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Antwerpen: Kulturmetropole Flanderns

Wiedereröffnung des Königlichen Museums der schönen Künste
Antwerpener Handelsbörse wieder in altem Glanz
4-tägige Kultur- und Studienreise vom 1. bis 4. Dezember 2023

Unsere Jahresabschlussreise führte uns in diesem Jahr wieder einmal nach Belgien, in Flanderns faszinierende Kulturstadt Antwerpen, die viel Neues zu bieten hatte.

Antwerpen, Treppenhaus des KMSKA

Elf Jahre haben wir gewartet: nach umfangreichen und jahrelangen Renovierungsarbeiten hat das Königliche Museum der Schönen Künste Antwerpen (KMSKA) seit Ende September 2022 wieder seine Pforten für die Kunstbegeisterten aus aller Welt geöffnet. Es zählt zu den bedeutendsten Museen Europas. Seine Sammlung bietet eine nahezu vollständige Übersicht über die flämische und belgische Kunst vom 14. bis ins 20. Jahrhundert. Ebenso erstrahlt nach rund 15 Jahren Leerstand und weiteren drei Jahren Renovierung die Antwerpener Handelsbörse wieder in altem Glanz. Das schicke Hafenviertel „Het Eilandje" erwartet uns mit Restaurants und Bistros. Wir wohnen im 4-Sterne-NH Hotel Collection unmittelbar neben dem Antwerpener Hauptbahnhof und im Diamantenviertel.

1. Tag, Freitag: Anreise nach Antwerpen
Wir fuhren von Koblenz auf direktem Wege nach Antwerpen. Bereits bei der Anreise gab Romy Zahren einen ersten Überblick über die interessante Geschichte Antwerpens und die dort lebenden und arbeitenden Maler, wie Peter Paul Rubens und Anton van Dyck. Unser Bus konnte gegenüber des ehemaligen Hafengeländes an der Schelde, das mit einem abwehrenden Gitter geschützt war, halten und wir hatten es von dort nicht weit in das historische Stadtzentrum.

Antwerpen, Ankunft am Scheldekai

Nach der Ankunft gab es zunächst Gelegenheit zu einer individuellen Mittagspause.

Antwerpen, Großer Markt

Treffpunkt zu unserer anschließenden Stadtführung war der Grote Markt vor dem Rathaus mit dem 1887 von dem Antwerpener Bildhauer Jef Lambeaux geschaffenen Brunnen, der an die Stadtgründung von Antwerpen erinnert. Auf der Spitze steht Silvius Brabo, der die abgehackte Hand des Riesen Druon Antigon, den er zuvor im Kampf besiegt hatte, in die Schelde wirft.

Antwerpen, Führung mit Marleen Thys

Ab 14 Uhr unternahmen wir mit Marleen Thys eine zweistündige Stadtführung zu Fuß, bei der wir unter anderemdas ab 1501 erbaute Zunfthaus der Metzger besuchten, in dessen großer Halle im Erdgeschoss sich heute ein Museum der Musikgeschichte und von Instrumenten befindet.

Antwerpen, Zunfhaus der Metzger um 1505

Natürlich durfte auch ein Besuch der barocken St. Carolus-Borromaeus-Kirche nicht fehlen. Sie war die Hauptkirche des Jesuiten-Ordens, die in der Zeit der Gegenreformation innerhalb einer sehr kurzen Bauzeit errichtet wurde. 

Antwerpen, St. Carolus Borromaeus

Peter Paul Rubens trug zur Gestaltung der Fassade und des Innenraums mit 39 großen Deckengemälde bei, die leider einem Brand im Jahr 1718 zum Opfer gefallen sind.

Antwerpen, Jesuitenkirche

An die sehr intensive Stadtführung schloss sich noch eine einstündige Rundfahrt mit unserem Bus an. Gut eine Stunde nach dem Zimmerbezug trafen wir uns zum gemeinsamen Spaziergang zum bekannten Restaurant Horta. Dort gab es ein ganz hervorragendes gemeinsames Abendessen. Der Rückweg zum Hotel war gleichzeitig ein guter Verdauungsspaziergang.

