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Ein Tag an der Saar

Saarburg und die Klause in Kastel-Staadt
Samstag, 4. Juli 2015

Da die Metereologen für den Tag unserer Exkursion mit dem Hoch „Annelie“ einen neuen Hitzerekord angekündigt hatten, gab es neun kurzfristige Absagen. So starteten letztendlich nur 23 TeilnehmerInnen mit unserem bewährten Busfahrer Jakob Hauprichs und einem Bus der Firma Apitzsch über die Eifel-Autobahn in das idyllisch gelegene kleine Städtchen Saarburg in der westlichsten Ecke von Rheinland-Pfalz. Reiseleiterin Anke Falkenstett gab auf der Hinfahrt verschiedene Informationen zur Eifel und „2000 Jahre Schifffahrt auf der Mosel“ sowie über die zum Weltkulturerbe zählende Stadt Trier. Nach einer angenehmen Fahrt - in Trier mit grüner Welle - erreichten wir das Ziel unserer Fahrt. Mit Hildegard Koch und Petra Bell hatten wir zwei kompetente Stadtführerinnen bei unserem Rundgang durch das Städtchen (rd. 6800 Einw.).

Saarburg um 1580 (Ausschnitt)

Wir begannen mit unserer einstündigen Führung am Rathaus in der Oberstadt und gingen entlang der Leuk, eines nur 15 km langen Nebenflusses der Saar, das seit einer Umleitung des Bachbettes im 12. Jh. in einem 18 m hohen Wasserfall in die Tiefe stürzt.

Saarburg mit Mündung der Leuk

Auf steilen Wegen und Treppen gelangten wir in die Unterstadt, in der sich eine Doppelreihe meist kleiner Häuser mit spitzen Giebeln entlang des Saar-Ufers erstreckt.

Herr Matthes erläutert die Arbeiten für den Glockenguss

Unmittelbar außerhalb der Stadtmauer wurde 1770 die Glockengießerei Mabilon errichtet, in der bis 2002 noch das traditionelle Handwerk ausgeübt wurde. Wolfgang Matthes, ein ehem. Gymnasiallehrer, erläuterte uns auf anschauliche Weise den Betrieb, der heute als einziges Glockengießerei-Museum in Deutschland zugänglich ist. Mit der komplett erhaltenen Einrichtung ist ein sehenswertes Industriedenkmal erhalten geblieben. Außerordentlich bedauerlich ist allerdings, dass die speziellen Kenntnisse des letzten Glockengießers mit seinem Tod verloren gehen, der er keinen Nachfolger gefunden hat.

Saarburg, Blick von der Burg

Während der anschließenden Mittagspause war für das leibliche Wohl bestens gesorgt, zumal die 38. Saarburger Markttage zum Schlendern, Einkauf und Schlemmen einluden. Auch ein Aufstieg zur Burg – mit einer herrlichen Aussicht über Saar und Stadt - war möglich. Um 14.30 Uhr – es war jetzt spürbar heißer geworden – fuhren wir weiter in das knapp zehn Kilometer entfernte Kastel-Staadt. Leider entsprach die noch am Vormittag erhaltene Auskunft, dass die seit langem bestehende Baustelle in Kastel am Wochenende auch mit Bussen passiert werden könnte, nicht den Tatsachen. Auch die ausgeschilderte Umfahrung war für Busse nicht zu meistern.

Baustelle Kastel: Auf dem langen Marsch

So blieb nur der Halt vor dem Ortsbeginn und der – aufgrund der Hitze recht strapaziöse – Fußmarsch bis zur letztendlich rund 1200 Meter entfernt gelegenen Klause. Am Ziel der „Buß-Wallfahrt“ angekommen, entschädigte die Lage und Aussicht der Anlage – rund 200 Meter über dem Saartal.

Klause Kastel 200m über der Saar

Hildegard Koch erläuterte uns anschaulich die wohl schon in keltischer Zeit genutzte Stätte, die im Mittelalter von Einsiedlern bewohnt zum Wallfahrtsort wurde. In preußischer Zeit ließ Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. – der Romantiker auf dem Thron – 1834/35 eine Grabkapelle für den von ihm verehrten blinden König Johann von Böhmen errichten. Architekt war Karl Friedrich Schinkel.

Sarkophag von Johann von Böhmen

Zu dem Areal gehört auch die auf einen Vorgängerbau aus römischer Zeit zurückgehende Pfarrkirche St. Johannes der Täufer sowie ein Ehrenfriedhof. Ursprünglich im Programm nicht vorgesehen – aber sicherlich für alle ein schöner Abschluss – war der Besuch des Aussichtspunktes auf die beeindruckende Mettlacher Saarschleife mit der von ihr umschlossenen Burgruine Montclair bei Orscholz.

Blick auf die Saarschleife

Dieser Blick war ein erholsamer Ausgleich für das anstrengende Programm, dem im nahen „Cloefer Atrium“ noch die Gelegenheit für eine kurze Schlussrast folgte. Die Rückfahrt erfolgte über Mettlach entlang der Saar zunächst nochmals nach Saarburg, wo wir Frau Koch mit einem herzlichen Applaus verabschiedeten. Nach einem erlebnisreichen Tag trafen wir alle wohlbehalten gegen 20.15 Uhr wieder im tropisch heißen Koblenz ein. 

Termin: Samstag, 4. Juli 2015
Abfahrt: 8.00 Uhr, Koblenz, Reisebusbahnhof, Rückkunft gegen 20.00 Uhr
Preis: Mitglieder, RVDL: 32,00 €, Gäste: 34,00 €
Leistungen: Busfahrt, Führungen, Eintrittspreise
Leitung: Anke Falkenstett

Bericht: Anke Falkenstett und H.-P. Günther, Fotos: Hans-Peter Günther

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