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Florenz - die Wiege der Renaissance

8-tägige Kultur- und Studienreise
vom 7. bis 14. Februar 2018 (Karneval)

Florenz: Blick von der Domkuppel

Kaum eine Stadt steht so sehr als Synonym für Kunst, Kultur und architektonische Meisterleistungen wie Florenz. In der Stadt am Arno haben alle bedeutenden Kunstschaffenden Italiens gewirkt. Unter der Familiendynastie der Medici erlebte Florenz im 15. und 16. Jh. seine kulturelle Blütezeit.

An der Schwelle zum Frühling ist Florenz noch nicht ganz so überlaufen wie zu anderen Zeiten. Abseits der üblichen Pfade bleibt mehr Zeit und Muße sich intensiver auf das Flair der Stadt und ihre berühmten Kunstwerke einzulassen. Wie bereits in Venedig ist es uns wieder gelungen, eine Begleiterin zu gewinnen, die ihre Stadt in- und auswendig kennt. Die aus Stuttgart gebürtige Susanne Probst ist seit über 20 Jahren in Florenz zu Hause und wird uns in die Geheimnisse der Medici-Stadt einweihen. Wir wohnen fußläufig zu allen Sehenswürdigkeiten im 4-Sterne Hotel Londra in Florenz.

1. Tag, Mittwoch: Anreise nach München
Alle 30 Teilnehmer trafen sich rechtzeitig am Koblenzer Hauptbahnhof zur Abfahrt mit ICE 1521 um 8:48 Uhr nach München Hbf. Für den freien Nachmittag in München hatte unser Reiseleiter für jeden einen Ablaufplan mit einem „Italienischen Spaziergang" vorbereitet. An Hand dieses Planes konnten die Teilnehmer Sehenswürdigkeiten besichtigen, die von Bauwerken in Florenz inspiriert wurden.
Beginnend am Max-Joseph-Platz ist dies der Königsbau der Residenz, der dem Palazzo Pitti in Florenz nachempfunden ist, die Residenzpost dem Findelhaus in Florenz und die Feldherrnhalle der Loggia dei Lanzi an der Piazza della Signoria in Florenz. Insbesondere letztere weckte bereits die Vorfreude auf die bedeutenden Renaissance-Skulpturen, welche die Loggia in Florenz schmücken, darunter den Perseus von Benvenuto Cellini und den Raub der Sabinerinnen von Giambologna. Die Figuren in der Feldherrenhalle, Graf Tilly und Fürst Wrede sind künstlerisch nicht von so großer Bedeutung. Allerdings bekam die Feldherrnhalle einen Sockel und wirkt deshalb monumentaler als das Original in Florenz. An dem vorgeschlagenen Rundweg lagen auch viele andere berühmte Münchner Sehenswürdigkeiten, so das Sendlinger Tor, die Asamkirche, die Frauenkirche, der Marienplatz mit dem alten Rathaus, der Alte Peter, der Viktualienmarkt, der Alte Hof und die Theatinerkirche. Insofern war bereits der Anreisetag ein Erlebnis, insbesondere weil er noch mit einem deftigen bayrischen Abendessen in einem Bierkeller abgeschlossen wurde.

2. Tag, Donnerstag: Fahrt nach Florenz
Unsere Weiterreise mit dem EuroCity 85 führte durch das schneebedeckte Alpenvorland, über Innsbruck und den Brenner nach Verona und Bologna. Bereits hinter dem Brenner begrüßte uns das schöne Wetter in Italien, das uns in den folgenden Tagen nicht mehr verlassen sollte. Nach einem Umstieg in Bologna auf die italienische Variante des ICE, dem Frecciarossa (roter Pfeil), kamen wir pünktlich um 17:15 Uhr in Florenz an. Familie Zahren erwarb im Touristbüro am Bahnhof für alle die 72 Stunden-Karte für Florenz. Diese verschaffte uns in den nächsten Tagen nicht nur kostenlosen Eintritt für alle Museen in Florenz, sondern ermöglichte es uns auch, an den Schlangen vorbei in die Sehenswürdigkeiten zu kommen. In der Zwischenzeit begleitete Elke Arenz - als unsere zweite Reiseleiterin - die übrigen Teilnehmer ins 4-Sterne-Hotel Londra in der Nähe des Bahnhofs. Am ersten Abend konnten wir die Küche unseres Hotels genießen.

