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Die Wittelsbacher am Rhein

Samstag, 7. Dezember 2013

Mit 42 Teilnehmern fand die Jahresabschlussfahrt nach Mannheim zur Ausstellung „Die Wittelsbacher am Rhein“ im Reiss-Engelhorn-Museum eine gute Resonanz.

Mannheim: Plakat zur Ausstellung

Dort hatten wir mit Eileen Wiesmann und Moritz Nocher zwei sehr kompetente Führer, die uns die achthundertjährige Geschichte der Wittelsbacher näher brachten. Die kurpfälzer Wittelsbacher gewannen das pfälzische Kurfürstentum und residierten ab 1214 an Neckar und Rhein im östlichen Teil der heutigen Pfalz und um Mannheim/Heidelberg.

Schloss Mannheim

Mannheim war von 1720 bis 1778 ihre Residenzstadt. Durch Erbvertrag übernahm die kurpfälzer Linie die Besitzungen der aussterbenden bayrischen Linie und residierte fortan in München. 1801 verloren sie mit dem Frieden von Lunéville ihren linksrheinischen Besitz. Durch den Wiener Kongress wurden ihre Stammlande großherzoglich badisch – dafür gewann das Haus Wittelsbach die gesamte Pfalz hinzu, bis ihre Herrschaft durch die Revolution von 1918 endete.

Mannheim: Das Ornat der Kurfüsten

Unsere Führung begann im ehemaligen Zeughaus am Toulon-Platz. Für jugendliche Besucher waren dort die Roben und Baretts von sieben Kurfürsten ausgestellt, in denen man sich fotografieren lassen konnte (ansonsten besteht in der Ausstellung aber Fotografierverbot).

Der zweite Abschnitt der Wittelsbacher Herrschaft – ab etwa dem Jahre 1500 – wurde im Mannheimer Schloss dargestellt, ehemalige Wittelsbacher Residenz und – nach Versailles die zweitgrößte Barockschlossanlage Europas.

Die Mittagszeit diente zur Besichtigung der Quadratestadt Mannheim. In der vor rund 400 Jahren rechteckig angelegten Stadt gibt es kaum Straßennamen, vielmehr tragen die Häuserblöcke Bezeichnungen von A 1 bis U 6. Ein Teil der Gruppe machte einen Einkaufsbummel über die Planken, die Hauptgeschäftsstraße, andere besuchten den Wochenmarkt am alten Rathaus, die meisten aber erfreuten sich am Weihnachtsmarkt auf dem Paradeplatz und den Kapuzinerplanken.

Um 15 Uhr ging es weiter zum Deidesheimer Weihnachtsmarkt, der laut „Welt am Sonntag“ zu einem der fünf schönsten im deutschsprachigen Raum gehört.

Deidesheim: Weihnachtsmarkt

Zu sehen gab es über 100 Aussteller und auch aktive Handwerker wie Bäcker, Glasbläser, Lederschneider, Keramiker, Holzschnitzer, Küfer. Eine „Weihnachtsscheuer“ in einem alten Scheunengebäude am Dienheimer Schloss und zahlreiche Stände boten wärmende Getränke wie Glühwein nur aus pfälzer Wein und Speisen wie den berühmten Saumagen. Einige nahmen sich die Zeit zu einem verfrühten Abendessen oder einem kleinen Umtrunk im bekannten Deidesheimer Hof, wo Bundeskanzler Kohl Anfang der achtziger Jahre den französischen Staatspräsidenten Mitterand das Saumagen-Essen lehrte.

Das Wetter spielte auch mit, es war zwar windig und meist bewölkt, aber trocken.

Termin: Samstag, 7. Dezember 2013
Abfahrt: 7.30 Uhr, Koblenz, Reisebusbahnhof
Rückkehr: gegen 20.30 Uhr
Preis: Mitglieder 36,00 €, Gäste: 38,00 €
Leistungen: Busfahrt, Eintritte, Führungen 

Leitung und Bericht: Hans-Jürgen Wenzel

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