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Cranach der Jüngere und Weltkulturerbe Wörlitzer Gartenreich

5-tägige Kunst- und Studienreise
vom 7. bis 11. Oktober 2015

Erstmals hat sich eine große kunst- und kulturhistorische Ausstellung ausschließlich dem Leben und Werk von Lucas Cranach dem Jüngeren gewidmet. Sie stellt ihn als facettenreiche Persönlichkeit vor: als Mensch, Familienoberhaupt, Stadtkämmerer, Bürgermeister und Unternehmer. Vor allem aber lenkt sie den Blick auf den Künstler als fürstlichen Auftragnehmer, Maler reformatorischer Altäre und Epitaphien, Porträtisten und Zeichner. Bis zu seinem Tod 1586 führte Lucas Cranach d. J. in Wittenberg eine der größten und produktivsten Kunstwerkstätten in Europa. Mit originalen Gemälden, ausgewählten Zeichnungen und Druckgrafiken wird die Breite seines Schaffens sichtbar. Wir haben die Landesausstellung in Wittenberg und Dessau zum Anlass genommen für eine Studienfahrt nach Sachsen-Anhalt. Von unserem zentral gelegenen Quartier, dem „Hotel zum Stein” unmittelbar im Unesco-Welterbe „Wörlitzer Gartenreich“ waren alle Orte auf kurzen Wegen erreichbar: Die Lutherstadt Wittenberg, der nahegelegenen herbstlich-bunte Park und das Schloss von Wörlitz sowie das Dessauer Bauhaus. Am Tag der Rückfahrt besuchten wir in Torgau noch die Ausstellung „Luther und die Fürsten” im Schloss Hartenfels.

1. Tag, Mittwoch: Cranach in Weimar
Fahrt von Koblenz mit Zustieg in Limburg nach Weimar. Nach dem Mittagessen im Restaurant Jagemann begaben wir uns in zwei Gruppen, geführt von Sabine Treiber und Frau John, mit einer zweistündigen Führung auf die Spuren von Lucas Cranach d. Ä.

Weimar, Gruppe bei der Stadtführung

Wir sahen die wichtigsten Stationen, wie Cranachs letztes Wohnhaus, das Stadtschloss, den Lutherhof und die Stadtkirche St. Peter und Paul (sog. Herder-Kirche) mit dem Cranach-Altar sowie den Jakobsfriedhof mit seiner Grabstätte.

Weimar, Cranach-Altar in der Herderkirche

Auf der Weiterfahrt zum Hotel nach Wörlitz gab es leider einen großen Stau, der unsere Ankunft verzögerte. Der Begrüßungscocktail und das gemeinsame Abendessen, bei dem sich auch der Senior-Chef des Hotels zum Stein - Herr Pirl - vorstellte. bildeten einen schönen Abschluss des Tages.

2. Tag, Donnerstag: Lutherstadt Wittenberg (Stadt und Ausstellung)
Nach der Anreise über Coswig und vorbei an der historischen Werkssiedlung von Piesteritz erreichten wir Wittenberg.

Wittenberg, Marktkirche

In zwei Gruppen - sehr kompetent von Marion Danneil und Dietmar Schugk geführt - lernten wir bei der Stadtführung durch die Lutherstadt die geschichtsträchtigen Orte der Reformation, aber auch die Marktkirche mit dem Cranach-Altar und die Cranach-Höfe, kennen.

Wttenberg, Gruppenfoto mit Cranach d.Ä. und Frau Danneil

Nach einer individuellen Pause erläuterten uns Ellen Höhne und Diana Kaaze mit einer gut einstündige Führung die Ausstellung „Lucas Cranach der Jüngere – Entdeckung eines Meisters” im Augusteum und Lutherhaus. Mit der Kombi-Karte bestand danach noch die Gelegenheit das Cranach-Haus als weiteren Ort der Landesausstellung zu besuchen. Dort wurde eindrucksvoll mit zahlreichen Fotografien der lange Weg der Sanierung nachgezeichnet. Mit vielen neuen Eindrücken ging es zurück zum Hotel. Dort wurden wir bestens von den freundlichen Mitarbeitern umsorgt und die Küche hatte ein leckeres Abendessen zubereitet.

