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Das antike und frühchristliche Rom

7-tägige Kultur- und Studienreise (über Karneval)
vom 28. Februar bis 6. März 2019
( Es werden noch weitere Fotos ergänzt )

Rom, Forum Romanum vom Kapitol

Bei dieser Reise in die ewige Stadt haben wir Altbekanntes neu entdeckt und Neues kennengelernt. Der Fokus war auf die Spuren und Artefakte des antiken und frühchristlichen Rom gerichtet. Dennoch war es unmöglich, das Rom der Renaissance, das Rom des Barock usw. zu ignorieren... und wer wollte das auch - angesichts dieser Fülle von Schönheit, Eleganz und kunsthandwerklicher Qualität!
Damit sich die Überfülle verständlich machte und Zusammenhänge deutlicher wurden, konnten wir Herrn Dr. Ugo Martorelli als Begleiter durch Rom gewinnen. Er führt für die renommiertesten Studienreise-Veranstalter durch Rom und den Vatikan u.a. für die Zeitschrift „Die Zeit".
Wir wohnten im 4-Sterne-Hotel Ponte Sisto im Herzen von Rom. An drei Tagen nutzten wir den Roma-Pass, der ermäßigten Eintritt und direkten Zutritt bei Sehenswürdigkeiten und freie Fahrt mit Bus, Tram und U-Bahn ermöglicht.

Die laut unserem gedruckten Programmheft vorgesehene An- und Abreise per Bahn und mit Schlafwagen war in der geplanten Form nicht durchführbar, da uns die ÖBB mit dem geplanten Schlafwagenkontingent ab München im Stich gelassen hatte. So haben wir uns dann entschlossen die Reise mit dem Flugzeug ab Frankfurt durchzuführen Es sollte sich als eine gute Entscheidung herausstellen. Zwei unserer Teilnehmer, die den Zug gewählt hatten, berichteten uns, dass es im Nachtzug sehr laut und der Komfort äußerst mangelhaft gewesen sei.

1. Tag, Donnerstag: Flug nach Rom und erster Bummel
Nach dem Transfer per Bahn zum Flughafen Frankfurt hatten wir einen guten Flug mit Lufthansa bei schönstem Sonnenschein über die schneebedeckten Alpen. Bei unserer Ankunft in Rom holte unsere eigene Reiseleiterin Romy Zahren die Romapässe für die Teilnehmer im Touristen-Infobüro am Bahnhof ab und nach einem einstündigen Bustransfer konnten wir bereits am Nachmittag in unserem Hotel Ponte Sisto einchecken. Besser kann man eigentlich in Rom nicht wohnen, nur einige Schritte von Trastevere, dem Jüdischen Viertel und dem Campo de Fiori entfernt.
Das Hotel - von außen unscheinbar - ist komfortabel ausgestattet, mit zwei palmenbesetzten Innenhöfen und einem herrlichen Dachgarten mit großen Terrakottatöpfen, die mit Zitronenbäumen bestückt sind und von dem man einen traumhaften Blick bis zum Vatikan hat. Einige von uns hatten Zimmer, die zum großen Garten vom Palazzo Spada mit wunderschönen Bäumen und mehreren Terrakotta-Brunnenanlagen hin gelegen waren.

