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Feste Kaiser Franz

Koblenzer Festungsanlagen
Samstag, 5. April 2014

Von 1995 bis 2001 haben wir erstmals die verschiedenen Anlagen der ehemaligen Festung Koblenz besucht, die damals gerade aus ihrem jahrzehntelangen „Dornröschenschlaf“ erwachten. Ehrenamtlich tätige Vereine konnten einige der Anlagen wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung bringen. Besonders schwierig war und ist dies für den Bereich der „Feste Franz“ in Koblenz-Lützel.

Feste Kaiser Franz, erbaut ab 1819

Um den weiteren Verfall der ehemaligen Festungsteile zu stoppen, gründete sich im Sommer 1997 der Verein Feste Kaiser Franz e.V. Dieser setzt sich für den Erhalt und die Nutzbarmachung der Anlage ein, die durch Entfestigungsmaßnahmen nach dem Ersten Weltkrieg in großen Teilen zerstört und durch Sprengungen und Leerstand nach dem Zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Vorstandsmitglied Florian Teschke hatte bereits vor dem Beginn der Führung einige Vorarbeiten - vor allem zur Ausleuchtung verschiedener Bereiche - vorgenommen. Leider fanden sich nur 14 Personen am Treffpukt ein, um durch das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung zunächst den mächtigen Kehlturm zu besichtigen.

Feste Franz, Grp. vor dem Kehlturm

Dort erfolgten seit 2009 umfangreiche Arbeiten zur statischen Sicherung. Aufgrund der nicht ausreichenden Fundamentierung auf sandigen Böden waren im Kehlturm große Risse entstanden, die das Mauerwerk durch alle Stockwerke durchzogen. Deshalb wurde auch das gesamte Erdreich über den Gewölben abgetragen und stattdessen Notdächer errichtet, um das weitere eindringen von Nässe zu verhindern und den Verfall zu stoppen. Nach vielen Jahrzehnten ist das Mauerwerk des Kehltumrs inzwischen weitgehend trocken.

Feste Franz, Innenhof des Kehlturms

Anschließend besichtigten wir den ehemaligen Hauptzugang mit der eindrucksvollen Toranlage, die Formen der ägyptischen Tempelarchitektur aufgreift. Dahinter folgt die gewölbte Durchfahrt, die sogenannte Poterne, zur Festung auf dem Petersberg. Die Freilegung verschiedener Gänge und Räumlichkeiten hat in den letzten Jahren interessante Dinge zu Tage gefördert, so u.a. einen völlig zerlegten und unter Tonnen von Erde versteckten VW-Bus aus dem Anfang der 1960er Jahren.

Feste Franz, Grp vor dem Hauptportal

Seit unserem letzten Besuch sind in diesem Bereich wohl die umfangreichsten positiven Veränderungen erfolgt. Der weitere Rundgang über den Petersberg führte über Teile des Lützeler Friedhofs zur ehemaligen Bubenheimer Flesche, die bis zu ihrem Abbruch ein Teil des Lützeler Volksparks war.

Nach der sehr intensiven Führung war die Kaffeepause in der Cafeteria der "Herberge zur Heimat" ein schöner Abschluss.

Termin: Samstag, 5. April 2014
Treffpunkt: 13.00 Uhr, Koblenz-Lützel, Bodelschwinghstr., Bushaltestelle „An der Ringmauer“
Ende: gegen 17.00 Uhr
Preis: Mitglieder und RVDL: 5,00 €
Gäste: 7,00 €
Leistungen: Führung
Leitung: Hans-Peter Günther

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