgarten und den idyllischen Gutshof. Malte Stender führte unsere Gruppe durch die prachtvollen Appartements mit kostbaren Möbeln, erlesenen Textilien und zeigte auch die Appartement für Maria Theresia, die hier öfters zu Besuch war.

7. Tag, Samstag: Bratislava
Fahrt nach Bratislava (Pressburg), seit 1993 wieder Hauptstadt der Slowakei. Die aufblühende Stadt ist weltweit die einzige Hauptstadt, die an einem Dreiländereck positioniert ist – zwischen der Slowakei, Österreich und Ungarn.

Bratislava, Dom St. Martin

Bei einem Stadtrundgang mit Viera Meliskova lernten wir die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt kennen: Hauptplatz (Hlavné námestie), Altes Rathaus, Primatialpalast (dort wurde 1805 der Friede von Pressburg geschlossen), Michaeltor (letztes erhaltenes Stadttor), Franziskanerkirche, Dom St. Martin (Krönungskirche für acht ungarische Könige), Slowakisches Nationaltheater und Academia Istropolitana. Besonders wies uns Viera hin auf zwei Figuren: Hubert, den napoleonischen Soldaten vor der frz. Botschaft: Hubert soll sich in eine slowakische Schöne verliebt haben, desertiert sein und fortan in Bratislava Schampus gebraut haben.

Bratislava, Cumil

Wer den Helm von Čumil, dem aus einem Kanalrost herausschauenden Gaffer berührt, kommt wieder nach Bratislava; viele sollen aber bereits wie „Hans Guck in die Luft" über ihn gestolpert sein. Ein quirliges Leben zog sich durch die Altstadt, ungezählt die Zahl der Bier- und Weinlokale – und abends der Table-Dance-Lokale und Thai-Massage-Salons (unsere Teilnehmer machten in letzteren keine Besuche). Als städtebauliche Sünde möchte ich die Zufahrtsstraße von Kittsee (Österreich) über Petržalka (Engerau) über die Donaubrücke bezeichnen, die eine Straßenschlucht quer durch die Altstadt hart an der Westfassade des Doms St. Martin geschlagen hat. (Aber dazu braucht es keine kommunistische Regierung; siehe die Schneisen durch Koblenz: B9 / Römerstraße, Ebertring und B 42 durch Ehrenbreitstein.)

Bratislava, Michaeltor

Der Nachmittag und der Abend standen zur freien Verfügung, den einige auch zum Einkaufsbummel nutzten. Die Reiseleitung und einige aus der Gruppe genossen in der Gaststätte „Zylinder" Tafelspitz auf slowakische Art: Mark aus dem die Brühe gekocht wurde, Rinderbrühe in welcher der Tafelspitz gesotten wurde und anschließend Tafelspitz mit siebenerlei Gewürzen und Beilagen (so u.a. Spinat und Apfelmeerrettich).
Wir übernachteten im gepflegten Falkensteiner-Hotel Bratislava in der Pilánikova, bestes Frühstück, (fast) nur ruhige Zimmer, nahe der Altstadt gelegen. Nur eine englische Randalierergruppe hatte die Hotelleitung nicht im Griff; zum Glück lebten sie sich in der Hotelbar aus und waren in den Zimmern nicht zu hören.

8. Tag Pfingstsonntag, 20. Mai: Stadtrundfahrt Bratislava und Burg Devín
Auf der Stadtrundfahrt mit unserem Bus zeigte uns Fremdenführerin Andrea Turanova weitere Sehenswürdigkeiten, so die Burg von Bratislava mit dem Denkmal von Svätopluk, dem Herrscher des großmährischen Reiches (9./10. Jh.) und das Denkmal Slavin, von dem aus wir eine herrliche Aussicht über Bratislava genossen. Weiterfahrt mit Andrea an der Donau entlang zu den südlichen Ausläufern der Karpaten, wo sich auf einem Gipfel am Zusammenfluss von Donau und March die Burgruine Devín (Theben) erhebt. Sie war nacheinander keltische, römische und slawische Siedlung und wurde im Jahr 1809 durch napoleonische Soldaten gesprengt. Im Keller der Burg befindet sich eine reich bebilderte Ausstellung zur Geschichte der Slowakei mit Schautafeln in slowakischer und englischer Sprache. Die meisten unserer Gruppe erklommen trotz großer Hitze die Burgruine auf dem Berg und genossen einen einzigartigen Blick auf die March-Auen und das benachbarte Österreich. Von Hohenau bis Devin bildet die March (Morava) die Grenze zwischen Niederösterreich und der Slovakei. Ein nachdenklich stimmendes Denkmal erinnert an die etwa 400 Menschen, die hier von den Kommunisten beim Versuch der Flucht in die Freiheit ermordet wurden. Niemand wurde je dafür zur Verantwortung gezogen.

Bratislava, Umzug zur Erinnerung an 1815

Am Pfingstsonntag fand die alljährliche Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig (1815) statt, an der Vereine in historischen Uniformen teilnehmen. Der Nachmittag und Abend standen zur freien Verfügung; einige aßen wieder im „Zylinder", andere genossen im „Korso" die gute slowakische Küche. Ob unsere Mitglieder so „zugeschlagen" hatten? Am Sonntag gab es im „Zylinder" kein Tafelspitz mehr und im „Korso" kein Wiener Schnitzel.

9. Tag, Pfingstmontag: Rückreise
Nach einem ausgiebigen Frühstück legte Jakob mit uns die 909 Kilometer lange Strecke nach Koblenz überraschend flüssig zurück - ohne die aufgrund des Pfingst-Rückreise-Verkehrs befürchteten Staus. Mit entsprechenden Pausen zum Mittagessen und Kaffee trinken mit und für unseren Busfahrer Jakob, der an der Raststätte Seligenstadt abgelöst wurde, waren wir um 19.15 Uhr wieder in Koblenz.

Bericht: Hans-Jürgen Wenzel, Fotos: Frank Schliephake und H.-J. Wenzel

Termin: Sonntag, 13. Mai 2018, 6.00 Uhr, Koblenz (Reisebusbahnhof)
Rückkunft: Montag, 21. Mai 2018 gegen 20 Uhr
Preis: Mitglieder: 1100,00 € p.P. im DZ; Gäste: 1.115,00 € p.P. im DZ
EZ-Zuschlag: 134,00 €
Leistungen:
• Fahrt mit modernem Fernreisebus
• 6 ÜHP im 4-Sterne Hotel Birkenhof in Gols
• 2 ÜF im 4-Sterne Falkensteiner Hotel in Bratislava
• 3 Tage ganztägige örtliche Reiseleitung: Neusiedler See, Wien
• Führungen und Eintritte laut Programm
• Weinprobe mit Imbiss im Weinlaubenhof der Familie Kracher
• Schifffahrt auf dem Neusiedler See
• Kutschfahrt durch den Nationalpark
• Mittagessen im Gasthof Prinz Eugen, Schloss Hof
• Reiseleitung durch Koblenzer Bildungsverein

Leitung: Hans-Jürgen Wenzel, Jürgen Zahren

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