3. Tag, Freitag: Florenz intensiv
Nach einem ausgiebigen Frühstück testeten wir zunächst das Quiet-Vox-System, das morgens ins Hotel geliefert worden war und mit dem wir in den nächsten Tagen den Erklärungen unserer sachkundigen Führerin Susanne Probst folgen konnten. Diese trafen wir am Campanile, um mit der Besichtigung des Dombezirkes zu beginnen.

Florenz: Baptisterium, Dom und Campanile

In den frühen Morgenstunden war die Piazza del Duomo, das Herzstück von Florenz noch leer. Allein der Gesamteindruck der Bauwerke in diesem Bereich ist überwältigend. Zuerst besichtigten wir das Baptisterium San Giovanni, das sich gegenüber der Hauptfassade des Domes erhebt. Es wurde zwischen 1059 und 1150 errichtet und ist Johannes dem Täufer geweiht. Es ist wesentlich älter als der Dom. Die beeindruckende Kuppel des Baptisterum misst 26 m Durchmesser und ist innen mit Mosaiken geschmückt. Das größte Bild zeigt Jesus Christus als Richter beim jüngsten Gericht. Unter seinen Füßen entsteigen die Verstorbenen ihren Gräbern. Links zu seiner Rechten dürfen die Gerechten und Unschuldigen ins Himmelreich. Rechts kommen die Verdammten in die Hölle. Dort sitzt ein furchterregender Teufel, dem Schlangen aus den Ohren und aus dem Hinterteil wachsen - und allesamt fressen sie Menschen.

Eines der bekanntesten Kunstwerke von Florenz und der Toskana ist das Ostportal des Baptisteriums, eine vergoldete Bronzetür, die zehn Reliefs enthält, an denen Lorenz Ghiberti von 1421-1452 arbeitete. Man sagt, Michelangelo hätte diese Tür für würdig befunden, die Pforten des Paradieses zu schmücken. Deshalb blieb bis heute die Bezeichnung „Paradiestüre" für dieses einmalige Kunstwerk. Das Original wurde 1990 entfernt, um es vor schädlichen Umwelteinflüssen zu schützen. Die Tafeln wurden restauriert und liegen in mit Stickstoff gefüllten Vitrinen im Dommuseum, wo wir sie später bewundern konnten. Als nächstes besichtigten wir den imposanten Duomo Santa Maria del Fiore. Er ist die viertgrößte Kirche Europas mit einer Länge von 100m und Breite von 91m, bekrönt mit der von Brunelleschi geschaffenen 114m hohen Kuppel, eine der Großtaten der Renaissance-Architektur. Die in späterer Zeit angebrachte Fassadenverkleidung besteht aus dreifarbigem Marmor in rot, weiß und grün.
Das Innere der Kuppel haben Giorgio Vasari und Frederico Zuccari mit einem großartigen Fresko versehen, das als Thema auch das jüngste Gericht wählte. Am unteren Rand sind die Qualen der Hölle besonders drastisch dargestellt.

Viele Reiseteilnehmer nutzten die Freizeit am folgenden Tag, um nach Voranmeldung die Kuppel zu besteigen. Beim Aufstieg konnte man auf halber Höhe die Reliefs in der Kuppel von Nahem und den Fußboden und den Chor des Domes von der Vogelperspektive aus bewundern.

 

Der beschwerliche Aufstieg wurde durch einen phantastischen Rundblick auf alle Viertel von Florenz und bis hinein in den Apennin belohnt. Durch das klare schöne Wetter an diesem Tage war das ein besonderes Erlebnis.
Neben dem Dom erhebt sich der 82m hohe Glockenturm (Campanile). Die Reliefs und Statuen stammen von Andrea Pisano; später wurden noch einige von Donatello hinzugefügt. Der Campanile enthält insgesamt zwölf Glocken, von denen jedoch einige nicht geläutet werden können. Anschließend besuchten wir das Dommuseum, seit dem 15. Jh. Sitz der Dombauhütte. Publikumsmagneten sind die zehn originalen Bronzereliefs der Paradiestüre des Baptisteriums sowie Michelangelos Pietà und die beiden Sängerkanzeln des Donatello.

