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Ein Tag im Siebengebirge

Arboretum Härle, Fahrt mit Drachenfelsbahn, Schloss Drachenburg
Samstag, 13. Oktober 2018

Bei ungewöhnlich sommerlichem Wetter starteten 42 Mitglieder und Gäste am nebelfreien Morgen in Koblenz. Mit Alois Rötsch von der Firma Römer-Reisen ging es auf der B42 rechtsrheinisch staufrei bis nach Bonn-Oberkassel. Im Ort werden die Sträßchen immer enger und die sehr schmale Abzweigung zum Sportplatz stellte eine besondere Herausforderung dar. Nach einem Fußweg von knapp 500m erreichten wir das erste Ziel unserer Tagesfahrt, das Arboretum Park Härle. Im Jahr 1870 hatte der Direktor der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft, Franz Carl Rennen,  auf einem rund sieben Hektar großen Grundstück ein großes Landhaus im englischen Fachwerkstil errichten lassen und mit der Anlage eines Parks begonnen. Ab 1921 wurde die Anlage vom neuen Eigentümer, dem Juristen Dr. Carl Härle, durch Pflanzung besonderer Bäume und Sträucher erweitert.

Arboretum, Im alten Park

Der Park ist gegliedert in den Alten Park, um die im Stil der Neuen Sachlichkeit umgebaute ehemalige Villa von Carl Härle und ein in den 1960er Jahren von seinen beiden Töchter errichteten modernen Wohnhaus.

Arboretum, Begrüssung der Gruppe

Hier wurden wir vom Technischen Leiter der „Stiftung Arboretum Park Härle", Dipl-Ing. Michael Dreisvogt begrüßt, der uns bei einer gut eineinhalbstündigen Führung sowohl die Geschichte der Anlage, als auch eine Vielzahl der Pflanzen, Sträucher und Bäume vorstellte und eine Vielzahl von Fragen der Teilnehmer beantwortete.

Arboretum, Gruppe mit See und Rabenley

Auf dem Areal einer von der Familie Härle betriebenen Gärtnerei befindet sich der Neue Park. Dieser geht über in einen unterhalb der vierspurigen B42 gelegenen extensiven Waldpark mit Streuobstwiese und See (Maar).

Arboretum, Im neuen Park

Das Arboretum mit seinen über 800 verschiedenen Bäumen und Sträuchern wird von einer kleinen Schar von Mitarbeitern, aber auch ehrenamtlichen Helfern, betreut, gepflegt und immer wieder umgestaltet. Da die Stiftung für den Eintritt und die Führung keine Gebühren erhebt, sind Spenden immer sehr willkommen.

Nach dem Rückweg zum Parkplatz ging es mit dem Bus durch Oberkassel und Königswinter zum Mittagessen im unmittelbar am Rhein gelegenen Alten Fährhaus.

Königswinter, Altes Fährhaus

Das traumhafte Wetter erlaubte die Nutzung der Sonnenterrasse und innerhalb kürzester Zeit hatten alle Gäste das am Vormittag telefonisch vorbestellte Essen. Die geplante Zeit reichte aus, um ohne Hetze bei einem Spaziergang zur Talstation von Deutschlands ältester Zahnradbahn zu gehen.

Drachenfelsbahn

Da der Tag auch eine außergewöhnlich gute Fernsicht bot, nutzten sehr viele Touristen den Aufstieg oder die Fahrt auf den Drachenfels. Hoch über dem Rhein, mit seinem aufgrund der langanhaltenden Sommerhitze außergewöhnlich niedrigen Wasserstand, hatten wir eine phänomenale Sicht bis weit in die Eifel hinein und zum Kölner Dom.

Drachenfels, Blick auf Rhein und Insel Nonnenwerth

Zu Fuß oder mit der Bahn erreichten die Teilnehmer das unterhalb des Aussichtsplateaus gelegene „Schloß Drachenburg“. Der 1884 vollendete repräsentative Wohnsitz bildet eine Synthese aus Schloss-, Burg- und Villenbau.

Drachenburg, Südseite von der Venusterrasse

Er wurde für Stephan von Sarter errichtet, der als Börsenspekulant zu Wohlstand und Ehren gekommen war. Die Anlage zählt zu den bedeutendsten Schlossbauten des ausgehenden 19. Jahrhunderts in Deutschland.

Drachenburg, Nibelungenzimmer © Schloss Drachenburg gGmbH / Christoph Fein

Nach Kriegsbeschädigungen, unsachgemäßen Reparaturen und einer vielfältigen Nutzung verfiel das Ensemble zusehends. Nachdem Schloss und Parkanlagen seit 1986 unter Denkmalschutz stehen, hat es das Land Nordrhein-Westfalen 1989 gekauft und der »Nordrhein-Westfalen-Stiftung Natur Heimat und Kultur« zur Restaurierung übertragen. Über die Ergebnisse der von 1995 bis 2011 erfolgten außerordentlich umfangreichen Restaurierungen konnten wir uns im Rahmen einer eineinhalbstündigen Führung informieren. Anschließend fuhren wir mit der Drachenfelsbahn zurück nach Königswinter und unserem Bus am Rhein entlang zurück nach Koblenz.

Termin: Samstag, 13. Oktober 2018
Abfahrt: 8.15 Uhr, Koblenz, Reisebusbahnhof (Sparda-Bank)
Rückkunft: gegen 19.00 Uhr
Preis: Mitglieder/RVDL: 45,00 €, Gäste: 48,00 €
Leistungen: Busfahrt, Fahrten mit Zahnradbahn, Führungen, Eintritt

Leitung, Bericht und Fotos (ausgenommen Nibelungenzimmer): Hans-Peter Günther

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