Rom, Tiberinsel

Bereits am frühen Nachmittag konnte Romy Zahren, die sich in Rom gut auskennt, mit einer Führung beginnen. Wir stiegen die lange Treppe zum Tiber herab und bummelten am Fluss entlang bis zur Tiberinsel, die über zwei Brücken mit der Stadt verbunden ist. Zum linken Ufer führt die 62 v.Chr. errichtete und noch erhaltene Pons Fabricius, zum rechten Ufer nach Trastevere die 46 v. Chr. errichtete Pons Cestius.
Auf der Insel befindet sich die Basilika San Bartolomeo all'Isola und ein vom Orden der Barmherzigen Brüder geführtes Krankenhaus. Bevor wir die Insel überquerten warfen wir noch einen Blick auf die schwerbewachte große jüdische Synagoge Der historische Bau in Form eines griechischen Kreuzes mit weithin sichtbarer Kuppel wurde von 1901 bis 1904 an de Stelle des früheren römischen Ghettos errichtet. Rund um die Synagoge leben heute etwa 17.000 Einwohner jüdischen Glaubens. Dort befinden sich auch zahlreiche jüdische Restaurants, in denen man jüdischen Spezialitäten genießen kann: insbesondere die Artischocken auf jüdische Art, sind zu empfehlen. Viele Menschen genossen die schöne Atmosphäre auf der Insel und genossen im Feien die angenehme Frühlingssonne.
Wir bummelten rein nach Trastevere, dass vor Jahrhunderten die Wohnstätte der Arbeiterklasse war. Heute ist das Viertel der Treffpunkt für den abendlichen Bummel und dem Besuch der vielen Trattorien und Bars. Den Mittelpunkt des Viertels bildet die Piazza Santa Maria mit der Kirche Santa Maria in Trastevere, die die älteste Marienkirche Roms ist. Der Innenraum der Kirche ist überwältigend. Die Mosaiken in der Apsis stammen noch aus der Zeit des Neubaus im 12. Jahrhundert. Die Mosaiken am Triumphbogen und im unteren Apsisabschnitt wurden ein Jahrhundert später von Pietro Cavalini geschaffen. Letztere zeigen in sechs Bildern das Marienleben.
Trotz barocker Ergänzungen und Umbauten hat die Kirche noch den mittelalterlichen Eindruck bewahrt. Die Säulen stammen aus einem antiken Gebäude, möglicherweise aus den Caracallathermen.
Wir bummeln weiter bis zur Ponte Sisto. Hier löst sich unsere Gruppe auf. Viele suchen die naheliegenden Restaurants zum Abendessen auf. Einige hatten noch ein besonderes Erlebnis. Sie tanzten auf der Ponte Sisto zu der Musik einer kleinen Musikergruppe, die einen hervorragenden Rock and Roll spielten.

2. Tag, Freitag: Roma Eterna
Am nächsten Morgen konnten wir unseren sachkompetenten und charmanten Reiseleiter Herr Dr. Ugo Martelli begrüßen, der am Tag vorher zum sechsten mal Vater geworden war. Bei schönstem Kaiserwetter begannen wir mit der weiteren Erkundung von Rom. Direkt um die Ecke liegt der Palazzo Spada. Im Palast befindet sich die Galeria Spada, die Gemälde aus dem 16. und 17. Jh. zeigt und die wir an unserem freien Tag kostenlos besichtigen konnten. Der Palazzo Spada zählt zu den großen Stadtpalästen von Rom. Durch Borromini wurde der berühmte perspektivische Gang angelegt, der zu den bekanntesten barocken Augentäuschungen zählt.

Rom, Palazzo Spada

Diese mit Säulen geschmückte Galerie wird vom Innenhof zu ihrem Ausgang immer schmaler und der Abstand der Säulen verringert sich in der Ferne, so dass trotz ihrer Länge von gerade einmal neun Metern der Eindruck eines langen und weiten Raumes vermittelt wird. Die sehr groß wirkende Figur am Ende des Ganges ist in Wirklichkeit nur etwa 50 Zentimeter groß. Wenn die Hauskatze vor ihr vorbeiläuft, wirkt diese wie ein Puma. Neben der Galerie ist auch der italienische Staatsrat in dem Palast untergebracht. Weiter geht es um die Ecke zum Palazzo Farnese, einem der bedeutendsten Bauwerke der italienischen Renaissance und nach dem Adelsgeschlecht der Farnese benannt. Der Palast wird von Frankreich als Botschaftsgebäude genutzt. Nur wenige Minuten sind es dann zum Campo de Fiori. Jeden Morgen findet hier ein Markt statt. Auf der Mitte des Platzes steht die Statue von Giordano Bruno.

Der italienische Priester, Dichter und Philosoph wagte es die Unendlichkeit des Weltraumes zu postulieren, seinerzeit ein Widerspruch zur Lehre der Kirche. Wie so viele öffentliche Hinrichtungen auf der Campo de Fiori, fand auch seine Verbrennung als Ketzer hier statt. Erst viel später im Jahre 2000 erklärte Papst Johannes Paul II, dass die Hinrichtung auch aus kirchlicher Sicht ein Unrecht war. Wir machen hier eine kleine Cafepause. Man sollte diese in einer der Gassen um den Platz herum einnehmen. Hier befinden sich auch einige gute preiswerte Restaurants, z.B. in der Via dei Cappellari (Hutmacher).