In der Mittagspause hatte ein Teil der Reisegruppe das Glück, in einem hervorragenden Fischlokal „Fishing Lab - Alle Murate" in der Via del Preconsolo 16 zu speisen. Das Restaurant - in alten Gewölben mit Fresken - wird von jungen Leuten geführt und bietet zu günstigen Preisen hervorragende Fischgerichte. Eine echte Empfehlung für Florenz.

Anschließend besuchten die Teilnehmer die Uffizien. Mit Hilfe eines Audioguides konnte jeder für sich die Werke bedeutender Künstler des 13. bis 18. Jh. erleben, wie Botticelli, Leonardo da Vinci, Dürer, Holbein, Tizian, Michelangelo, Raffael, Rubens, van Dyck und Rembrandt. Zu den bekanntesten Werken zählen die „Anbetung der Könige", die „Geburt der Venus" und „La Primavera" von Botticelli, Tizians „Venus von Urbino", „Die heilige Familie" von Michelangelo und weitere Gemälde von Leonardo da Vinci. Hinzu kommen zahlreiche antike Statuen. Von der Dachterrasse des Cafes der Uffizien konnten wir einen traumhaften Blick auf den Palazzo Vecchio werfen.
Am Abend hatten wir die Gelegenheit in der Nähe des Hotels gegenüber des Bahnhofs in der Trattoria „Il Portale" zu speisen. Sie ist auf Bistecca alla Fiorentina spezialisiert, was auch von außen an den enormen Fleischstücken zu erkennen war, die in einem Fleischreifeschrank hängen. Eine superfreundliche Bedienung und das Preis-Leistungsverhältnis sind Spitze. Ein Genuss für alle, die saftige Steaks mögen. Auch die Weinpreise waren sehr human.

4. Tag, Samstag: Auf den Spuren der Medici und die Medici-Kapellen
Am Samstag widmeten wir uns besonders den Medici und Michelangelo. Als erstes besuchten wir die Grabkapellen der Medici, die Meisterwerke von Michelangelo beherbergen. Sie sind ein Teil der Kirche San Lorenzo, der Hauskirche der Medicis. und über einen seperaten Eingang an der Piazza Madonna degli Aldobrandini zu erreichen. Diese beiden Kapellen gehören mit zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten von Florenz. Zunächst gingen wir durch die von Buontalenti geschaffene Krypta. Anschließend ging es hinauf in die Capella dei Principi, die Kapelle der Großherzöge. In dem oktonalen Bau befinden sich die prachtvollen Grabmonumente für die sechs Medici-Herzöge, welche vom 16. bis 18. Jh. über Florenz und die Toskana herrschten. Zu den kostbarsten Teilen der Ausstattung gehören 16 toskanische Stadtwappen, die mit Korallen, Lapislazuli und Perlmutt gearbeitet sind. Sehenswert ist auch der mit Intarsien verschönerte Marmorfußböden. Gekrönt wird das gesamt kostbare Ensemble von einer freskenbemalten Kuppel. Im 18. Jh. galt die prunkvolle Kapelle als Weltwunder.

Medici-Kapelle: Grabmal Herzog von Urbino

Die benachbarte Sakristei Nuova ist einer der bedeutendsten Räume der Hochrenaissance. Bildhauerisch hervorragend sind die beiden von Michelangelo geschaffenen Grabmäler für Guiliano de Medici und Lorenzo de Medici . In den Wandnischen sitzen über den jeweiligen Sarkophagen beinahe lebensgroße Statuen der Herzöge. Auf den Sarkophagen selbst lagern sinnbildliche Figurenpaare von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang und Tag und Nacht. Die Skulptur der Nacht ist als weibliche Figur mit einer Mondsichel, einer Eule, einem Mohnbündel und einer Maske mit Traumgesicht dargestellt. Michelangelo brauchte mehrere Jahrzehnte für die Werke in der Neuen Sakristei.

