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Ein Tag im Städel Museum Frankfurt

Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes
Matisse und Bonnard: „Es lebe die Malerei!“

Samstag, 6. Januar 2018

Zu unserer ersten Tagesexkursion im Neuen Jahr konnten wir 40 Teilnehmer begrüßen. Ziel war das am Schaumainkai in Frankfurt gelegene Städel Museum.

Am Vormittag widmeten wir uns zunächst der in Frankfurt geborenen und aufgewachsenen Maria Sibylla Merian – Kupferstecherin, Blumen- und Insektenmalerin, Naturforscherin und Forschungs­reisenden. Sie zählt zu den berühmtesten Töchtern der Stadt, an deren 300. Todestag die umfangreiche Ausstellung gedachte. Sowohl Katja Schöwel als auch Ekkehard Tanner konnten uns während der einstündigen Führungen nicht nur das künstlerische und wissenschaftliche Werk von Maria Sibylla Merian, sondern auch ihre Persönlichkeit näher bringen, die sich in einer männerdominierten Gesellschaft als Frau zu behaupten wußte.

Florilegium des Grafen von Nassau-Idstein, Foto: Städel

Neben den Arbeiten der außergewöhnlichen Künstlerin und Naturforscherin wurden auch Blumendarstellungen ihrer Vorläufer, Zeitgenossen und Nachfolger gezeigt, so von Johann Walter dem Älteren (1603–1676/7), der das Florilegium für den Grafen von Nassau-Idstein anlegte. Erst mit der aktuellen Ausstellung wurde die beiden, seit 200 Jahren im Besitz des Städel befindlichen Originale, erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. In den Aquarellen und Kupferstichen spielen vor allem Tulpen, die speziell im 17. Jh. ein kostbares Gut waren, eine große Rolle.

Sehen Sie den des Städel zur Merian-Ausstellung (Dauer 6:42 min, Link öffnet neues Fenster).

Die Mittagspause stand zur freien Verfügung und konnte zu eigenen Entdeckungen genutzt werden, sei es „dribbdebach“ in Sachsenhausen oder „hibbdebach“ auf der anderen Seite des Mains.

Der Nachmittag galt zwei bedeutenden Protagonisten der Klassischen Französischen Malerei und einer erstmals in Deutschland gezeigten Gegenüberstellung: Henri Matisse (1869–1954) und Pierre Bonnard (1867–1947) – „Es lebe die Malerei!“

Im Mittelpunkt der groß angelegten Ausstellung stand die über 40 Jahre andauernde Freundschaft der beiden französischen Maler. Beide setzten sich intensiv mit den gleichen künstlerischen Sujets auseinander: Interieur, Stillleben, Landschaft und besonders auch dem weiblichen Akt. Anhand von rund 120 Gemälden, Plastiken, Zeichnungen und Grafiken ermöglichte die Schau einen Dialog zwischen Matisse und Bonnard und bot damit neue Perspektiven auf die Entwicklung der europäischen Avantgarde vom Beginn des 20. Jhs. bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges.

Henri Matisse, Odalisken, 1928 © Succession H. Matisse/VG Bild-Kunst, Bonn 2017/Photo: Moderna Museet, Stockholm

Gezeigt wurden hochkarätige Exponate aus international bedeutenden Sammlungen und Museen, darunter der Tate Modern in London, dem Museum of Modern Art in New York, dem Centre Pompidou und Musée d’Orsay in Paris, der Eremitage in Sankt Petersburg sowie der National Gallery of Art in Washington. Bereichert wurde die Werkauswahl durch zahlreiche Fotografien von Henri Cartier-Bresson, der die Künstler 1944 an der französischen Riviera besuchte. Auch hier wussten Daniela Englert und Katja Schöwel durch ihre Führungen zu beeindrucken. [ Sehen Sie auch den des Städel zur Ausstellung Matisse und Bonnard (Dauer 5:35 min, Link öffnet neues Fenster).]

Für die Teilnehmer blieb danach noch etwas Zeit für den Museums-Shop oder eine Tasse Kaffee, ehe uns Thomas Oster von der Firma Garske bei anhaltendem Dauerregen wieder sicher nach Hause brachte.

Termin: Samstag, 6. Januar 2018
Abfahrt: 8.15 Uhr, Koblenz, Reisebusbahnhof
Rückkunft: gegen 19.00 Uhr
Preis: Mitglieder: 39,00 Euro, Gäste: 41,00 Euro
Leistungen: Busfahrt, Eintritt und Führungen Städel

Leitung und Bericht: Anke Falkenstett

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