3. Tag, Freitag: Wörlitz, Schloss und Park, Dessau („Cranach in Anhalt”)
Wir begannen den Tag mit einer Besichtigung des zwischen 1769 und 1773, nach dem Vorbild englischer Landhäuser, entstandenen Wörlitzer Schlosses. Die reiche Innenausstattung, die sich vollständig erhalten hat, spiegelt die Reisen und Interessen des Fürsten Franz wider.

Wörlitz, Großer Saal im Schloß

Mit Diane Mieth und Brigitte Tarnow hatten wir zwei engagierte Führerinnen, die uns neben den Räumen auch die antiken Plastiken, italienischen und niederländischen Gemälde und englische Keramiken erläuterten. Ein Wiedersehen gab es mit den speziell für das Haus geschaffenen Möbelensembles von Abraham und David Roentgen, die wir vor Jahren bereits im Kreismuseum Neuwied bewundern konnten.

Das Schloss ist eingebettet in den ersten englischen Landschaftsgarten auf dem europäischen Festland, den wir anschließend - bei leider immer trüberer Witterung - zu Fuß und mit den Fähren durchquerten.

Wörlitz. Überfahrt mit der Amtsfähre

Das Ziel war das Gotische Haus, das zu den frühesten und besterhaltenen neogotischen Architekturen auf dem europäischen Kontinent zählt. Es wurde ab 1773 erbaut und bis 1813 mehrfach erweitert. Doris Leszczik und Klaus Rüdiger stellten uns die Geschichte des Hauses und die zahlreichen Kunstschätze bei einer Führung vor. Da sich der Regen verstärkte waren wir froh, dass es im Café am Eichenkranz eine trockene und mit Öfen angenehm beheizte Einkehrmöglichkeit gab.

Da wir für den Samstag keinen Führungstermin in Dessau bekommen konnten, sind wir am Nachmittag die wenigen Kilometer hinüber nach Dessau gefahren. Zuerst konnten wir noch einen Blick in nach den Kriegszerstörungen wiederaufgebaute Kirche St. Marien werfen.

Dessau, Modell des ehem. Residenzschlosses (bis 1945)

Ein Modell verdeutlicht die Größe des ehemaligen Dessauer Residenzschlosses, von dem nach dem verheerenden Luftangriff vom 7. März 1945 nur der sogenannte Johannbau (der rechte Flügel) erhalten blieb. Darin wurde ein weiterer Teil der Landes-Ausstellung unter dem Titel „Cranach in Anhalt” präsentiert, in der die Cranach-Zeichnungen aus dem Museum in Reims einen besonderen Höhepunkt bildeten.

Dessau, Cranach in Anhalt stellte uns Christiane Quanz vor

Mit Heidi Pietsch und Christiane Quanz hatten wir wiederum zwei hervorragende Führerinnen durch die sehenswerte Ausstellung, die an diesem Abend erst einige Minuten später ihre Pforten schließen konnte. Rückfahrt nach Wörlitz und Abendessen im Hotel.

4. Tag, Samstag: Park Oranienbaum, Dessau Bauhaus
Die Fahrt nach Dessau haben wir in Oranienbaum unterbrochen, um einen Blick in den planmäßig angelegten Ort mit seinem Schloss zu werfen, das als Sommersitz für die Fürstin Henriette Catharina (Gemahlin von Fürst Johann Georg II. von Anhalt-Dessau und geborene Prinzessin von Oranien-Nassau) erbaut wurde.

Oranienbaum, Teilnehmer vor dem Schloss

Mit Tobias Graber hatten wir einen kompetenten Führer, der uns die Geschichte des Schlosses und der Parkanlagen vorstellte. Anstelle eines Barockgartens ist er zwischen 1793 und 1797 nach den Ideen des englischen Gartenbauers Sir William Chambers zum einzigen in Deutschland noch weitgehend erhaltenen englisch-chinesischen Garten umgestaltet worden.

Oranienbaum, Das chinesische Teehaus wurde sorgsam restauriert.

Erhalten sind die fünfgeschossige Pagode, das vom Wasser aus erreichbare und nach umfangreicher Restaurierung wieder zugängliche Gartenhaus (Chinesisches Teehaus) und mehrere Bogenbrücken.

Bauhaus Dessau, Werkstätten und Atelierhaus (re.)

In Dessau bestand im Bistro des Bauhauses die Gelegenheit zur Stärkung, bevor wir bei einer Führung mit Eva Meuer und Brigitte Franz das Bauhausgebäude kennenlernten.