Im Anschluss daran besuchten wir die Kirche San Lorenzo, die zu den ältesten Kirchen von Florenz gehört. Sie wurde im Auftrag der Medicis später von Brunelleschi und Michelangelo ausgeschmückt. Die beiden wohl bedeutendsten Ausstattungsstücke sind Donatellos Bronzekanzeln im Langhaus; die letzten Werke des großen Meisters.
Von der Kirche San Lorenzo aus waren es nur wenige Schritte zum Palazzo Medici Ricardi, dem Familienplast der Medici. Es war der erste Palast in Florenz mit einem klaren Gepräge der Renaissance. Wir konnten den schönen Innenhof mit Arkadenumgang und zwölf Tondi aus Donatellos Werkstatt sowie zahlreiche Säle des Palastes, die Teile der Originalausstattung zeigen, besichtigen.

Florenz: Palazzo Medici, Capella dei Magi

Über eine monumentale Treppe gelangten wir zur Capella dei Magi, die einen atemberaubend schönen Freskenzyklus von Benozzo Gozzoli mit der Reise der Heiligen drei Könige nach Bethlehem darstellt. Dieser Freskenzyklus sollte aber hauptsächlich dazu dienen, die Medici und ihre Gästeschar darzustellen, wie sie sich 1438/1439 zum Konzil von Florenz versammelten. Der Zug der edel gewandeten Würdenträger windet sich durch eine bunte märchenhafte Landschaft. Das Fresko an der Ostwand zeigt Lorenzo den Prächtigen auf einem Schimmel an der Spitze des Zuges. Er wird gefolgt von Vater und Onkel Piero und Cosimo de Medici. In Begleitung der Medici sieht man Konzilsteilnehmer wie den byzantinischen Kaiser Johannes VII. Wir hatten das große Glück, dass wir in der kleinen Kapelle genügend Zeit hatten, und den Erläuterungen der fast exotisch wirkenden Fresken durch unsere Führerin Susanne lauschen konnten.

Florenz: Mercato Centrale

Viele von uns nutzten anschließend die Gelegenheit, auf dem nahe gelegenen Mercato Centrale einen Mittagsimbiss mit florentinischen Spezialitäten zu sich zu nehmen. Bei einem Bummel durch den Markt konnten wir in eine Atmosphäre mit mediterranen Gerüchen und quirligem italienischen Sprachengewirr eintauchen. Das eindrucksvolle Marktgebäude verfügt über zwei Stockwerke und wurde 1874 aus Eisen und Glas konstruiert. Ein Besuch des Marktes ist ein Muss für jeden Florenzbesuch. Bei dem anschließenden Bummel durch Florenz bis zur Ponte Vecchio nutzen wir noch das schöne Wetter, um mit der Rolltreppe auf die im fünften Stock des Kaufhauses Rinascente liegende Dachterrasse zu fahren, und bei einem Glas Prosecco die herrliche Rundumsicht über Florenz und insbesondere auf den nahe liegenden Dom zu genießen.

Empfehlenswert ist auch ein Spaziergang von der hier gelegenen Piazza della Repubblica über die Via degli Strozzi bis zur Ponte alla Carraia. Hier liegt eines der Einkaufsparadiese von Florenz, aber auch zahlreiche Restaurants sind zu finden, wovon ich die „Osteria di Giovanni" empfehlen kann. Hier wird man vom alten Patrone selbst charmant begrüßt, dem man ansieht, dass er noch lange nicht bereit ist, aufs Altenteil zu gehen.

5. Tag, Sonntag: Accademia, San Marco Museum, Palazzo Vecchio
Am Sonntagmorgen besuchten wir zunächst in zwei Gruppen die Accademia di Belle Arti. Sie war die erste Akademie für Malerei in Europa und wurde 1563 unter der Schirmherrschaft Cosimo I. de Medici von Giorgio Vasari, Agnolo Bronzino und Bartolomeo Ammanati gegründet, drei der bedeutendsten Künstler des Manierismus.

