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Kulturlandschaft an der Sieg

Oberpleis, Burg und Stadt Blankenberg, Wallfahrtskirche Bödingen
Samstag, 2. September 2017

 Mit über 30 Teilnehmern fand die - 2016 aufgrund zu geringer Anmeldezahlen abgesagte - Tagesexkursion mit Dr. Jens Friedhoff einen erfreulich guten Zuspruch. Nach der Fahrt durch den Westerwald über Bundesstraßen und Autobahn erreichten wir zügig unser erstes Ziel: Die ehemalige Propsteikirche St. Pankratius in Oberpleis.

Oberpleis, Krypta

Neben der - für unsere Gruppe bereits stimmungsvoll mit vielen Kerzen ausgeleuchteten - Krypta waren in der kath. Pfarrkirche aus dem 12. Jh. der, leider nur aus der Ferne zu sehende, bedeutende Dreikönigsaltar von 1164 und die mittelalterlichen Fliesenböden von besonderem Interesse.

Marienretabel in St. Pankratius, Oberpleis

Nach der Besichtigung des nur noch in einem Abschnitt erhaltenen Kreuzgangs und der ehem. Außenanlagen fuhren wir weiter zur oberhalb der Sieg gelegenen Stadt Blankenberg.

Um 1150 errichteten die Grafen von Sayn auf einem Felssporn hoch über dem Fluss die Burg Blankenberg. Sie schufen sich damit einen wehrhaften Mittelpunkt für ihr kleines Territorium, das sich zwischen Siegburger Bucht, Bergischem Land und Westerwald erstreckte. Die bürgerliche Siedlung, die sich um die Burg bildete, erhielt 1245 die Stadtrechte. Nach dem Aussterben des Sayner Grafenhauses fiel das Land Blankenberg 1363 an die Grafen und späteren Herzöge von Berg. Die Burg verfiel und wurde ab etwa 1650 geschleift, 1805 gingen die Stadtrechte verloren.

Bestehen blieb eine Gemeinde in den Grenzen des Burgbanns als Teil der Bürgermeisterei Hennef. 1934 endete mit der Auflösung der Gemeinde und Vereinigung mit Hennef der letzte Rest einer fast 700-jährigen Eigenständigkeit, doch seit 1954 konnte Blankenberg das Wort Stadt dem Namen hinzufügen.

Blankenberg, Modell von Burg, Altstadt und Neustadt

Die zunächst für ein Prämonstratenserinnen-Kloster, die bald darauf von Zisterzienserinnen ersetzt wurden, erbaute Kirche ist der Hlg. Katharina von Alexandrien geweiht. Bereits wenige Jahre nach der Gründung verlieh Erzbischof Konrad von Hochstaden ihr 1248 die Pfarrrechte. Nach einem Wiederaufbau im 17. Jh. und der Beseitigung von Kriegsschäden in den 1950er Jahren brannte die Kirche im Februar 1983 aus. Bis 1987 erfolgte der erneute Wiederaufbau.

Blankenberg, Gruppenaufnahme von der Stadtmauer aus

Mit einer ausgiebigen Führung um einen Teil der Stadtmauer und Besuch der Kirche endete der Vormittag. Zum gemeinsamen Mittagessen kehrten wir in das Hotel Haus Sonnenschein ein.

Burg Blankenberg, Blick auf Bergfried und Stadtturm (re.)

Frisch gestärkt lernten wir nach einem kurzen Fußmarsch die einst mächtige Burganlage kennen. Blankenberg gilt heute als Muster für einen mittelalterlichen Dynastensitz und wird auch als das kleine Rothenburg an der Sieg bezeichnet.

Anschließend besuchten wir die bedeutende Wallfahrtskirche Zur schmerzhaften Muttergottes in Hennef-Bödingen. Wegen der an diesem Abend stattfindenden Veranstaltung Son et Lumière war leider keine Besichtigung des Innenraums möglich.

Hennef-Bödingen, Pfarrhaus

Aber an der Außenwand des Pfarrhauses konnten wir zahlreiche romanische Kapitelle, Säulen und Basen der ehemaligen Burgkapelle von Burg Blankenberg sehen, die dort eine Zweitverwendung gefunden haben.

Seligenthal, ehem. Franziskanerkirche

Den Abschluss der sehr informativen Tagesexkursion bildete ein Besuch der ehemaligen Franziskaner-Klosters Seligenthal bei Siegburg. Von der Lage in einem einsamen Waldtal her, hätte es sich eher um ein Zisterzienser-Kloster handeln können.

Nicht ganz einfach gestaltete sich die Suche nach einer Einkehrmöglichkeit zur abschließenden Kaffeepause, denn die Zufahrt zum in der Nähe gelegenen Ausflugslokal Sieglinde hätte der dreiachsige Bus der Firma Scherer-Reisen nicht ohne Blessuren befahren können. Glücklicherweise kannte Dr. Friedhoff eine Eisdiele in Uckerath, in der die etwas ermatteten Lebensgeister mit Kaffee oder Eis wiederbelebt werden konnten, bevor es auf schnellstem Wege über A3 und A48 zurück nach Koblenz ging.

Termin: Samstag, 2. September 2017
Abfahrt: 8.15 Uhr, Koblenz, Reisebusbahnhof
Rückkunft: gegen 19.30 Uhr
Leistungen: Busfahrt, Ganztägige Begleitung
Preis: Mitglieder und RVDL: 32,00 €, Gäste: 35,00 €
Leitung: Dr. Jens Friedhoff, Hans-Peter Günther

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