2. Tag, Samstag: Das Hafenhaus von Zaha Hadid, Besuch Museum am Strom (MAS), Zeit zur freien Verfügung

Antwerpen, Hafenhaus von Zarah Hadid

Bei schönstem Sonnenschein fuhren wir hinaus zur ehemaligen Feuerwehr-Kaserne, die durch einen grundlegenden Umbau und der grandiosen Ergänzung durch die Architektin Zaha Hadid zu einem der architektonischen Höhepunkte Antwerpens zählt.

Antwerpen, Hafenhaus, Brücke zw. Alt und Neu

Nur an arbeitsfreien Tagen besteht die Möglichkeit, das ansonsten von der Antwerpener Hafenbehörde genutzte Gebäude, mit Gruppen zu besichtigen. Dabei konnten wir u.a. einen Blick in die Cafeteria und das Kino im vierstöckigen Aufbau werfen, der über einer teilweise offenen Brücke über den Dächern der ehemaligen Feuerwehr-Kaserne errichtet wurde. Durch Treppen und einen Aufzug, der den historischen Schlauchturm nutzt, sind die Gebäudeteile miteinander verbunden.  

Antwerpen, Hafenhaus, Führung im Innenhof

Im heute überdachten Innenhof erläuterte Maria Snyckers - auf dem Luftbild von Antwerpen und seiner Umgebung - wichtige Zusammenhänge der Entwicklung von Stadt und ihren Hafenanlagen. Nach den sehr informativen Führungen, die andere Gruppe wurde nochmals von Marleen Thys geführt, fuhren wir mit unserem Bus bis in die Nähe des Museums am Strom (MAS). Das moderne Museumsgebäude ist in der Nähe der Schelde auf der Fläche des historischen Hansehauses erbaut worden. 

Antwerpen, Museum am Strom (MAS)

Dort nutzten wir die zahlreichen Rolltreppen, um dem Gebäude aufs Dach zu steigen. Von der Dachterrasse aus konnten wir einen herrlichen Blick über Antwerpen genießen.

Antwerpen, Steen (Vorburg) an der Schelde

Der weitere Nachmittag und Abend standen für eigene Entdeckungen zur Verfügung, wie beispielsweise zu einem Besuch des Steen, der mittelalterlichen Vorburg am Scheldeufer.

Antwerpen, Liebfrauen-Kathedrale

3. Tag, Sonntag: Snijders & Rockox-Haus, Kathedrale, Handelsbörse
Für den 1. Advent war ein umfangreiches Programm vorgesehen. Nach dem Frühstück gingen wir zum Snijders- und Rockox-Haus. Beide Namensgeber sind Schlüsselfiguren im Antwerpener Barock und spielen darin eine zentrale Rolle.

Antwerpen, Fhg mit Maria Snyckers im Snijders-Rockox-Haus

Nicolaas Rockox war Bürgermeister und Kunstsammler sowie ein Freund der Maler Rubens, Plantijn und van Dyck. Frans Snijders war ein Maler von Tieren und Stillleben, der oft von anderen Künstlern gebeten wurde, Tiere in ihre Werke zu integrieren. Die umfangreichen Sammlungen wurden uns bei einer Führung (in zwei Gruppen) näher gebracht.
Am Mittag trafen wir uns zu einem Besuch der Liebfrauen-Kathedrale mit ihren bedeutenden Rubens-Altargemälden: Kreuzaufrichtung und Kreuzabnahme. Zu den monumentalen Gemälden konnte Romy Zahren informative Erläuterungen geben.