Florenz: David von Michelangelo in der Accademia

Hier steht das Original! Der David von Michelangelo, von seinem Standplatz am Palazzo Vecchio zu seinem Schutz hierher gebracht. Er ist eine der ersten Monumentalskulpturen nach der Antike. Der mehr als vier Meter hohe David beeindruckt noch nach Jahrhunderten. Ein menschlicher Körper voller Schönheit und Detailtreue, der den Riesen Goliath besiegt hat und auch den Kampf der kleinen Stadt Florenz gegen die mächtigen Gegner von Mailand und Neapel symbolisiert. Außerdem sind fünf der unvollendeten „Sklaven" Michelangelos zu sehen, die nicht vollständig aus dem Stein gehauen sind. Weiterhin sind u.a. Giambolognas Raub der Sabinerinnen sowie herausragende Gemälde aus dem Florenz des 15. und 16. Jhs. zu sehen.

Florenz: Im Kloster San Marco

Anschließend besuchten wir das nahe gelegene Kloster San Marco. Das 1299 gegründete Kloster San Marco und die dazugehörige Saalkirche wurden 1434 auf Veranlassung von Cosimo de Medici den Dominikanern übertragen und restauriert. Weltberühmt sind seine Fresken u.a. die „Crocefissione" (Kreuzigung) im Kapitelsaal. Wir konnten die ausgemalten Zellen, in der u.a. auch der berühmte Bußprediger Savonarola lebte, sowie jene, in die sich Cosimo il Vecchio zu Meditationen zurückzog, besichtigen. In der Bibliothek, einem der harmonischsten Beispiele der Architektur der Renaissance, bewunderten wir eine Reihe kostbarer in Miniatur gemalter Kodizes, die im Kloster mit höchster Kunstfertigkeit ausgeführt wurden.

Florenz: Loggia del Lanzi

Nach einer Mittagspause unternahmen wir mit unserer Führerin einen ausführlichen Stadtrundgang über die Piazza della Repubblica, dem geografischen Zentrum der Stadt, zur Loggia del Mercato Nuovo mit der berühmten Bronzestatue eines Wildschweines, scherzhaft „Il Porcellino" genannt, zur Piazza dell Signoria, dem attraktivsten Platz von Florenz mit der Loggia dei Lanzi und dem Palazzo Vecchio.

Florenz: Palazzo Vecchio

Der Palazzo Vecchio ist heute das Wahrzeichen der Stadt. Vor dem Palazzo Vecchio posieren die Symbolfiguren der freien Republik: Der Marzocco, ein Löwe mit Florentiner Wappen von Donatello symbolisiert die kommunale Freiheit. Donatellos Bronzegruppe Judith und Holofernes und der berühmte David von Michelangelo stehen für den Sieg der Schwachen über die Starken. Dieser Ort ist natürlich auch für unser obligatorisches Gruppenfoto bestens geeignet ...

Florenz, Gruppe mit Susanne Probst

6. Tag, Montag: Santa Maria Novella, Brancacci Kapelle
Am letzten Tag besuchten wir zunächst die Kirche Santa Maria Novella gegenüber des Hauptbahnhofs mit ihren monumentalen Kreuzgängen, die als eines der schönsten Beispiele der gotischen Architektur Italiens anzusehen sind. Die Kirche besitzt eine der berühmtesten Renaissance-Fassaden Italiens im Stil der Protoren-Renaissance mit weißem und grünen Marmor und eine Fülle von wunderbaren Fresken von Meistern wie Massacio, Ghirlandaio und Filippino. Vor der Kirche bewunderten wir zunächst auf der Piazza Santa Maria Novella den schönen Brunnen mit Fontänen und zwei Obelisken, die als Wendemarken für Pferderennen dienten. Sie ruhen auf dem Rücken von je vier kleinen Schildkröten.

Santa Maria Novella

Es würde hier den Rahmen sprengen, all die herausragende Fresken in der Kirche mit ihren Seitenkapellen zu beschreiben, aber ein Fresko, ein Schlüsselwerk der Frührenaissance verdient besondere Erwähnung. Im linken Seitenschiff befindet sich Massaccios Fresco „La Trinita" (Heilige Dreieinigkeit um 1427). Zum ersten Mal in der Malerei sind hier Raum und Figuren perspektivisch durchkonstruiert und auf den Betrachter bezogen. Der Blick geht durch einen Triumphbogen in eine tonnengewölbte Kapelle. Dort steht Gottvater auf einem hohen Sockel und stützt das Kreuz mit dem toten Christus. Maria und Johannes erscheinen in der unteren Zone am Fuße des Kreuzes. Dieses Werk veränderte die Malerei für Jahrhunderte.