Wir bummeln weiter zur Piazza Navona, dem berühmtesten Platz von Rom. Ein Platz mit einer langen Geschichte. Im Mittelpunkt steht die Fontana die Quattro Fiumi (Vierströmebrunnen), einer der größten und berühmtesten Brunnen von Bernini. Zu Füßen des ägyptischen Obelisken symbolisieren vier Männer die großen Flussläufe der damals bekannten Welt, Donau, Nil, Ganges und Rio de la Plata. Daneben der Fontana del Moro (Mohrenbrunnen) und der Fontana del Nettuno, der Neptunbrunnen. Am Rande des Platzes befindet sich die Kirche S.Agneses in Agone von Borromini erbaut, dem großen Konkurrenten von Bernini. Nur wenige Schritte sind es zur Kirche Santa Maria dell'Anima der deutschen Nationalkirche und heute die Kirche der deutsch sprechenden Katholiken in Rom. Papst Hadrian der VI. ist im Chor der Kirche begraben. Nach jahrelanger Restaurierung zeigt sich jetzt der Innenraum in neuem strahlendem Glanz. Er ist jetzt wie die Sixtinische Kapelle in eine warme LED-Beleuchtung getaucht, die den restaurierten Farbenreichtum aller Kunstwerke hervorhebt. Insbesondere das übergroße Kruzifix aus dem Jahre 1584 oder die Marienfresken rechts und links vom Altarraum, das Deckengewölbe mit Goldornamenten im Stil des 16. Jh. und das besonders wertvolle Hauptaltarbild „Heilige Familie mit den Heiligen Markus und Jakobus" von dem Raffael-Schüler Giulio Romano. Wir verliesen die Kirche spazierten am Palazzo Madama, dem Sitz des italienischen Senats und der französischen Kirche San Luigi die Francesi vorbei, in der sich bedeutende Gemälde von Caravaggio befinden (ein Ziel einer nächsten Reise) zum Pantheon.

Rom, Pantheon

Das Bauwerk ist von allen antiken Monumenten das besterhaltene und eines der eindrucksvollsten. Bis heute hat das Pantheon die größte nicht verstärkte Zementkuppel der Welt, eine Meisterleistung der römischen Antike. Erbaut wurde das Pantheon von Marcus Agrippa im Jahre 27 v. Chr. als herkömmlicher Tempel. Kaiser Trajan ließ es 118 nach einem Brand wieder aufbauen. Die prachtvolle Kuppel hat einen Durchmesser von 43 m, eine Höhe von 24 m und ist in der Mitte geöffnet. Die Kreisöffnung hat einen Durchmesser von 8,95 m. Hier flutet das einfallende Sonnenlicht das Innere der wunderschönen Tempelhalle mit ihren Altären, den Statuen und Grabmälern. Im Pantheon befinden sich die Gräber der beiden Könige Vittorio a Emanuele II und Kaiser Umberto I. Ebenso das Grab des Malers Rafael.

Auf dem Vorplatz des Pantheons, der Piazza della Rotanda befindet sich der Brunnen Fontana di Pantheon mit dem 6,35 m hohen Obelisken Ramses II. Fußnah erreichten wir die Piazza Santa Maria Sopra Minerva mit ihrem aus dem 6. Jh. stammenden Obelisken aus Ägypten aus einem Isis- und Separis-Heiligtum, der von dem berühmten kleinen steinernen Elefanten von Bernini getragen wird. Er steht sozusagen als Wächter vor der Kirche Santa Maria Sopra Minerva. Als nächste kamen wir zum Palazzo Doria-Pamphilj mit seiner großen Kunstsammlung, dann dem Palazzo Grazioli, in dem Silvio Berlusconi seine berühmten Feste durchgeführt hat. Weiter zum Palazzo Venezia. Anschließend erreichten wir die kapitolinischen Hügel. Auf dem Kapitol erhoben sich in der Antike mehrere Tempel der wichtigsten Götter.

