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Auf den Spuren des Lahn-Marmors

Geopark Westerwald-Lahn-Taunus – Burg Runkel
Samstag, 13. August 2016

Mit 17 Teilnehmern aus Koblenz und weiteren sechs Gästen, die in Limburg zustiegen, galt der erste Halt einer außergewöhnlichen Sanierung in Niederselters im Taunus. Eines der bedeutendsten Häuser der Gemeinde, das in kurfürstlich Trierer Zeit errichtete Luxushotel „Römischer Kaiser“ von 1729 hat in den letzten Jahren seine einstige Pracht zurückerhalten. Als wir 2012 mit dem Bildungsverein Niederselters besuchten, sah das Haus noch so aus:

Niederselters, Röm. Kaiser vor der Sanierung; Foto: F. Lehmann, Landesdenkmalamt Hessen

Aus einem unansehnlichen Klotz mit halb zugemauerten Fensteröffnungen, Eternitverkleidung, flachem Sattel-Notdach und fehlendem Eingangsportal ist Dank hoher Investitionen des neuen Eigentümers und umfangreichen Zuschüssen von Bund und Land Hessen wieder der Blickpunkt am Eingang der Gemeinde geworden. Die von der Hausmitte zu den Außenwänden um bis zu 65 cm abgesunkenen Decken wurden wieder gehoben, das Fachwerk-Obergeschoss freigelegt und umfassend saniert. Mit dem rekonstruierten Mansarddach hat das Haus seinen repräsentativen Charakter zurückerhalten.

Niederselters, Römischer Kaiser (Dez. 2015)

Eine Tafel am Eingang verweist auf die einstige Bedeutung und die Gäste des Hauses.

Niederselters, Tafel Röm. Kaiser

Nach diesem Abstecher widmeten wir uns dem Lahn-Marmor, einem polierfähigen Kalkstein mit einer 380 Millionen Jahre alten Entstehungsgeschichte. Subtropische Meere im Zeitalter des Devon sind der Ausgangspunkt für einen variantenreichen, meist aus Fossilien gebildeten Kalkstein. Neben dem Zuchthaus von Diez war vor allem der Marktflecken Villmar das Zentrum der Marmorverarbeitung - und ist heute ein wichtiger Bestandteil im „Geo­park Westerwald-Lahn-Taunus“.

Villmar, Lahn-Marmor-Museum

Nach vielen Jahren der Planung und Vorbereitung hat der dort ansässige Verein sein Projekt „Lahn-Marmor-Museum“ im Jahr 2015 realisieren und das Museum Ende März 2016 eröffnen können. In der Nähe wurde bis etwa 1955 der Unica-Marmor abgebaut. Heute kann man dort einen einzigartigen Blick in die Erdgeschichte werfen.

Villmar, Gruppe im ehemaligen Marmorbruch

In zwei Gruppen lernten wir mit Winfried Stürmer und Egon Negd das Museum sowie den Unica-Bruch kennen. Danach bestand Gelegenheit zum gemeinsamen Mittagessen im Restaurant und auf der Terrasse der Villmarer König-Konrad-Halle.

Burg Runkel und Schloss Schadeck

Am frühen Nachmittag besuchten wir Burg Runkel, ein musterhaftes Beispiel für einen frühmittelalterlichen Verteidigungsbau. Die Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg von kaiserlichen Truppen unter Graf Isolani zerstört.

Runkel, Eingang zur Burg

Während die Gebäude der Unterburg sowie einige Wirtschaftsgebäude in den folgenden Jahren wieder hergerichtet oder weiter ausgebaut wurden, blieb die Kernburg eine Ruine. Nach der Einführung in die Geschichte und Besitzverhältnisse durch Christiane Basquitt erkundeten wir eigenständig die Burganlage, die heute von Metfried Prinz zu Wied und seiner Familie bewohnt und seit Jahren umfangreich und denkmalgerecht saniert wird. Vor der Weiterfahrt bestand Gelegenheit zu einem kleine Rundgang durch die Stadt oder einem Eis.

Den Abschluss bildete ein Besuch in der idyllisch im Kerkerbachtal gelegenen Hofener Mühle. Bis 1969 wurde hier noch Mehl, bis 1974 noch Schrot gemahlen. Da die alte Mühlentechnik komplett erhalten blieb, wurde das Ensemble 1990 unter Denkmalschutz gestellt und vom Eigentümer behutsam saniert. Neben einem beliebten Café gibt es auch einige Fremdenzimmer.

Rechtzeitig vor „Rhein in Flammen“ erreichten wir Koblenz zur angegebenen Zeit.

Termin: Samstag, 13. August 2016
Abfahrt:
8.30 Uhr, Koblenz, Reisebusbahnhof
9.10 Uhr, Limburg, Schiede und Frankfurter Str.
Rückkehr: gegen 19.00 Uhr
Preis: Mitglieder, RVDL und NGuA: 28,00 €; Gäste: 30,00 €
Leistungen: Busfahrt, Führungen, Besichtigungen

Leitung, Bericht und Fotos: Hans-Peter Günther

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