Bauhaus Dessau, Gruppe in der Aula

Wir sahen verschiedene, sonst nicht allemein zugängliche Räume des 1926 entstandenen Schulgebäudes, darunter die Aula, das ehemalige Direktorenzimmer und ein früheres Studentenzimmer.

Bauhaus Dessau, im ehem. Direktorenzimmer

Anschließend bestand Gelegenheit, individuell einen Blick in die sanierten bzw. modern wieder aufgebauten Meisterhäuser zu werfen. Auf der Rückfahrt nach Wörlitz passierten wir das historische Arbeitsamt und die Siedlung Törten, die zur Zeit der Erbauung eine völlig ungewohnte Architektur hatte.

Wörlitz, Gusseiserne Brücke über den Georgskanal (1791)

Aufgrund der etwas zeitigeren Rückfahrt nutzten einige Teilnehmer die Zeit bis zum Abendessen mit einem ausgiebigen Spaziergang durch Wörlitz sowie den Park, andere die zahlreichen Wellness-Angebote des Hotels.

Wörlitz, Hotel Zum Stein

Am letzten Abend gab es im Hotel ein „Anhaltisches Menü” - mit Spezialitäten aus der Region.

5. Tag, Sonntag: Torgau: „Luther und die Fürsten”, Rückfahrt
Vor der Abfahrt am Morgen verabschiedete sich der Senior-Chef des Hotels, Herr Pirl, im Bus und wünschte uns eine gute Heimreise. Von der Sonnenausbeute ging der Wunsch auf jeden Fall in Erfüllung, lediglich der kalte Ostwind sorgte für Gänsehaut.

Torgau, Blick über die Elbe auf Schloss Hartenfels

Zusätzlich in das Programm aufgenommen hatten wir am letzten Tag die im Renaissance-Schloß Hartenfels in Torgau zu sehende 1. Nationale Sonderausstellung zum 500. Reformationsjubiläum: „Luther und die Fürsten”. Mit der Veröffentlichung der 95 Thesen 1517 erfasste die Reformation alle Lebensbereiche der Gesellschaft. Ihre Wirkungskraft verdankte sie insbesondere dem Eintreten der protestantischen Fürsten für die Lehren Martin Luthers.

Torgau, Wendelstein vor dem Neuen Saalflügel (1533)

Die malerische Renaissancestadt Torgau an der Elbe mit Schloß Hartenfels war das politische Zentrum der Reformation. Hier predigte Martin Luther und hier weihte er mit der Schlosskapelle 1544 den ersten protestantischen Kirchenneubau ein.

Torgau, Die Schlosskapelle wurde von Martin Luther geweiht

Elvira Leibeling und Klaus Berger stellten uns während der 90 Minuten-Führung nicht nur die Exponate im Schloss und alten Kanzleigebäude vor, sondern gaben auch viele zusätzliche geschichtliche Informationen zum Verständnis und der geschichtlchen Einordnung.

Nach einer individuellen Mittagspause begann um 13 Uhr die Rückfahrt nach Koblenz. Aufgrund eines längeren Staus auf der A5 bei Grünberg erreichten wir Koblenz jedoch leider nicht früher, sondern erst gegen 21 Uhr.

Termin: Mittwoch, 7. Oktober 2015
Abfahrt:
8.00 Uhr, Koblenz; 8.40 Uhr, Limburg, Frankfurter Str.
Rückkunft: Sonntag, 11. Oktober 2015, gegen 20.30 Uhr
Reisepreis: Mitglieder: 445,00 € p.P. im DZ; Gäste: 460,00 € p.P. im DZ;
EZ-Zuschlag: 60,00 €
Leistungen:

  • Fahrt mit Nichtraucher-Fernreisebus
  • 4 x Übernachtungen im Hotel „Zum Stein“, Wörlitz
  • reichhaltiges Frühstückbuffet
  • 1 x Begrüßungscocktail
  • 3 x Verwöhn-Halbpension
  • 1 x Anhaltisches Menü
  • Freie Benutzung der römischen Bade- und Saunalandschaft mit Laconium, Tepidarium, Caledarium, Finnischer Trockensauna und Erlebnisdusche
  • Führungen und Eintritte gem. Programm (ausgenommen Luther-Ausstellung in Torgau)
  • Reiseleitung durch Koblenzer Bildungsverein

Leitung, Bericht und Fotos: Hans-Peter Günther

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