Rom, Kapitol mit Reiterstatue von Marc Aurel (Kopie)

Nach dem Niedergang des römischen Reiches erlebte das Kapitol im 16. Jh. dank Michelangelo eine neue Blüte. Auf ihn geht die Platzgestaltung zurück; er stellte das Reiterstandbild von Marc Aurel in das Zentrum des Ensembles. Der Palazzo Senatorio auf der Stirnseite ist der Sitz des römischen Senates. Beiderseits davon liegen die Kapitolinischen Museen, die 1734 als erstes Museum der Welt eröffneten. Jetzt hatten wir uns eine Mittagspause verdient. Diese machten wir in der Cafeteria der Kapitolinischen Museen. Auf der großen Dachterrasse genießt man Erfrischungen samt einem 360 Grad Panoramablick.

 

Danach benutzten wir unseren Romapass zum ersten Male und besuchten unter der sachkundigen Führung von Ugo die kapitolinischen Museen. Sie gliedern sich in mehrere Teile. Im Konservatorenpalast befinden sich vor allem archäologische Funde. In einem verglasten Innenhof ist heute die Reiterstatue des Kaisers Mark Aurel zu sehen. Das sogenannte Appartartamento die Conservatori umfasst den ältesten Teil des Konservatorenplastes. In freskierten Sälen werden u.a. der Dornauszieher und die Kapitolinischen Wölfe mit den beiden Knaben Romulus und Remus gezeigt. Wir konnten auch den Saal besichtigen, in dem 1957 die Römischen Verträge unterzeichnet wurden. Vom Seitentrakt hatte man auch einen traumhaften Blick auf das Forum Romanum. Unser Rückweg führte uns in wenigen Minuten über das Theater Marcello und durch das jüdische Viertel zum Hotel. Den Abend genossen wir bei einem gemeinsamen Abendessen in der Enoteca Ferrara in Trastevere bei einem Mehrgangmenu.

3. Tag, Samstag: Frühchristliches Rom und Kolosseum
Am nächsten Morgen führte uns Elisabetta, eine gebürtige Südtirolerin. Als erstes besichtigten wir den Largo di Torre Argentina. Der Platz entstand ab 1909 im Zuge der städtebaulichen Neuordnung der Altstadt. Der sogenannte Area Sacra liegt unterhalb des heutigen Straßenniveaus. Das Ausgrabungsgebiet umfasst die Reste von vier Tempeln. Auf diesem Platz wurde Gaius Julius Caesar 44 v. Chr. ermordet. Bekannt ist der Platz auch als Katzenheim. Die dort lebenden Katzen werden von der Stadt gefüttert. Bei unserm Besuch schliefen die Katzen noch. Unser nächstes Ziel war die Piazza Venezia mit dem Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II. Weiter bummelten wir zur Trajanssäule auf dem Trajansforum, wo es in den letzten Jahren intensive Ausgrabungen gegeben hat. Die Trajanssäule wurde am 18. Mai 133 geweiht. Auf dem spiralförmig aufsteigenden Fries, der mit 23 Windungen eine Gesamtlänge von 200 m erreicht, sind Szenen aus zwei erfolgreichen Feldzügen gegen die Daker dargestellt, die unter Trajans Führung stattfanden.

