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Der Norden der Toskana

10-tägige Kultur- und Studienreise
vom 25. September bis 4. Oktober 2009

Am Freitag, 25. September vertrauten sich 44 erwartungsfrohe Reiseteilnehmer um 6.00 Uhr unserem bewährten Busfahrer Jakob an, der uns sicher in die Toskana chauffierte. Etappenziel war das Vier-Sterne-Hotel "Parma & Congressi" in Parma. Dort konnte der Vorstand einem völlig überraschten Mitreisenden zu seinem 60. Geburtstag gratulieren, den er an diesem Tag feierte.

Samstag, 26. September
Nach der Zwischenübernachtung war unser erstes Tagesziel Pontremoli. Dort erlebten  wir zunächst eine unerwartete Führung durch die im 13./16. Jh. erbaute Kirche Santissima Annunziata mit innen gelegenem achteckigen Marmortempel.

Pontremoli mit Festung Cassiaguerra

Das von der ehemaligen Festung Cacciaguerra überragte Pontremoli im Tal des Fiume Magra lud ein zu einem Besuch der barocken Kathedrale mit klassizistischer Fassade und zu einem Bummel durch die Altstadt und über den Samstagsmarkt ein.

Markt in Pontremoli

Besucher staunten ungläubig, was in so einem Landstädtchen geboten wurde, wenn man an den Koblenzer Wochenmarkt denkt ...
Über die alte Pilgerstraße Via Francingena erreichten wir das in den apuanischen Alpen gelegenen Carrara.

Carrara Führung im Marmorbruch

Sachkundig führte uns Gabriele durch einen der Marmor-Steinbrüche; von einstmals 1300 Brüchen sind noch 300 geblieben. Schon Michelangelo bediente sich hier für seine unvergleichlichen Statuen. Der Besuch wurde abgerundet durch einen Bummel durch Carrara über den Handwerkermarkt, und einen Blick in den romanisch-gotischen Dom S. Andrea mit seiner bekannten Fensterrosette. Abends bezogen wir unser Stammquartier, das im quirligen Viareggio am Mittelmeer gelegene Hotel „President“.

Sonntag, 27. September
Heute stand das mittelalterliche Lucca auf dem Programm, dessen Stadtmauer noch völlig erhalten ist. Lucca ist Geburtstadt des Komponisten Giacomo Puccini.

Lucca: Mosaik an San Frediano

Stadtführerin Sabine, eine geborene Schweizerin, zeigte uns sachkundig die Kirche San Frediano, den Dom San Martino mit herrlich gegliederter Fassade,

Lucca: Caffè di Simo

Puccinis Lieblingsort - das Caffè di Simo, den umbauten Platz des ehemaligen Amphitheaters, die Piazza Napoleone mit dem Regierungspalast und den herrlichen Garten der Villa Controni-Pfanner, der von einer erfolgreichen Bierbrauerfamilie angelegt wurde.

Lucca: Ausblick vom Torre Guigini

Nicht wenige erklommen über 234 Treppenstufen den "Torre Guigini" - den letzten noch völlig erhaltenen Geschlechterturm aus dem 14. Jh. - und wurden mit einer herrlichen Rundsicht über Lucca belohnt.

Nachmittags beeindruckte uns das mittelalterliche Städtchen Montecarlo in den Collinischen Bergen. Fürs erste misslang der Besuch in Puccinis Wohnhaus in Torre del Lago. Obwohl wir für 17 Uhr angemeldet waren, erfuhren wir von der dortigen Führerin, an dem Tag sei soviel los gewesen und sie sei jetzt müde …. Kultur ist oft ein wenig problembeladen.

Montag, 28. September
Durch die Bergwelt der Garfagnana begleitete uns Fremdenführerin Sabine.

Die Teufelsbrücke über den Serchio

Nach kurzer Rast an der Teufelsbrücke über den Fluss Serchio besichtigten wir die romanische Pfarrkirche Pieve di Loppia und das noch mittelalterlich erhaltene Barga mit seinem romanischen Dom S. Cristoforo.

Picknick in Loppia

Ein zünftiges Picknick mit toskanischem Käse, toskanischer Wurst und natürlich Wein an der Kirche von Loppia schloss sich an – selbstverständlich hatten wir die Küsterin um Erlaubnis gebeten. Ein Besuch im Städtchen Castelnuovo di Garfagna mit der Burg San Rocca rundete den erlebnisreichen Tag ab.

