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Stuttgart und Schwäbisch Hall

Ausstellung „Herzog Christoph“, die Sammlungen Würth und Haller Weihnachtsmarkt
5. und 6. Dezember 2015

Zum Jahresabschluss unternahmen wir eine Zweitagesfahrt nach Stuttgart und Schwäbisch Hall mit dem Besuch der Ausstellung »CHRISTOPH (1515–1568) – Ein Renaissancefürst im Zeitalter der Reformation« im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart. Wir übernachteten in Schwäbisch Hall und besuchten dort die beiden Ausstellungen in der Kunsthalle Würth. Am Sonntagmorgen stand der Besuch des ehem. Klosters Großcomburg auf dem Programm, danach der Besuch der Johanniterkirche mit der »Sammlung Alte Meister«. Nach dem leckeren Mittagessen folgte eine Stadtführung durch die historische Altstadt mit dem Weihnachtsmarkt auf dem historischen Marktplatz. Ausstellung Christoph, Landesmuseum Württemberg

Christoph, der von 1550 bis 1568 regierte, zählt zu den bedeutendsten Herzögen Württembergs. Er setzte die Reformation – zuerst in der linksrheinischen Grafschaft Mömpelgard (Montbéliard), dann in Württemberg – endgültig durch. Seine konfessionellen, sozialen und politischen Vorstellungen fanden im gesamten evangelischen Europa Verbreitung: Die 1559 erlassene „Große Württembergische Kirchenordnung“ diente von Skandinavien bis Slowenien als Vorbild.

Besonders in repräsentativen Bauwerken zeigt sich noch heute Christophs großes Selbstbewusstsein. Das Alte Schloss im Herzen Stuttgarts, in dem sich heute das Landesmuseum Württemberg befindet, wurde während seiner Regierungszeit zu einer prachtvollen Renaissance-Residenz umgebaut und er ließ die Stuttgarter Schlosskirche – den ersten protestantischen Kirchenbau Württembergs – errichten.

1. Tag, Samstag: Stuttgart und Schwäbisch Hall
Mit 37 erwartungsfrohen Teilnehmern und unserem bewährten Fahrer Jakob Hauprichs starteten wir zur Fahrt nach Stuttgart. Trotz einiger Nebelbänke in der Rheinebene kamen wir unerwartet gut voran, konnten allerdings keine Pause unterwegs einlegen. Dafür war dann bis zum Beginn der Führungen in der baden-württembergischen Landeshauptstadt noch etwas Zeit.

In zwei Gruppen führten uns Barbara Marschner und Kunsthistorikerin Judith Szulczynsci M.A. sehr fachkundig durch die anlässlich des 500. Geburtstags von Herzog Christoph stattfindende Ausstellung. (86 Gemälde und Objekte der Ausstellung hat das Landesmuseum zu einer Galerie "Christoph-online" zusammengestellt und ausführlich erläutert.)

Die anschließende Pause bis zur Weiterfahrt wurde ganz unterschiedlich genutzt – vom Bummel über den Weihnachtsmarkt, treffen mit Bekannten oder zum Mittagessen in der Markthalle.

Am frühen Nachmittag fuhren wir dann über die B14 in die ehemalige Reichsstadt Schwäbisch Hall. Nach dem Bezug der Zimmer im Hotel Kronprinz bestand Gelegenheit zum Besuch der nahegelegenen Kunsthalle Würth.

Schwäbisch Hall: Kunsthalle Würth

Dort waren die Ausstellung »Silberhirsch und Wunderprunk Das Victoria & Albert Museum zu Gast in der Kunstkammer Würth« und eine Ausstellung zur OpArt zu sehen. Auch ohne Schnee war der abendliche Bummel über den Haller Weihnachtsmarkt auf dem historischen Marktplatz – mit der beeindruckenden Treppenanlage vor St. Michael und dem barocken Rathaus – ein schönes Erlebnis. Die zahlreichen Stände hatten bis 21 Uhr geöffnet, aber es gab auch eine Auswahl an unterschiedlichen Gasthäusern für das individuelle Abendessen, sodass niemand hungrig zu Bett gehen musste.

2. Tag, Sonntag: Kloster Großcomburg, Alte Meister in der Sammlung Würth und Schwäbisch Hall

Das ehem. Kloster Großcomburg

Nach dem Frühstück und dem verladen des Gepäcks fuhren wir mit unserer Führerin Inge Brielmayer zur beeindruckenden Klosteranlage Großcomburg, ganz in der Nähe der Stadt – die auf einem alten Umlaufberg des Kocher thronend – als das „Himmlische Jerusalem im Kochertal“ bezeichnet wird.