Vom Kreuzgang der Kirche konnten wir einen Blick durch ein Fenster in die alte Apotheke werfen, die 1612 von den Dominikanermönchen begründet wurde und in der Heilkräuter zur Medizin und zum Balsam verarbeitet wurden. Deren Erzeugnisse wurden in ganz Europa verkauft. Noch heute kann man hier traditionelle Heilwasser, Parfüms, Seifen und Heilkräuter erwerben. Auch die alte Einrichtung und die einstige Sagrestia mit einem Freskenzyklus zur Passion Christi sind absolut sehenswert.

Susanne Probst vermittelt Kunst und Geschichte

Im zweiten Teil unseres Tagesprogrammes bummelten wir über den Arno zur Kirche Santa Maria del Carmine mit der berühmten Capella Brancacci. Hier erläuterte unsere Stadtführerin Susanne den von den Künstlern Masolino, Masacco und Filippino geschaffenen Freskenzyklen der italienischen Frührenaissance. Die dramatisch inszenierten Bilderzählungen zum Sündenfall, zur Vertreibung aus dem Paradies und zum Leben Petri haben bis heute nichts von ihrer aufwühlenden Ausdruckskraft verloren, Insbesondere durch eine vor einigen Jahren durchgeführte Restaurierung gelang es die Farbigkeit der Fresken wieder herzustellen, die durch die Schwarzfärbung aufgrund eines Brandes in der Kirche notwendig geworden war. Danach verabschiedeten wir uns von unserer Stadtführerin Susanne Probst, nicht ohne uns mit einem angemessenen Trinkgeld für die hervorragenden Führungen der letzten Tage zu bedanken.

Am Abend konnten wir unsere Reise mit einem excellenten florentinischen 4-Gang-Menu im Restaurant Gannino in der Nähe der Kirche San Lorenzo abschließen.

7. Tag, Dienstag: Fahrt nach München
Um 11:00 Uhr fuhren wir auf reservierten Plätzen mit dem „EuroStar Italia“ bis Bologna und anschließend mit dem EuroCity 84 nach München. Bei der Zugreise hatten wir ausgiebig Zeit, die vielen Eindrücke zu verarbeiten und mit den Mitreisenden durch Bilder- und Erfahrungsaustausch gemeinsam zu rekapitulieren. Der Abend in München stand zur freien Verfügung.

8. Tag,  Mittwoch: Rückfahrt nach Koblenz
Am letzten Tag konnten wir noch in München das traditionelle Geldbeutelwaschen am Aschermittwoch auf dem Marienplatz miterleben. Mit dem EC 114 begann um 13:47 Uhr die umsteigefreie Rückreise auf reservierten Plätzen nach Koblenz.

Termin: Mittwoch, 7. Februar 2018
Treffpunkt:
8.30 Uhr, Koblenz Hauptbahnhof, Bahnhofshalle
Rückkunft: Mittwoch, 14. Februar 2018, 18:41 Uhr
Preis: Mitglieder: 967,00 € p.P. im DZ; Gäste: 982,00 € p.P. im DZ
EZ-Zuschlag: 210,00 €
Reiseleitung: Elke Arenz, Jürgen Zahren

Leistungen:

  • Zugfahrt 2. Klasse Koblenz–Florenz und zurück
  • 2 ÜF im 4-Sterne Best Western Atrium Hotel in München
  • 5 ÜF, 1x Abendessen im 4-Sterne-Hotel Londra in Florenz
  • 1x gemeinsames Abendessen in Florenz im Restaurant Gannino
  • örtliche, deutschsprachige Fach-Reisebegleitung in Florenz
  • Florenz-Card für Museumsbesuche
  • 4 Tage Quietvox-Führungssystem (Kopfhörer), 1x Audioguide in den Uffizien
  • Reiseleitung durch Koblenzer Bildungsverein
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