Von der Trajanssäule waren es nur wenige Schritte zum Forum Romanum. Es ist das älteste römische Forum und war Mittelpunkt des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Lebens Es liegt in einer Senke zwischen den drei Stadthügeln Kapitol, Platin und Esquilin. Den Höhepunkt seines prachtvollen Ausbaus erlebte es in der Römischen Kaiserzeit. Es ist heute eine der wichtigsten Ausgrabungsstätten des antiken Roms. Die Beschreibung aller Monumente, die wir besichtigten würde den Rahmen des Berichtes sprengen. Wir hatten noch Freizeit, um das Forum weiter auf eigene Faust zu erkunden.
Nach der Mittagspause trafen wir uns wieder mit unserem Führer Ugo und gingen an den Besucherschlangen vorbei mit unserem Romapass ins Kolosseum. Das Kolosseum ist das größte der im antiken Rom erbauten Amphitheater, der größte geschlossene Bau der römischen Antike und weiterhin das größte gebaute Amphitheater der Welt. Es wurde im Jahre 72 n. Chr. in Rom durch Kaiser Vespasian begonnen. Schon im Jahre 80 wurde es mit 100 Tage andauernden Spielen eröffnet u.a. mit Gladiatorenkämpfen, nachgestellten Seeschlachten und Tierhetzen. Durch eines der 80 Tore gelangte man ins Innere. Es bot Platz für 50.000 Zuschauern. Das Gebäude konnte durch die ausgeklügelten Gänge in nur fünf Minuten geräumt werden. Das Bauwerk hat einen Umfang von 527 Metern und eine Höhe von 48 Metern. Unter der Arena bestand ein System aus Räumen, Gängen und Versorgungsschächten. Dort warteten die Gladiatoren auf ihren Kampf. Ebenfalls fand die komplexe Bühnentechnik ihren Platz. Es ist beeindruckend, was in der Antike geschaffen wurde. Mit dem Bus (kostenlos im Romapass) fuhren wir zurück bis zum Largo di Torre Argentina. Von dort waren es nur wenige Schritte zum Hotel oder den erlebnisreichen Tag mit einem Glas Wein auf dem Campo die Fiori ausklingen zu lassen.

4. Tag, Sonntag: Spaziergang durch Rom
Am nächsten Tag bummelten wir zum Trevibrunnen. Unterwegs die Kirche Sant'Andrea della Valle, die Kirche mit einer der schönsten Kuppeln Roms, die Kirche Sant'Ignazio di Loyola, die dem heiligen Ignatius von Loyola geweiht ist und die zweite große Jesuitenkirche in Rom ist.

Rom, Trevibrunnen

Der Trevibrunnen war wieder umringt von vielen Menschen aus vielen Nationen. Es ist der populärste und mit rund 26 Metern Höhe und rund 50 Metern Breite der größte Brunnen Roms und einer der bekanntesten Brunnen der Welt. Wir ließen es uns nicht nehmen und warfen ein Geldstück mit der linken Hand über die Schulter in den Brunnen, um unseren Willen zum Ausdruck zu bringen, wieder zu kommen.
Unser nächstes Ziel war das neue Kaufhaus Rinascente. Eine besondere Sehenswürdigkeit im Untergeschoss ist die Integration des antiken Aquädukts Vergine in das Kaufhaus. Das Aquädukt, das von Augustus im Jahr 19. v.Chr. eingeweiht wurde, bringt noch heute das Wasser zur Fontana di Trevi und zu anderen Brunnen in der Stadt. Von der Terrasse des Kaufhauses genossen wir bei einem Glas Prosecco den traumhaften Rundblick auf Rom.

Weiter ging es durch den Einkaufsbezirk mit seinen luxuriösen Geschäften zur Piazza di Spagna mit der Fontana della Barcaccia und der Spanischen Treppe, eine der bekanntesten Freitreppen der Welt. Selbst zu dieser Jahreszeit ist der Platz voller Menschen und viele Sonnenhungrige haben sich auf der Treppe niedergelassen. Die Fonatana della Barcaccia wurde von Pietro Berni, dem Vater des Giovanni Lorenzo Bernini in den Jahren 1628 bis 1629 errichtet. Angeblich wurde ein Kahn während einer Tiberüberschwemmung an den Weihnachtstagen des Jahres 1598 hierher getragen und blieb beim Zurückweichen der Flut liegen. Dieses habe Bernini inspiriert, den Brunnen in Kahnform anzulegen.