Antwerpen, Führung zur Geschichte der Handelsbörse

Der für den Nachmittag angekündigte kurze Spaziergang mit Gästeführer Jacky zur Handelsbörse entwickelte sich zu einer ausgiebigen Führung. Die interessante Geschichte der Antwerpener Handelsbörsen führte zu verschiedenen Standorten in der Altstadt. An deren Abschluss stand der Besuch eines wiedergewonnenen architektonischen Juwels: Die nach einem Brand 1872 wieder aufgebaute Handelsbörse von 1531.

Der ehemals offene Innenhof war dabei mit einer gußeisernen Dachkonstruktion überbaut worden. Nach Ausgrabungen, die 2015 vor dem Bau einer Tiefgarage erfolgten und interessante Funde zutage förderte, wurde die Börse nach rund 20-jährigem Leerstand wiedereröffnet und wird heute u.a. als Konzertsaal in Verbindung mit einem Hotel genutzt.

Antwerpen, Handelsbörse von 1872

Der Rest des Abends stand – am einkaufsoffenen Sonntag – zur freien Verfügung. Auf dem Rückweg zum Hotel bildeten der 1905 eröffnete Hauptbahnhof Antwerpen Centraal und dessen 75 m hohe Kuppel und die weihnachtlich illuminierte Keyserlei eine eindrucksvolle Kulisse.

Antwerpen, Hauptbahnhof

4. Tag, Montag: Königliches Museum der schönen Künste, Rückfahrt nach Koblenz
Nach dem Frühstück fuhren wir zum, erst seit September 2022 wiedereröffneten, Königlichen Museum der schönen Künste Antwerpen (KMSKA), das als neoklassizistischer Monumentalbau im gründerzeitlichen Stadtviertel Het Zuid erbaut und 1890 eröffnet wurde. Dieser ‚Tempel der Künste' wurde während der elfjährigen Schließung nicht nur umfassend renoviert, sondern von den Architekten in einem mutigen Schritt auch erweitert.

Antwerpen, Ensor-Saal im KMSKA

Dabei wurden ehemalige Innenhöfe zu hohen und hellen Museumsräumen umgebaut. Bei einer Führung in zwei Gruppen lernten wir nicht nur Teile der grandiosen Sammlung alter und moderner Kunst kennen, sondern auch die neue Architektur. Im Museum bestand Gelegenheit zu einem Imbiss oder Kaffee und Kuchen.

Bis zum Beginn der Rückfahrt um 15 Uhr war noch etwas Zeit zum Bummeln oder Einkaufen. Die Rückfahrt nach Koblenz verlief trotz der unangenehmen Witterung – mit kontinuierlichem Schneeregen – weitgehend staufrei. So erreichten wir mit unserem Fahrer Vladimir Bozanic die Rhein-Mosel-Stadt sicher und sogar einige Minuten vor der geplanten Ankunft.

Termin: Freitag, 1. Dezember 2023
Abfahrt: 8.00 Uhr, Reisebusbahnhof Koblenz (früher Sparda-Bank)
Rückkunft: Montag, 4. Dezember 2023 gegen 19.30 Uhr
Preise:
Mitglieder: 689,– € p.P. im DZ
Gäste: 704,– € p.P. im DZ
EZ-Zuschlag: 175,– €
Leistungen:
• Busfahrt im 4-Sterne-First Class Bus
• 3 x Übernachtung mit Frühstücksbuffet im 4-Sterne-Hotel NH Collection Antwerp Centre
• 1 x 3-Gang-Menü im Restaurant Horta in Antwerpen
• dreistündige Stadtführung in Antwerpen
• Eintritt im Königlichen Museum der schönen Künste Antwerpen (KMSKA)
• zweistündige Führung im KMSKA
• Eintritt und zweistündige Führung im Snijders und Rockox Haus
• Führung „Die Börse von Antwerpen"
• Audio-Guide
• Programmheft
• City Tax
• Reiseleitung durch Koblenzer Bildungsverein

Reiseleitung: Romy Zahren

Bericht und Fotos: Hans-Peter Günther
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