Großcomburg: Die romanischen Chortürme

Bei blauem Himmel und herrlichem Sonnenschein erkundeten wir die im 16. Jh. mit Mauern und Türmen versehene Benediktiner-Klosteranlage und nutzten das frühlingshafte Wetter zu einem Gruppenfoto.

Großcomburg: Gruppenfoto in der Morgensonne

Nach einem Telefonat ermöglichte uns Sigrid Kienle den Besuch der barocken Klosterkirche St. Nikolaus mit dem bereits um 1140 entstandenen Radleuchter (Umfang rund 16 Meter) und dem wertvollen Antepedium.

Großcomburg: Der romanische Radleuchter

Ein weiterer Höhepunkt der Reise war der anschließende Besuch der 1812 profanierten ehemaligen Johanniterkirche in der Weiler Vorstadt von Schwäbisch Hall.

Schwäbisch Hall: Blick über den Kocher zur Johanniterkirche

In der aufwendig restaurierten ehem. Kirche mit dem eindrucksvollen offenen Dachstuhl (errichtet um 1400) wird seit 2008 die überaus wertvolle und kunstgeschichtlich bedeutende Ausstellung »Vom Dunkeln ins Licht ­ – Alte Meister in der Sammlung Würth«.präsentiert. Den Kernbestand der hochkarätigen Kollektion bildet der 2003 von der Familie Würth erworbene ehemals „Fürstlich Fürstenbergische Bilderschatz“. Er ist der Kunst des deutschen Südwestens, des Bodenseeraumes und der Nordschweiz gewidmet und umfasst den Zeitraum vom ausgehenden Mittelalter bis zur beginnenden Neuzeit. Die meisten der Tafelbilder entstammen einer Zeit, aus der es – aufgrund des in Schwaben besonders radikal durchgeführten Bildersturms – nur äußerst wenige erhaltene Bilddokumente gibt. Wir sahen Gemälde von Lukas Cranach d.Ä., dem Züricher Veilchenmeister und den Falkensteiner Altar vom Meister von Messkirch. Anstelle der zu Ausstellungen verliehenen Holbein-Madonna waren bis Dezember 2016 wertvolle Leihgaben – unter anderem aus dem Schweizerischen Nationalmuseum Zürich – zu sehen.

Zum gemeinsamen Mittagessen, dem „Hohenloher Schmaus“ (Auswahl aus neun Gerichten), kehrten wir im Stammhaus der Haller Löwenbrauerei ein. Nach dem Essen begann in zwei Gruppen mit Frau Brielmayer und Bernhard Biedermann die Stadtführung durch Schwäbisch Hall, bei der wir auch die Hauptkirche St. Michael besichtigen. Als Wirkungsstätte von Johannes Brenz war sie nach 1523 Ausgangspunkt der Reformation im reichsstädtischen Territorium. Deren schonende Einführung in Hall bewahrte auch in St. Michael wertvolle Ausstattungsgegenstände aus vorreformatorischer Zeit. Dem in Hall geprägten Heller und dem Batzen (= 12 Heller) ist ein Brunnen in der Altstadt gewidmet.

Schwäbisch Hall: Brunnen mit Heller und Batzen

Nach der Führung begann die Rückfahrt nach Koblenz mit nur einem kuzen Stau und einer Pause an der Raststätte Dannstadt – während der ausgerechnet die Kaffeemaschine ebenfalls eine lange „Selbstreinigungspause“ eingelegt hatte. Gut 15 Mnuten vor der kakulierten Ankunftszeit trafen wir wohlbehalten wieder in Koblenz ein.

Termin: Samstag, 5. Dezember 2015
Abfahrt:
7.30 Uhr, Koblenz, Reisebusbahnhof
Rückkunft: Sonntag, 6. Dezember 2015, gegen 20.00 Uhr
Reisepreis:
Mitglieder: 158,00 € p.P. im DZ, Gäste: 173,00 € p.P. im DZ,
EZ-Zuschlag: 23,00 €

Leistungen:

  • Fahrt mit modernem Nichtraucher-Fernreisebus
  • Eine Übernachtung im 4-Sterne-Hotel „Kronprinz“ in Schwäbisch Hall
  • Frühstückbuffet
  • 1x „Hohenloher Schmaus“ im Brauerei-Ausschank „Zum Löwen“ und ein „salziges Präsent“.
  • Alle Führungen und Eintritte gem. Programm
  • Reiseleitung durch Koblenzer Bildungsverein

Leitung, Bericht und Fotos: Hans-Peter Günther

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