Rom, Span.Treppe mit Gruppe

Hier legten wir unsere Mittagspause ein. Danach gingen wir hoch über die 136 Stufen der Spanischen Treppe (einige haben den Fahrstuhl benutzt) zur Trinita di Monti. Wir kamen an der Academia de France vorbei, ein 1666 gegründetes Studienzentrum, das talentierten Schülern der Pariser Kunstakademie die Möglichkeit bieten soll, die Kunstschätze Italiens zu studieren. Anschließend bummelten wir in den Park der Villa Borghese, der im Herzen der ewigen Stadt liegt und oberhalb der Piazza del Popolo beginnt. Von der darüber liegenden Terrasse hatten wir einen fantastischen Panoramablick auf einige der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Roms von der Altstadt bis zum Vatikan und zum Petersdom.
Wir stiegen die Stufen zur Piazza del Popolo herab, einem der berühmtesten Plätze von Rom. Er war seit der Antike der Platz, an dem der Besucher Rom betrat, wenn er von Norden über die Via Flaminia oder die Via Cassia in die Stadt reiste. Auch Martin Luther kam durch dieses Tor, als er im Augustinerkloster direkt an der Piazza del Popolo sein Quartier hatte. Auf einer Seite der Piazza stehen sich zwei fast identische Kirchen gegenüber; die Santa Maria in Monte Santo und die Santa Maria die Miracoli. Im Zentrum des Platzes steht der Obelisk „Flaminio". Sein Alter wird auf über 3300 Jahre geschätzt. Der 36,5m hohe Obelisk wurde von Kaiser Augustus nach Rom gebracht und zunächst auf dem Circus Maximus aufgestellt. Das eigentliche Juwel des Platzes ist die kleine Kirche Santa Maria del Popolo. An sie angeschlossen ist ein Kloster. Leider ist die Kirche zur Zeit wegen Renovierung geschlossen. Zwischen den beiden Zwillingskirchen beginnt die berühmte Via del Corso, die wir entlang spazierten ,vorbei an der Casa di Goethe, in der Goethe von 1786-88 im Haus seines Freundes Tischbein wohnte. Unser nächstes Ziel war die Ara Pacis.

Lichtdurchflutet und abgeschottet vom Lärm der breiten Uferstraße, gewährt der 2006 eröffnete Museumsbau des Stararchitekten Richard Meier die Betrachtung der einmaligen Marmorreliefs mit den kaiserlichen Prozessionszügen oder der Legende von Romulus und Remus am Friedensaltar für Augustus. Hier verabschiedete sich unser Führer Ugo für heute.

5. Tag, Montag: Santa Maria Maggiore, Petersdom
Am nächsten Morgen fuhren wir zunächst mit der Straßenbahn mit Romapass zum Colosseum.
Über die Rolltreppe des U-Bahnhofes ging es hinauf zum Besuch der Kirche San Peitro in Vincoli am Esquilin-Hügel. Hier konnten wir eines der Meisterwerke der italienischen Kunst bewundern, den Moses von Michelangelo. Die Statue des Moses ist ein Teil des Grabes von Paps Julius II. Die Kirche wurde im 5. Jh. gegründet, um eine kostbare Reliquie zu beherbergen: die Kette, an die der Heilige Petrus als Gefangener von Jerusalem gekettet war. Sie befindet sich unter dem Hauptaltar.
In der Kirche wurde auch Nicolaus Cusanus begraben. Sein Grabmal zeigt zwischen Nikolaus Cusanus und einem Engel den hl. Petrus, wie er aus den Ketten befreit wird. Darunter ist aus dem Wappen von Kues der aufrechtstehende Krebs zu sehen. Das Herz von ihm ist in der Kapelle des von ihm gegründeten Cusanusstifts in Bernkastel-Kues beigesetzt.
Als nächstes besichtigten wir die Basilika Santi Silvestro e Martino ai Monte. Sie enthält einige bedeutende Fresken. Besonders sehenswert sind auch die 24 korinthischen antiken Kapitelle, die das hohe und breite Mittelschiff zu den Seitenschiffen abtrennt.
Anschließend besuchten wir die Basilika Santa Prassede auf dem Esquilin. Ihre Berühmtheit verdankt die Kirche in erster Linie ihren Mosaiken. Auf dem zentralen Mosaik der Apsis kann man Christus sehen, der von sechs Heiligen flankiert wird. 1987 wurden die Mosaiken restauriert und gereinigt, so dass sie jetzt in ihrer vollen Schönheit zu sehen sind.
Jetzt war es Zeit für eine Cafépause, so dass wir uns anschließend mit neuem Elan der Basilica Santa Maria Maggiore widmen konnten, eine der vier Papstbasiliken Roms. Sie ist die größte Marienkirche in Rom. Vor der Kirche trägt eine antike Säule die Marienstatue. Den Anstoß zum Kirchenbau soll das „Schneewunder" gegeben haben. Die hl. Maria erschien Papst Liberius in einer nächtlichen Vision und forderte ihn auf eine Marienkirche dort zu bauen, wo er am nächsten Morgen - immerhin der 5. August 358 - Schnee fände. Es schneite.