Dienstag, 29. September
Mit der konkurrenzlos billigen Italienischen Eisenbahn fuhren wir in das prächtige Florenz. Zahlreiche Teilnehmer konnten mit vorgebuchten Karten ohne lange Wartezeit die Gemälde- und  Skulpturensammlungen in den Uffizien bewundern und standen vielleicht zum ersten Male fasziniert vor Botticellis Venus oder Michelangelos David. Anschließend konnte jeder für sich die Stadt und ihre zahlreichen Sehenswürdigkeiten erkunden:

Florenz: Dom mit der Kuppel von Brunelleschi

Zentrum der Florentiner Kirchen ist die romanisch-gotische Kathedrale Santa Maria del Fiore mit ihrer eindrucksvollen Kuppel von Filippo Brunelleschi, daneben das Baptisterium San Giovanni.

Florenz: S. Maria Novella

die Kirche Santa Maria Novella, die Piazza della Signora, der Ponte Vecchio mit seinen Gold- und Silberschmiedeläden, den klassischen Renaissance-Palazzo Pitti mit seiner Tiziansammlung und seinem Garten (Giardino di Boboli).

Mittwoch, 30. September
Der Tag begann mit einer Bootsfahrt über den Lago di Massaciuccoli, einst Jagdrevier des passionierten Jägers Puccini. Ein kleiner Imbiss mit toskanischen Spezialitäten und natürlich einem Gläschen Wein bei Roberto im Örtchen Massaciuccoli schloss sich an. Am Nachmittag macht uns Reiseleiterin Anna mit dem weltbekannten Ensemble auf der

Pisa: Piazza dei Miracoli

... Piazza dei Miracoli in Pisa bekannt: Dom Santa Maria Assunta, Baptisterium,

Pisa: Campo Santo

... Campo Santo und natürlich dem Campanile, als Schiefer Turm von Pisa bekannt. Ganze Legionen fotografierender Japaner waren wie immer hier zu sehen. Seitenhiebe der Luccanerin Anna auf die ehemalige Konkurrenzstadt Pisa durften natürlich nicht fehlen.

Donnerstag, 1. OktoberVolterra: Porte al Arco Etrusco

Unsere heutige Reiseführerin Serena machte uns mit dem mittelalterlichen, auf eine etruskische Ansiedlung zurückgehenden Volterra bekannt: mit der Piazze die Priori, dem Dom, dem Baptisterium, dem römischem Amphitheater und dem Etruskermuseum.

Tenuta: Toskan. Spezialitäten

Das Mittagessen wurde uns serviert in dem - mitten in Weinbergen gelegenen - »Agroturismo Tenuta San Guido«. Als Vorspeise gab es eine leckere Wurst- und Schinkenplatte, als Hauptgang Rinderbraten in Rotwein und als Dessert eine Crème brulée. Zum Essen gehörten natürlich Weiß- und Rotweine aus der Region.

Durch eine prachtvolle Zypressen- Allee fuhren wir nach dem Essen zum kleinen Dorfe Bolgheri. Dort stehen zwei, fast 300 Jahre alte Olivenbäume.

 

Freitag, 2. Oktober
Endlich wurde der Besuch in der Villa Puccini in Torre del Lago nachgeholt, die heute museal konserviert und von einem Förderverein erhalten wird. Die Originaleinrichtung mit zahlreichen Ausstellungsstücken (Musikinstrumente, Noten, Jagdgewehren und -stiefeln, Fotos, Urkunden) ist noch erhalten. In der umgestalteten Kapelle ist der früh verstorbene Meister begraben.

Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Manche nutzten ihn zum nochmaligen Besuch von Lucca oder Florenz.

Viareggio: Gran Caffè Margherita

Ein Teil der Gruppe blieb in Viareggio mit seinen Jugendstilhäusern, seinem Hafen und historischen Bauten wie dem Gran Caffè Margherita - in dem auch Puccini seinen Espresso nahm - oder genoss den Aufenthalt am Mittelmeerstrand.

Rückfahrt
Auch die Rückreise am Samstag und Sonntag (3. und 4. Okt.) wurde wie gewohnt zum Erlebnis. Wegen eines Staus im Gotthardtunnel fuhr Jakob kurz entschlossen über die Passhöhe. Der Umweg wurde mit ständig wechselnden Ausblicken auf die Berge und in die Schluchten des Gotthardmassivs belohnt.

Nach Zwischenübernachtung in Basel und einem frugalen Frühstücksbuffet im Hotel „Ramada“ ging es über die elsässische Weinstraße und an Straßburg vorbei zum Schweigener Hof am südlichen Tor zur Deutschen Weinstraße. Dort stärkte uns ein deftiges pfälzisches Mittagessen für die Heimreise ins inzwischen kühle Koblenz.

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