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Friedberg und Kloster Ilbenstadt

Samstag, 1. Juli 2017

Mit 22 Teilnehmern begann bei regnerisch trübem Wetter die Tagesfahrt von Koblenz in die alte Kulturregion Wetterau. In Limburg konnten wir weitere zehn Mitglieder und Gäste aufnehmen und Alois Rötsch von der Firma Römer Reisen brachte uns quer durch den Taunus zu unserem ersten Tagesziel.

Kloster Ilbenstadt

Am ehemaligen Prämonstratenser-Chorherrenstift Ilbenstadt mit seiner 1159 geweihten romanischen Abteikirche wurden wir von Reinhard Schwarz zu einer Führung erwartet.

Kloster Ilbenstadt, Gruppe mit Herrn Schwarz

Er erläuterte, wie es zur Gründung des Klosters gekommen war: Nach einer Begegnung mit dem Hlg. Norbert von Xanten schenkten die Brüder Gottfried und Otto von Cappenberg 1122 ihre Besitzungen in Ilbenstadt – als Buße für die Zerstörung des St.-Paulus-Doms zu Münster – den Prämonstratensern und traten in den Orden ein. Noch im selben Jahr wurde mit dem Bau von Kloster und Kirche begonnen. Sie zählt zu den herausragenden Zeugnissen romanischer Baukunst in Hessen!

Kloster Ilbenstadt: Chor und Apsis

Die Führung ermöglichte auch einen Einblick in und hinter die vom Bistum Mainz erfolgreich als Jugendgästehaus St. Gottfried genutzten ehemaligen Klostergebäude. Diese wurden nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges durch Schweden und Kaiserliche im Barock wieder aufgebaut. Nach der Besichtigung fuhren wir weiter in die heutige Kreisstadt Friedberg.

Auf einem langgestreckten Basaltrücken liegen Burg und Stadt und wurden vermutlich im Auftrag Kaiser Friedrich Barbarossas zwischen 1171 und 1180 gegründet. Beide waren jeweils selbständige rechtliche Einheiten mit eigenem Territorium innerhalb des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Dieses enge Nebeneinander von Burg und Stadt führte zu Reibereien, die jahrhundertelang die Geschichte Friedbergs bestimmten. Friedberg wurde 1252 Reichsstadt, das begehrte Friedberger Tuch erreichte Handelsplätze von Lübeck bis Wien, von Schlesien bis in die Niederlande. Die Bedeutung der Stadt sank nach mehreren Stadtbränden und durch die Folgen kriegerischer Ereignisse. 1802 fiel die Stadt und 1806 die Burg an das Großherzogtum Hessen.

Friedberg, Die Dunkel

An der breiten Kaiserstraße befindet sich in einem der ältesten Fachwerkhäuser von Friedberg die traditionsreiche Gaststätte Die Dunkel. Erst im Frühjahr 2017 haben zwei engagierte Gastronomen das Haus übernommen und konnten die Gruppe – in der recht kurzen Mittagspause – bestens bewirten.

Am Eingang des Wetterau-Museum wurden wir von Ulrich Eisenkrämer und Roland Reichl zu einer zweistündigen Stadtführung erwartet.

Friedberg, Modell der ev. Stadtkirche

Dabei besuchten die Gruppen die gotische Stadtkirche Unserer Lieben Frau, das mittelalterliche Judenbad und gelangten über den Synagogenplatz in die ausgedehnte Burganlage.

Friedberg, ev. Burgkirche

Aufgrund einer Ausstellung war die frühklassizistische evangelische Burgkirche ausnahmsweise geöffnet. Wir nutzten die Gelegenheit um einen Blick in den Innenraum zu werfen. Am 30. Sept. und 1. Okt. 1947 vereinigten sich dort die evangelischen Landeskirchen Nassau, Hessen-Darmstadt und Frankfurt zur Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).

Friedberg, Adolfsturm

Die Teilnehmer der einen Gruppe bestiegen den 58 m hohen Adolfsturm, von dem aus eine weite Rundsicht in die Wetterau besteht. Die zweite Gruppe lies sich etwas mehr Zeit für den Weg durch den ausgedehnten Burggarten. Nach den vielen Informationen bestand noch Gelegenheit zu einer abschließende Kaffeepause, dann ging es auf schnellstem Weg über die A45 und ab Wetzlar auf der E44/B49 zurück nach Limburg und weiter nach Koblenz.

Termin: Samstag, 1. Juli 2017
Abfahrt:
8.00 Uhr, Koblenz, Reisebusbahnhof;
8.40 Uhr, Limburg, Schiede und Frankfurter Str.
Rückkunft: gegen 20.00 Uhr
Preis: Mitglieder: 27,00 €, NGuA und Gäste: 29,00 €
Leistungen: Busfahrt, Führungen, Eintritt

Leitung, Bericht und Fotos: Hans-Peter Günther

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