Wir mussten erst eine Sicherheitsschleuse passieren, um in das Innere zu gelangen. Trotz einiger Veränderungen vermittelt das eindrucksvolle Mittelschiff eine gute Vorstellung vom Aussehen frühchristlicher Kirchen. Im späten 15. Jh. ließ Borgia-Papst Alexander VI. noch die Kassettendecke einhängen und zu deren Vergoldung das erste Gold aus Amerika verwenden. Die kostbaren goldgrundigen Apsismosaiken aus dem 13. Jh. erzählen aus dem Leben Mariens. Neben zahlreichen Päpsten ruht in der Kirche auch das Barockgenie Gian Lorenzo Bernini. Die Kirche birgt viele Geheimnisse, die es zu ergründen lohnt.

Vatikan, Schweizer Garde

Als nächstes fuhren wir mit der U-Bahn vom Hbf zum Petersdom. Nach einer Mittagspause passierten wir die Sicherheitskontrolle und gelangten in das Innere der päpstlichen Basilika, nach der Lateranbasilika die wichtigste Kirche der Christenheit. Wie immer waren wir gefesselt von den unglaublichen Dimensionen des Innenraumes und beeindruckt von den hochkarätigen Kunstwerken von Michelangelo und Bernini. Insbesondere die Pieta in der ersten Kapelle rechts zeugt von Michelangelos Genie. Unser Reiseführer Ugo erläuterte uns bei einem Rundgang die vielen Kunstwerke.

Rom, Petersplatz Kolonnaden

Danach verabschiedeten wir uns vor dem Dom mit dem Versprechen, wiederzukommen und uns weitere Sehenswürdigkeiten in Rom mit ihm anzusehen.

6. Tag, Dienstag: Tag zur freien Verfügung
Noch ein freier Tag zum Genießen! Einkaufen, bummeln, die Kuppel des Petersdoms besteigen oder die vatikanischen Museen besuchen. Der Tag wurde von vielen genutzt, um sich weitere Sehenswürdigkeiten anzusehen und durch die Einkaufsstraßen zu bummeln.

7. Tag, Mittwoch: Rückflug nach Frankfurt
Der Transfer in Rom zum Flughafen und der Flug mit Lufthansa nach Frankfurt verliefen reibungslos. Wir hatten einen günstigen Anschluss mit dem Regionalexpress, so dass wir kurz nach 18 Uhr alle wohlbehalten und mit vielen neuen Eindrücken in Koblenz eingetroffen sind.

Termin: Donnerstag, 28. Februar 2019
Treffpunkt:
6:30 Uhr Koblenz Hbf, Bahnhofshalle
Rückkunft: Mittwoch, 6. März 2019 gegen 18 Uhr
Preis: Mitglieder: 1.052,00 € p.P. im DZ; Gäste: 1.067,00 € p.P. im DZ
EZ-Zuschlag: 255,00 €
Leitung: Romy und Jürgen Zahren
Leistungen:

  • Flughafentransfer (Koblenz-Frankfurt / Rom-Hotel)
  • Linienflug mit Lufthansa Frankfurt–Rom und zurück
  • 6 ÜF im 4-Sterne Hotel Ponte Sisto in Rom
  • Ein gemeinsames Abendessen in Rom
  • 3-Tage Roma Pass
  • Eintritte für Sehenswürdigkeiten laut Programm
  • 4 Tage örtlicher Fach-Reisebegleiter in Rom ( Dr. Ugo Martorelli )
  • Nutzung Quiet-Vox an vier Tagen

Bericht: J. Zahren; Fotos: R. Zahren, H-P. Günther (2017)

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