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Internationale Tage in Ingelheim

Besichtigung der Burgkirche in Ober-Ingelheim, der Ausstellung
»Vergessene Moderne« und Orgelmusik in der Saalkirche

Samstag, 1. Juni 2019

Nachdem wir 2018 die Exkursion zu den „Internationalen Tagen" in Ingelheim mit dem Besuch der Kaiserpfalz verbunden hatten, haben wir auch 2019 eine zusätzliche Tagesfahrt nach Ingelheim unternommen, zu der sich allerdings nur acht Teilnehmerinnen angemeldet hatten. Nach der im vergangenen Jahr gezeigten Ausstellung »Mensch! Skulptur« stand 2019 die deutsche Kunst zwischen den Weltkriegen im Mittelpunkt unter dem Titel »Vergessene Moderne«.

Ober-Ingelheim, Burgkirche mit Wehrmauer

Nach der sehr angenehmen Anreise mit Regional-Express und Linienbus besichtigten wir am Vormittag die evangelische Burgkirche (ehem. St. Wigbert) in Ober-Ingelheim. Sie zählt zu den größten Wehrkirchen-Anlagen im Westen Deutschlands und bildet mit ihren gestaffelten Verteidigungsringen den Kern der einstigen Ortsbefestigung. Stadtführerin Josy Berg erläuterte uns mit umfangreichem Wissen die Geschichte der Burgkirche.

»Alphorngeflüster« aus Osthofen in der Burgkirche

Vor der Innenbesichtigung der Burgkirche erfuhren wir vom Trio Alphorngeflüster aus Osthofen, dass sie an diesem Morgen ein paar Stücke spielen möchten und wir gerne zuhören könnten. Michael Schwab, Peter Mießl und Kristine Weitzel, Dekanatskantorin des Dekanats Worms-Wonnegau, hatten drei ganz unterschiedlich gebaute Alphörner dabei und spielten verschiedene Kompositionen, teilweise begleitet von der Orgel der Burgkirche. Für die Fortsetzung unserer Führung mit Josy Berg legten die Musiker dann eine längere Pause im Garten der Burgkirche ein, bis wir uns zum Rundgang über die Wehrmauer und auf den Malakoffturm aufmachten.

Ober-Ingelheim, Burgkirche vom Malakoffturm

Anschließend bestand am Marktplatz von Ober-Ingelheim Gelegenheit zum Mittagessen und etwas Erholung. Mit dem Linienbus fuhren wir bis zur Haltestelle Winzerkeller nach Nieder-Ingelheim. Nach einer langen Sanierungsphase wurde Mitte Mai ein erster Teilbereich der ab 1904 errichteten Kellerei der Winzergenossenschaft wiedereröffnet, die wir im kommenden Jahr ausgiebig besichtigen werden. Der dort erwartete Anschlussbus hatte leider deutliche Verspätung, sodass wir unsere Führung durch die Ausstellung »Vergessene Moderne« erst mit ca. 15 Minuten Verspätung beginnen konnten.

Kunstforum Ingelheim, Altes Rathaus 2019

Kunsthistorikerin Lydia Immerheiser M.A. stellte uns die für die Ausstellung ausgewählten elf Personen vor: Den Fotografen Helmar Lerski, die Bildhauer Hermann Blumenthal und Moissey Kogan, den Grafiker Paul Gangolf, den Maler Paul Kleinschmidt, die Malerin Anita Rée, den Bildhauer Jussuf Abbo, den Maler Karl Ballmer, den Zeichner Otto Pankok, die Malerin und Zeichnerin Elfriede Lohse-Wächtler und den Fotografen und Maler T. Lux Feininger.

Internationale Tage, Führung Vergessene Moderne

Die gegenüber den Expressionisten eher jüngeren Künstlern, deren Kunst von den Nationalsozialisten ebenso als „entartet" diffamiert wurde, gingen vielfach ins Exil oder in die innere Emigration, zerbrachen an der sie umgebenden Realität oder wurden als Juden in KZs ermordet. (Sehr zu bedauern ist in diesem Zusammenhang die mangelhafte Resonanz auf diese außergewöhnliche Ausstellung in der Presse, insbesondere bei der Rhein-Zeitung. Lediglich in der Allgemeinen Zeitung, Mainz gab es einen Bericht von der Ausstellungseröffnung.)

Ingelheim, Skinner-Orgel in der Saalkirche

Wie im vergangenen Jahr wurde das Programm mit der Teilnahme an „Faszination Orgel – 30 Minuten Orgelmusik" abgerundet. Ab 16.15 Uhr begaben wir uns mit dem Kantoren-Ehepaar Iris und Carsten Lenz an der Skinner-Orgel der Saalkirche auf eine musikalische Urlaubsreise. Pfarrerin Anne Waßmann-Böhm ergänzte die Musik mit vergnüglichen Urlaubs-Gedichten von Wilhelm Busch, Eugen Roth und Heinz Erhardt. Das der Saalkirche angeschlossene „Karls-Café" bot – vor der Rückfahrt mit dem Linienbus zum Bahnhof – noch die Gelegenheit zu einem preisgünstigen Kaffee und Kuchen. Mit vielen neuen Eindrücken trafen wir pünktlich am Abend wieder am Koblenzer Hauptbahnhof ein. 

Dass wir mit dem Bildungsverein auch die Internationalen Tage 2020 – mit einer Ausstellung zu Paul Klee – besuchen werden, stand für die Teilnehmerinnen außer Frage. Vielleicht sind wir dann auch wieder mit einer etwas größeren Gruppe unterwegs! 

Termin: Samstag, 1. Juni 2019
Treffpunkt: 8.50 Uhr am Koblenzer Hauptbahnhof (Eingangshalle)
Abfahrt: 9:04 Uhr mit dem RE von Gleis 1
Rückkunft: gegen 19 Uhr
Leistungen: Fahrten mit Bahn und Bus, Führungen Burgkirche und Ausstellung Internationale Tage, Eintritt
Kosten: Mitglieder 27,00 Euro, Gäste 29,00 Euro

Leitung und Fotos: Hans-Peter Günther

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